Köche à la Carte – Heute: Tim Raue Wolfgang Stahr
Essen und Trinken

Köche à la Carte – Heute: Tim Raue

Tim Raue ist ein Berliner Sternekoch. 2007 kürte ihn der Gault Millau zum Koch des Jahres. Nach seinem rasanten Aufstieg und verschiedenen Stationen eröffnete er im Jahr 2010 das Restaurant Tim Raue in seinem Kreuzberger Kiez, welches er auch heute noch erfolgreich führt. Im Interview verrät er uns, warum es mit seinem Berufswusch Jedi-Ritter nicht klappte und warum vollgedröhnte Kollegen gar nicht gehen.

1.    Warum sind Sie Koch geworden?
Eigentlich war mein Traumberuf ja Jedi-Ritter, da gab es aber zu der Zeit keine freie Position. Nach meinen ersten Minuten in einer Küche wusste ich dann, hier gehöre ich hin!

2.    Ihr größtes Talent ist…
Meine Frau immer wieder zu beeindrucken, wie man so schnell, so viel Geld ausgeben kann.

3.    Was ist Ihre größte Versuchung?
Ich fühle mich magisch zu allem Frittierten hingezogen und zu Dim Sum aller Art.

4.    Was war die bisher schwerste Aufgabe am Herd?
Meinen momentan Herdblock in unsere Küche zu bekommen, das war wirklich sehr, sehr schwer.

5.    Welches ist Ihr Lieblingsgericht?
Süß-saures Schwein mit Brokkoli im China Club in Berlin und hunderte andere Verlockungen...

6.    Welches ist kulinarisch gesehen Ihr Lieblingsland?
Ganz klar Hongkong, dort gibt es die besten chinesischen Küchen, dazu grandiose Restaurants, die alle Küchen dieser Welt repräsentieren.

7.    Welches war Ihr bisher ausgefallenstes Gericht?
Aus Sicht der Gäste war es das Gericht das wir mal auf der Karte hatten: „Spicy Seacucumber, Entenleber & Gai Lan“. Aus meiner Sicht, also was ich selber serviert bekam, „Risotto von Fischaugen“

8.    Ihre bisher größte „Kochkatastrophe“?
800 verbrannte Baisers bei einem Catering, dank eines vollgedröhnten Kollegen, der unseren Ofen auf 300 Grad stellte.

9.    Haben Sie kochende Vorbilder?
Marco-Pierre White (englischer drei Sterne-Koch, Anm. d. Red.), wegen seiner eigenen Idee und seiner Unangepasstheit.

10.    Welche historische oder aktuelle Persönlichkeit würden Sie gerne kennenlernen?
Ich unterhalte mich gerne mit Künstlern jeder Couleur, denn die haben sehr abstrakte Gedankengänge.

11.    Wein oder Bier?
Badoit und wenn ich Muse habe, generell gereifte Weine. Am liebsten weiße & rote Burgunder, alte Bordeaux, restsüße Rieslinge und KRUG. Mein aktuelles Projekt ist Italien im roten Bereich.

12.    Bleibt Ihnen Zeit für Hobbys?
Die muss man sich nehmen, die Zeit. Ich nutze sie für Reisen, Restaurantbesuche & Wein.

13.    Kochen Sie auch in den eigenen vier Wänden?
NEIN !

14.    Welche Bedeutung messen Sie Sternen bei?
Wirtschaftlich sind diese Auszeichnungen sehr relevant. Zudem ist das, was wir machen, Hochleistungssport und da geht es nun mal um Auszeichnungen und Wertungen...

15.    Wie stehen Sie zu Kochsendungen im Fernsehen?
Finde ich genau so wichtig wie Tierfilme, Krimis & Pornos - jeder guckt sich das an was für ihn Priorität hat.

16.    Regionale oder internationale Küche?
Eine individuelle Küche

17.    Wer war der wichtigste Gast für den Sie gekocht haben?
Das gilt für jeden Gast!

18.    Wer gut essen will, zahlt häufig eine Menge Geld dafür. Aber muss Sterneküche wirklich teuer sein?
Ja, weil der Einsatz an Lebensmitteln der besten Güte und das ganze Personal nun mal kostenintensiv ist. Die Frage nervt zudem, denn stellt jemand die Frage, warum First Class fliegen oder BMW 7er fahren so teuer ist?

19.    Wie stehen Sie zu Fastfood á la Currywurst, Pommes, Döner und Co?
Da bin ich liberal, jeder nach seiner Fasson.

Mehr Informationen zu Tim Raue und seinem Restaurant

Hier:
Tim Raue im ausführlichen Interview mit worlds of food

Tim Raues Restaurant-Tipps für New York City


Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team