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Ein ruhiges Plätzchen - Weihnachtsgebäck für Allergiker wrw / pixelio.de

Ein ruhiges Plätzchen - Weihnachtsgebäck für Allergiker

Bis zu fünf Prozent aller Deutschen haben Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die sich durch Schwellungen, Ausschlag, Übelkeit oder Schlimmeres äußern können. Gerade dann, wenn Weihnachten vor der Tür steht und die Luft von Plätzchenduft erfüllt ist, nagt an ihnen oft die Ungewissheit: Welche der Köstlichkeiten darf ich essen? Sollte ich nicht lieber selbst backen, um sicher zu gehen? Aber was? worlds of food hat sich umgesehen.

Allergien sind auf dem Vormarsch in Deutschland. 20 Millionen Deutsche, schätzen Experten, leiden mittlerweile an Heuschnupfen, Asthma, Tierhaar-, Metall- und anderen Unverträglichkeiten. Dazu gehören auch Allergien gegen Nahrungsmittel, die häufig bei Neurodermitikern auftreten. Bis zu drei Prozent der Erwachsenen sind gegen diverse Nahrungsmittel allergisch, bei Kindern könnten es bis zu zehn Prozent sein. Kuhmilch, Eier, Schalen- und Hülsenfrüchte, oder auch die immer stärker in den Fokus gerückte Glutenunverträglichkeit  Zöliakie (Gluten ist ein Klebereiweiß, das in fast allen Getreidesorten vorkommt) machen vielen Allergikern das Leben schwer.

Es gibt aber auch gute Nachrichten

Viele Allergien verschwinden im Laufe der Kindheit oder in der Pubertät, oder schwächen sich zumindest stark ab. Darüber hinaus ist der Staat auf das Problem aufmerksam geworden: Für die „Hauptallergene“, also die Lebensmittel, die am häufigsten allergische Reaktionen auslösen, besteht Kennzeichnungspflicht. Sie müssen also bei  den Zutaten angegeben werden, selbst wenn sie nur in minimalen Mengen verwendet werden. Zu diesen Hauptallergenen gehören unter anderem Fisch, Eier, Gluten, Erdnüsse, Sellerie und Milch bzw. Laktose.

Auch die Hersteller bieten immer mehr Produktlinien an, die speziell für Allergiker geeignet sind. Supermärkte haben besondere Regale für glutenfreie Waren, und auch in Reformhäusern oder Bio-Supermärkten wird man schnell fündig.

Adventszeit ist Plätzchenzeit

Aber was tun, wenn man in den Wochen vor Weihnachten von Freunden, Verwandten und auf Weihnachtsmärkten mit Stollen, Keksen und Plätzchen bombardiert wird? Ein Patentrezept gibt es für solche Fälle leider nicht, schließlich sind bei jedem Allergiker andere Allergien in verschiedenem Ausmaß vorhanden. Also auf jeden Fall nachfragen, was die Zutaten eines gewünschten Produktes angeht. Ein „normaler Mürbeteig“ kann zum Beispiel sowohl mit, als auch ohne Hühnerei zubereitet werden. Genauso sieht es mit Zutaten aus, die nur zur Deko verwendet werden, also etwa geriebene Nüsse oder eine Glasur aus Eigelb. Man kann sich auch selbst darüber informieren, in welchen Plätzchen normalerweise Eier oder Nüsse verarbeitet werden, aber eine Garantie für den Stand auf dem Weihnachtsmarkt ist das natürlich nicht. In solchen Fällen sollte man sich lieber vorsichtig sein.

Dann lieber selbst backen!

Warum also nicht selbst zur Küchenmaschine greifen und nach Lust und Laune eigenes Gebäck aus dem Ofen zaubern? So kann man sicher sein, dass keine unerwünschten Zutaten den Weg in den Teig finden – und Spaß macht es obendrein auch.

Es gibt mittlerweile zahlreiche Internetseiten, auf denen Privatpersonen ihre Lieblingsrezepte tauschen und kommentieren. Hier kann man sich inspirieren lassen und auch speziell nach Rezepten suchen, die ohne bestimmte Zutaten zubereitet werden.

Die meisten Lebensmittel lassen sich ersetzen

Wer nun partout nicht auf sein Lieblingsgebäck verzichten will, aber auf die eine oder andere Zutat allergisch reagiert, kann sie möglicherweise durch andere Lebensmittel ersetzen, ohne beim Geschmack größere Einbußen machen zu müssen.

Ei-Ersatz
Als Ei-Ersatz gibt es mittlerweile spezielle Produkte in Reformhäusern oder im Internet zu kaufen, etwa von 3 Pauly oder Orgran. Je nach Funktion können Eier auch durch andere, unkomplizierte Zutaten ersetzt oder sogar weggelassen werden.

Gluten-Ersatz
Gluten ist in Weizen- und Dinkelmehl enthalten, die für fast jedes Rezept gebraucht werden. Es gibt aber auch Mehl aus Reis, Mais, Kartoffeln oder anderen Lebensmitteln, das verwendet werden kann. Hier muss eventuell noch ein Bindemittel hinzugefügt oder die Menge leicht verändert werden.

Ersatz Ersatz für Milch, Zucker, Schokolade
Kuhmilch kann durch Ziegen- oder Sojamilch ersetzt werden. Honig ist für weihnachtliche Leckereien ein ebenso gutes Süßungsmittel wie Zucker.  Bei Nüssen oder Schokolade kann auf eine andere, verträglichere Sorte ausgewichen werden. Gerade bei Schokolade sollte man darauf achten, dass viele Sorten Spuren von Nüssen enthalten.

Fazit: Es ist einen Versuch wert

Insgesamt gilt: Probieren geht über Studieren.  Dabei darf man ruhig kreativ sein, während man mit Knethaken und Backblech hantiert. Vielleicht sind ein paar Anläufe nötig, aber das Endergebnis wird es mit dem „herkömmlichen“ Gebäck durchaus aufnehmen können.

Wer sich anhand der Fülle von Möglichkeiten etwas verloren vorkommt, muss aber nicht verzweifeln. Beraten lassen kann man sich in vielen Internetforen für und von Allergikern. Kochbücher für Allergiker sind im gut sortierten Buchladen inzwischen auch zu bekommen, und anfangs tut es ja auch die glutenfreie Backmischung aus dem Bio-Supermarkt. Na dann: Guten Appetit!

Vorschläge für leckeres Weihnachtsgebäck gibt es übrigens hier, inklusive der Kalorienanzahl der jeweiligen Köstlichkeiten. Aber zur Weihnachtszeit muss man es mit dem Kalorienzählen ja nicht übertreiben und kann sich auch einmal etwas gönnen –  wenn man danach wieder auf ausgewogene Ernährung achtet.
Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team