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Viel oder wenig essen zum Frühstück?

Wer Abnehmen will, sollte lieber zum Frühstück mehr essen, als zu einer anderen Mahlzeit. Diese Ansicht ist heute noch weit verbreitet. Forscher von des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin widerlegen diese These, gestützt durch eine Studie zum Thema Frühstück und Abnehmen.

Beim Frühstück scheiden sich die Ernährungs-Geister. Während die einen kräftig zulangen, um Energie für den Tag zu tanken, kriegen die anderen keinen Bissen hinunter. Je nachdem, ob man viel oder wenig frühstückt, kann man auch zu- oder abnehmen.

Wer Gewicht verlieren wollte, bekam lange den Tipp, gut zu frühstücken, um im weiteren Tagesverlauf weniger essen zu müssen. Damit taten sich die Frühstücksverweigerer schwer. Wie Forscher des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ) in Weihenstephan herausgefunden haben, spielt das Frühstück tatsächlich eine gewichtige Rolle beim Abnehmen. Aber eine ganz andere, als bisher angenommen wurde.

Abnehmen ohne Frühstück

Denn wer abnehmen will, sollte auf ein zu reichhaltiges Frühstück besser verzichten. Ein opulentes Frühstück macht nicht wie vielfach angenommen länger satt, sondern erhöht nur die Kalorienbilanz.

Zu diesem Ergebnis kommen die bayrischen Forscher um Volker Schusdziarra, nachdem sie eine Studie mit 300 Freiwilligen ausgewertet haben und widerlegen damit das Ergebnis früherer Untersuchungen, bei denen davon ausgegangen wurde, dass ein reichhaltiges Frühstück dazu führt, dass man im Laufe des Tages bei den anderen Mahlzeiten weniger isst und damit auch weniger Kalorien aufnimmt.

Für die Studie mussten die 300 Teilnehmer ihre Essensgewohnheiten dokumentieren und festhalten, wann, was und wie viel sie zu sich genommen haben. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Frühstücksgewohnheiten vieler Probanden stark variierten. An einigen Tagen griffen sie beim Frühstück kräftig zu, an anderen verzichteten sie komplett darauf. Doch egal wie viel sie zum Frühstück aßen, die darauf folgende Mahlzeit wurde von der Frühstücksmenge nicht beeinflusst.

Ein großes Frühstück verschlechtert die Kalorienbilanz

Insofern war der logische Schluss, dass das Frühstück die Kalorienbilanz des Tages beeinflusst und nicht beim Abnehmen hilft. Wer morgens also ein Frühstück mit 400kcal zu sich nimmt, erhöht seine Kalorienbilanz um eben diese 400kcal. Frühstückt man nichts, bleibt die Kalorienbilanz niedrig. Dieser Effekt ist unabhängig vom Körpergewicht, sagt Schusdziarra: „Es ist sowohl bei Schlanken als auch bei Übergewichtigen so: Je mehr Kalorien sie zum Frühstück essen, desto mehr steigt die Kalorienmenge am gesamten Tag.“

Mit diesem Ergebnis wollen die Wissenschaftler ältere Untersuchungen widerlegen, nach denen ein opulentes Frühstück die Gesamtzahl der Kalorien pro Tag reduziert. Denn diese älteren Studien sollen nur das Verhältnis von Frühstückskalorien zur Gesamtkalorienaufnahme eines Tages untersucht haben. Dabei wurde die Gesamtkalorienzahl nicht berücksichtigt.

Wer abnehmen will, braucht sich nicht zum Frühstück zu zwingen. Es kommt eben nur auf die Gesamtkalorienmenge an. Wer auf das Frühstück nicht verzichten will, muss eben beim Mittag- und Abendessen die Kalorien einsparen.

Volker Schusdziarra (Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin) et al: Nutrition Journal, doi: 10.1186/1475-2891-10-5

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team