Ikarus – Salzburgs kulinarisches Opernhaus Helge Kirchberger Photography / Red Bull Hangar-7; Derk Hoberg
Revisited: Gourmet-Restaurant Ikarus im Hangar-/

Ikarus – Salzburgs kulinarisches Opernhaus

In keiner anderen Küche der Welt standen so viele Sterneköche am Herd wie im Gourmet-Restaurant Ikarus in der Mozartstadt Salzburg. Über 150 internationale Chefs gaben hier seit 2003 ein kulinarisches Gastspiel.

Für die talentierten Köche des Ikarus – zunächst unter Leitung von Roland Trettl und seit 2014 unter der Ägide des Luxemburgers Martin Klein – bedeutet das Gastkochkonzept im Ikarus ständig neue Herausforderungen, müssen sie sich doch Monat für Monat auf einen neuen Spitzenkoch und dessen Menü einstellen. Immer an ihrer Seite dagegen ist Patron Eckart Witzigmann. Der seinerzeit erste Drei-Sterne-Koch außerhalb Frankreichs entwickelte das ambitionierte Gastkoch-Konzept vor fast 20 Jahren mit Unterstützung von Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz. Seither liegt das Epizentrum der modernen Spitzengastronomie inmitten dessen spektakulärer Sammlung historischer Flugzeuge, siegreicher Formel 1-Boliden und anderer PS-starker Fortbewegungsmittel im Hangar-7 am Salzburger Flughafen.

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Jeweils einen Monat lang präsentieren renommierte Küchen-Virtuosen wie Daniel Humm (Eleven Madison Park, New York), Virgilio Martinéz (Central, Lima) oder Massimo Bottura (Osteria Francescana, Modena) den Gästen dort ihr Menü. Auch zahlreiche deutsche Köche wie Harald Wohlfahrt, Christian Bau oder Tim Raue standen hier bereits am Herd. Manche haben einen, andere gleich drei Michelin-Sterne im Gepäck. Wieder andere, wie René Redzepi (Noma, Kopenhagen) beispielsweise, belegten mehrfach Platz 1 auf der Liste der „World´s 50 Best Restaurants“ oder waren, wie die Slowenin Ana Roš, bereits „Beste Köchin der Welt“. Doch ganz gleich ob hochdekorierter deutscher oder international ausgezeichneter Spitzenkoch, längst ist es ein Ritterschlag, vom Team um Eckart Witzigmann in den Hangar-7 eingeladen zu werden.

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12 Premieren feiert das Ensemble des Ikarus jedes Jahr

Einmal im Jahr dürfen aber auch Küchen-Dirigent Martin Klein und sein Ensemble sich selbst, respektive ihre eigenen Gerichte präsentieren. Dann kommt ausnahmsweise kein Gastkoch nach Salzburg: „Das Ikarus ist gewissermaßen wie ein Opernhaus, in dem die internationale Koch-Elite auftritt. Im eigenen Monat betreten dann aber die heimlichen Stars des Restaurants, diejenigen, die normalerweise im Hintergrund Unglaubliches leisten, die große Bühne“, würdigt Eckart Witzigmann das jährliche Heimspiel seiner Salzburger. Seit 2016 ist das Ikarus deshalb auch selbst mit zwei Michelin-Sternen dekoriert. Durchaus überraschend, schließlich waren laut Witzigmann „eigene Sterne für das Restaurant im Hangar-7 nie vorgesehen“.

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Witzigmann und seine Weggefährten: Matthias Hahn, Jan Hartwig, Eckart Witzigmann, Marc Haeberlin, Tohru Nakamura, Martin Fauster (v.l.n.r)

Auch den Jahrhundertkoch selbst ehrt man im Ikarus gebührend, feierte man anlässlich seines 80. Geburtstag kürzlich doch einen ganzen Monat lang Witzigmann Festspiele. Einige Wegbegleiter und Freunde wie Marc Haeberlin, Jan Hartwig und Tohru Nakamura ließen es sich nicht nehmen, Witzigmann mit einem kulinarischen Feuerwerk zu gratulieren. Den ganzen Juli über standen für ihn entwickelte Gerichte, wie Kalbstatar mit Langoustine und Loup de Mer mit Bouchon Muscheln, auf der Karte – das hätte selbst Witzigmann kaum besser inszenieren können.

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Aber auch auf die übrigen Monate dürfen sich Feinschmecker in diesem Jahr noch freuen. Nach dem fränkischen TV-Koch Alexander Herrmann (zwei Michelin-Sterne) im Oktober kommt der mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnete Ángel León (Aponiente, Cadíz) im November. Und während der „Chef del Mar“ ausschließlich mit nachhaltig gewonnenen Zutaten aus den Weltmeeren kocht, beendet Onno Kokmeijer aus dem Ciel Bleu (2 Michelin-Sterne, Amsterdam) die aktuelle Spielzeit in Salzburgs kulinarischem Opernhaus mit seinen international inspirierten Gerichten.

Alle weiteren Infos: www.hangar-7.comeckart witzigmann derk hoberg
Derk Hoberg (re.) traf Ecckart Witzigmann im Ikarus