was-isst-deutschland
Der Goldene Windbeutel 2012 – Das Ergebnis foodwatch

Der Goldene Windbeutel 2012 – Das Ergebnis

Vom 22. Mai bis 18. Juni konnten Verbraucher online darüber abstimmen, welches der nominierten Lebensmittelprodukte die dreisteste Werbelüge ist. Fast 130.000 beteiligten sich an der Wahl. Zum Sieger wurde der Instant-Tee von Hipp gekürt. foodwatch-Aktivisten haben die Zentrale von Hipp besucht, um den „Preis“ zu übergeben.

Mit 34,1 Prozent aller Stimmen, wurden die Instant-Tees von Hipp für Kleinkinder ab dem 12. Monat zum Preisträger des Goldenen Windbeutels 2012 gewählt. Umgerechnet sind in 200 Milliliter Tee zweieinhalb Stück Würfelzucker enthalten. Gerade für Kinder sei dies laut foodwatch nicht geeignet und widerspreche zudem den Unternehmensgrundsätzen, mit denen geworben wird. Denn das Versprechen für  „gesunde“ und „kindgerechte“ Produkte, für die der Firmenchef Claus Hipp „mit seinem Namen steht“, lasse anderes als diesen Instant-Tee erwarten.

Auf Platz zwei folgt die Viva Vital Hackfleisch-Zubereitung von Netto-Markendiscount. 30 Prozent weniger Fett, aufgrund von zugesetztem und mit Weizen schnittfest gemachtem Wasser, wollten 27,5 Prozent der Abstimmenden nicht ertragen.

Den dritten Rang belegt Becel pro.aktiv mit 22,2 Prozent. Ausschlaggebend bei diesem Streichfett ist die Tatsache, dass Pflanzensterine enthalten sind, die den Cholesterinspiegel senken, ohne dass Langzeitfolgen bekannt sind.

Über den vierten Rang kann sich Radeberger sicherlich schon fast freuen. Immerhin finden es nur 10,1 Prozent aller Teilnehmer verwerflich, dass auf dem Flaschenetikett „alkoholfrei“ steht, tatsächlich aber 0,45 Vol.-Prozent Alkohol enthalten sind.

Der Landlust Mirabelle und Birne Tee von Teekanne belegt den letzten, in dieser Abstimmung aber dementsprechend besten Platz. 6,1 Prozent zeigen dem Unternehmen, was sie von industriegefertigtem Tee halten, der mit Aromen versetzt ist.

Zur feierlichen Übergabe des Goldenen Windbeutels 2012 haben foodwatch-Aktivisten am Tag nach dem Ende der Abstimmung die Firmenzentrale von Hipp in Pfaffenhofen an der Ilm besucht. Mit den Worten „Wir haben den Preis absolut nicht verdient“, lehnte es eine Firmensprecherin ab, den Preis anzunehmen.

Hier das Ergebnis im Überblick:

ergebnisgrafik goldener-windbeutel
Bildquelle: foodwatch

Update 20.06.2012: Hipp habe nach eigenen Angaben bereits nach der Bekanntgabe der Nominierung für den "Goldenen Windbeutel" angekündigt, die Instant-Tees bis Ende des Jahres aus dem Sortiment nehmen zu wollen. Sie sollen durch Produkte ohnen Zuckerzusatz ersetzt werden. Die Reaktion von Oliver Huizinga von foodwatch: " „Eigentlich gibt es keine Notwendigkeit, andere Produkte zu entwickeln, denn Hipp hat geeignete Kleinkind-Getränke längst im Sortiment: die guten alten Teebeutel.“

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team