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Oliven gefärbt?

Werden schwarze Oliven gefärbt?

Wer als Olivenfan seinen Sommerurlaub am Mittelmeer verbringt, kommt aus dem Schwärmen über die sonnengeküssten Früchte gar nicht mehr heraus. Die Oliven dort schmecken nach Urlaub, machen Lust auf mehr (und Meer). Was viele nicht wissen: Beim Genuss schwarzer Oliven werden oft lediglich gefärbte grüne Oliven konsumiert.

Ob Griechenland, Spanien oder Italien: In ihrer Heimat am Mittelmeer schmecken Oliven besonders gut. Zurück in Deutschland bleibt zwar nicht die heiße Sonne – dafür aber erst einmal der Appetit auf die aromatischen Früchte des Olivenbaumes. Irgendwie ist das aber nicht das gleiche. Das mag zum einen an dem fehlenden Urlaubsflair liegen. Aber mit Gewissheit auch daran, dass schwarze Oliven oftmals künstlich gefärbt werden.

Oliven sind geschmacklich und gesundheitlich hoch talentiert

Doch von Anfang an: Oliven werden für den Export unreif geerntet. Sie sind grün, das Fruchtfleisch ist fest, sie haben noch einen scharfen Geschmack und sind oft bitter. Dafür haben sie weniger Kalorien: Acht mittelgroße grüne Oliven (ca. 25 Gramm) liefern etwa 35 Kilokalorien. Je länger die Olive am Baum hängt, desto weiter färbt sie sich über violett zu schwarz, das Fruchtfleisch wird weicher, der Geschmack milder. Das schlägt sich auch in der Kalorienanzahl nieder: Schwarze Oliven enthalten mehr Kalorien als grüne: Die gleiche Menge zählt an die 70 Kilokalorien.

Die kleinen Früchtchen erweisen sich in der Küche als wahrhaft vielfältig. Als leckerer Snack zwischendurch, in Salaten, auf Pizza, in Brot eingebacken: Oliven liefern immer ein ganz besonderes Aroma. Doch damit nicht genug, Oliven haben auch für die Gesundheit viel zu bieten: Sie enthalten wertvolle ungesättigte Fette, haben einen hohen Gehalt an Vitamin E und sind leicht verdaulich. Sie gleichen die Blutfettwerte aus und schützen somit das Herz.

Direkt vom Baum sind Oliven wegen ihres hohen Bitterstoffgehalts jedoch ungenießbar. Vor dem Verzehr werden sie monatelang in Salzlake eingelegt, um sie abzumildern und ihre guten Geschmackseigenschaften zu erhalten.

Schwarz ist nicht gleich Schwarz

Wer nun im Supermarkt vor die Qual der Wahl gestellt wird, zwischen grünen und schwarzen, entsteinten oder gefüllten Oliven, sollte ein wenig aufpassen. Denn schwarze Oliven sind in Wirklichkeit oft nichts anderes als grüne Oliven, die mithilfe von Chemie, genauer gesagt durch Eisengluconat, geschwärzt werden. In Maßen zu sich genommen ist Eisenglucobat gesundheitlich zwar vollkommen unbedenklich. Doch natürlich stellt sich dem Verbraucher die Frage, warum man nicht auf die Naturreifung wartet. Vor allem höhere Kosten sind dafür ausschlaggebend, denn man müsste zwei Mal ernten. Oft sind die vollends gereiften Oliven auch schon zu alt, um sie noch weiterzuverarbeiten. Geschmacklich ändert sich durch die künstliche Färbung nichts, letztendlich wird durch das Färben der Oliven aber reife und teurere Ware vorgetäuscht.

Wie Sie gefärbte Oliven erkennen

Wird der Verbraucher hinters Licht geführt? Ja, denn sobald gefärbte Oliven abgepackt sind, seien es eingeschweißte, im Glas oder aus der Dose, müssen sie nicht näher als solche gekennzeichnet werden. Ein Blick auf die Zutatenliste verrät aber, womit man es zu tun hat: Werden Eisen-II-Gluconat (E 579) oder Eisen-II-Lactat (E 585) auf der Liste aufgeführt, so wurde künstlich gefärbt. Bei losen Oliven hingegen muss die Färbung ohnehin kenntlich gemacht werden. Manche Hersteller bekennen sich aber auch freiwillig zur Färbung und weisen dies auf der Verpackung aus.

Auch am Geschmack lassen sich geschwärzte Oliven von den naturgereiften eindeutig unterscheiden: Geschwärzte haben den gleichen herben Geschmack wie grüne und das Fleisch ist genauso fest. Zudem bleibt der Kern bei gefärbten Oliven hell, während er bei original schwarzen Oliven ebenfalls schwarz ist.

Eine Rezeptidee zu einer leckeren Olivenpaste finden Sie hier.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team