Terroir – Marketing oder tatsächlich schmeckbar Derk Hoberg
Was ist Terroir?

Terroir – Marketing oder tatsächlich schmeckbar

Der Rheingauer Winzer Ulrich Allendorf erklärt für worlds of food, ob man den Boden im Wein schmecken kann. Was es mit dem Terroir auf sich hat.

Laut Definition handelt es sich beim Begriff Terroir, der sich vom lateinischen „terra“ für Erde ableitet, um die natürlichen Faktoren eines Stückes Land, die die Eigenschaften der dortigen Nutzpflanzen beeinflussen sollen. Dabei geht es natürlich vor allem um die Bodenbeschaffenheit, aber auch das gesamte Zusammenspiel von Boden, Klima und Witterung beeinflusst – in unserem Falle – den Wein. Nachdem der Begriff heutzutage sicher auch zu Marketingzwecken verwendet wird, haben wir einmal bei einem Experten nachgefragt, was es damit auf sich hat.

Ulrich Allendorf WeinWarum der Boden so wichtig ist, erklärt der Rheingauer Winzer Ulrich Allendorf (re.) vom Weingut Fritz Allendorf: „Ein einziger Rebstock verfügt über ein ungemein verzweigtes Wurzelnetz. So hat ein mehrere Jahrzehnte alter Rebstock – wie wir ihn in allen Toplagen finden – sage und schreibe 25 Kilometer Wurzelwerk. Neben der Sonnenergie über die Blätter, holt er sich seine Nährstoffe damit aus dem Boden und bei dieser Menge an Wurzeln spiegelt sich das natürlich in den Trauben und schließlich auch im Wein wieder.“

Kann man unterschiedliche Böden im Wein schmecken

Ein guter, für den Wein vorteilhafter Boden, hilft also auch dem Winzer, denn ein bestimmtes Terroir kann in keinem Keltervorgang nachgeahmt werden. Und hier kommt auch der Rheingau wieder ins Spiel. Dort reifen zahlreiche Spitzenweine, auch durch die verschiedenen Böden. Hauptsächlich nährstoffreicher Lössboden, aber auch Quarzitgestein und Tonschieferböden sorgen für charaktervolle Weine. Ulrich Allendorf dazu: „Hier im Rheingau wird überwiegend Riesling angebaut und diese Rebe versteht es besonders gut, ein bestimmtes Terroir ins Glas zu transportieren“. Und so wirken sich unterschiedliche Böden dann eben auch auf den Wein aus.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team