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Was wird der Trendcocktail 2013

Aperol Spritz und Hugo waren gestern – aber was wird das neue Trendgetränk 2013? worlds of food hat Helmut Adam, Herausgeber des Cocktail-Fachmagazins Mixology, zum Thema Cocktailqulität und Trendgetränke interviewt.

worlds of food: Warum haben Sie Ihr Leben den Cocktails gewidmet, Herr Adam?

Helmut Adam: Ich habe selbst sehr lange als Bartender gearbeitet. Damals bin ich als Quereinsteiger in diesen Beruf hineingerutscht. Mit der Zeit habe ich dann so viel Leidenschaft dafür entwickelt, dass ich mehr daraus machen wollte. Das Schreiben lag mir immer schon immer und so ist dann die Idee für das Magazin entstanden. Ich bin quasi auch als Quereinsteiger in den Medienberuf gekommen. Mich faszinieren einfach die Kreativität und die Tatsache, dass jede Spirituose und jeder Cocktail eine eigene Geschichte mit sich bringt.

worlds of food: Haben Sie einen Lieblingscocktail?

Helmut Adam: Mein Lieblingscocktail ist der Negroni. Unter den richtigen Bartendern hat der Negroni einen Kultstatus, denn er ist ein sehr einfacher Cocktail. Meiner Meinung nach sind die einfach komponierten Getränke ohnehin meistens die Besten. Der Negroni ist ein italienischer Aperitif und besteht nur aus 3 Zutaten – Gin, Campari und süßer roter Wermut. Das tolle daran ist, dass jeder den Cocktail sehr leicht herstellen kann. In jeder Stadt, in jeder Bar und selbst wenn der Bartender noch nie etwas davon gehört hat.

worlds of food: Haben Sie auch schon selbst Cocktails erfunden?

Helmut Adam: Ja, das habe ich. In den letzten Jahren leider nicht mehr, aber ich habe eine Zeit lang in London als Barkeeper gearbeitet und unser Chef  hat uns immer wieder dazu motiviert, selbst kreativ zu werden. Es macht Spaß, aber um wirklich gute, neue Ideen zu kreieren, braucht es oft sehr viel Zeit. Die Grundlagen sind in den letzten zwei Jahrhunderten alle schon ausprobiert worden und man muss schon eine sehr gute Idee haben, um da noch etwas draufzusetzen. Ich würde mal sagen es gibt viele gute Cocktails, viele gute Grundrezepturen, aber die meisten sind nur Variationen eines bestehenden Rezepts.

worlds of food: Woran erkennt man Ihrer Meinung nach eine gute Cocktailqualität?

Helmut Adam: Ein guter Cocktail braucht eine Balance im Geschmack und ein schönes Aromenspiel – das geht vom Geruch bis hin zum Nachgeschmack. Der Cocktail muss außerdem auch optisch attraktiv sein - ein gutes Aussehen und eine schöne Farbe spielen also ebenfalls eine wichtige Rolle. Der ganze Cocktail muss sich wie ein geschmacklicher Regenbogen darstellen (lacht).

worlds of food: Haben Sie eine Idee was der Trendcocktail 2013 werden wird?

Helmut Adam: Ich denke, dass sich die Spritzvariationen wie Aperol Spritz und Hugo auch in diesem Jahr weiter durchsetzen. Der Woodruff Punch würde zum Beispiel auch in dieses Spritzschema passen. Er besteht aus einer regionalen Zutat – Waldmeister (engl. Woodruff) – und passt wunderbar in unsere Zeit. Sowohl beim Essen, als auch bei den Getränken erleben wir derzeit einen großen Trend zur Regionalität. Zudem gibt es mittlerweile auch Hersteller, die den Waldmeister sehr gut, ohne künstliche Geschmacks- und Farbstoffe, verarbeiten können. Als Likör ist der Waldmeister somit ganzjährig erhältlich. In unserer Variante haben wir den Punsch auch mit Holunderblütenlikör verfeinert – ein Aroma das immer mehr wächst in der Branche. Der Vorteil ist, dass man sehr leicht an die Zutaten kommt und man den Woodruff Punch auch ganz einfach zubereiten kann. Außerdem ist der Punch ein sehr soziales Getränk, da er in einer großen Schüssel, sozusagen für „alle“ angerührt wird.


Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team