Rasmus Kofoed und sein Geranium: Oben angekommen Claes Bech-Poulsen; Derk Hoberg -- "The End" - Signature Dessert im Restaurant Geranium
Geranium: Zu Besuch in Dänemarks einzigem Drei-Sterne-Restaurant

Rasmus Kofoed und sein Geranium: Oben angekommen

Teil zwei unserer kulinarischen Nordschleife (hier geht es zu Teil 1: René Redzepi und sein Noma) führt uns ins Geranium nach Kopenhagen. In Dänemarks einzigem Drei-Sterne-Restaurant zelebriert Rasmus Kofoed die Kochkunst auf höchstem Niveau.

Spitzbübisch lächelnd steigt Spitzenkoch Rasmus Kofoed im 8. Stock aus dem Aufzug, schlendert in sein Restaurant und wirkt dennoch zurückhaltend, beinahe schüchtern. So, als ob er gedanklich schon jetzt die einzelnen Arbeitsschritte in der Küche durchgeht – und genau diese Konzentration aufs Wesentliche wird man seinen High End-Gerichten im Menü später auch anmerken. Oben angekommen ist Rasmus Kofoed mit dem Geranium schon seit einigen Jahren. Sowohl was die Lage des Restaurants unter dem Dach des Parken, Dänemarks Nationalstadion, angeht, als auch symbolisch im Drei-Sterne-Himmel des Guide Michelin. Ein vorgezeichneter Weg, konnte Kofoed 2011 doch bereits den renommierten Kochwettbewerb Bocuse d´Or gewinnen.

Geranium Rasmus Kofoed
Rasmus Kofoed

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Der zeitlos elegante Gastraum des Geraniums ist lichtdurchflutet, punktet zudem mit weitem Blick über den Fælled-Park, der die Aufmerksamkeit allerdings nur zu Beginn des Restaurantbesuchs auf sich ziehen kann. Die Hauptrolle übernehmen bald schon Rasmus Kofoed, sein behändes Team und die filigranen Speisen, die sie in der offenen Anrichteküche zubereiten. Allesamt kleine kulinarische Kunstwerke und fast zu schade, um sie überhaupt mit Messer und Gabel attackieren zu wollen. Modern sind seine Gerichte, immer leicht und vom Feinsten, was Zubereitung und Zutaten angeht. Die nötige Inspiration dafür findet Kofoed in der dänischen Natur, die er seit seiner Kindheit und gerne in bester Gesellschaft – damals als Sohn, heute als Vater – emsig durchstreift.

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Rasmus Kofoed in der Küche, Natur auf dem Teller

Das Menü im Geranium

So erfreuen sich die in Dänemark heimischen Walnüsse, Messermuscheln, Schnecken-Kaviar und gegrillte Hummer schon zu Beginn des 20-gängigen Menüs des besonderen Treatments durch Dänemarks besten Koch. Bei den detailreichen Hauptgerichten dominieren in den kühleren Monaten Fisch und edle Meeresfrüchte aus skandinavischen Gewässern sowie allerlei saisonales Gemüse der Region, bis eine mit Pinien und Birne aromatisierte Wildente den brillanten Schlusspunkt hinter die Hauptspeisen setzt. Abgerundet von einigen Dessertgängen beendet ein goldlackierter Lakritz-Erdnuss-Totenschädel namens „The End“ das Menü und liefert ein letztes fotogenes Motiv. Ein viel zu frühes Ende nach diesem grandiosen Menü und der passenden Weinbegleitung, möchte man meinen – die Erinnerung daran wird aber zweifelsohne bleiben.

geranium

Nach all der dargebotenen kulinarischen Kunst verwundert es freilich nicht, dass das Geranium aktuell auf Platz fünf der World´s 50 Best Restaurants rangiert und damit lange schon kein dänischer Geheimtipp mehr ist. Derartiger Erfolg auf der vielbeachteten Rangliste garantiert das Interesse von Gourmets aus aller Welt sowie stets vollbesetzte Tische unter dem Dach des Stadions. Und wahrscheinlich ist es auch nur eine Frage der Zeit, bis das Geranium auch auf dieser Liste noch weiter oben ankommt.

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Weitere Impressionen aus dem Geranium in Kopenhagen


Rasmus Kofoed Geranium




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derk hoberg und rasmus kofoed
Derk Hoberg (li.) traf Rasmus Kofoed im Geranium