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Die Weltmeisterschaft der Bier-Sommeliers

Vom 8. – 10. April hat in Anif bei Salzburg die „Zweite Weltmeisterschaft der Sommeliers für Biere“ stattgefunden. Nachfolger des Gewinners von 2009, Karl Schiffner, wurde Sebastian Priller-Riegele aus Augsburg.

Von Weinsommeliers hat bestimmt jeder schon einmal gehört. Beim Bier sieht das etwas anders aus. Dabei ist es doch eigentlich gar nicht so abwegig, dass es, wie beim Wein, auch eine besondere Bierkennerschaft gibt. Das Hauptziel der Bierkenner ist es, die Wertigkeit des Produktes Bier nachhaltig zu verbessern. Biersommeliers verfügen über ein fundiertes Wissen rund ums Bier. Von der Geschichte über die Herstellung, Arten- und Sortenvielfalt, den Ausschank, die Sensorik, die Menübegleitung bis hin zu rechtlichen und finanztechnischen Bestimmungen. In der Praxis sind Biersommeliers beispielsweise in der Gastronomie tätig. Sie informieren Gäste über den Bierherstellungsprozess, die richtige Auswahl zu verschiedenen Gerichten und die positiven gesundheitlichen Auswirkungen  von Bier. Außerdem sind Biersommeliers verantwortlich für die Bierqualität und die optimale Präsentation des Biers. Biersommeliers beraten Köche beim Kochen von Biergerichten, erstellen die Bierkarte und organisieren den Biereinkauf.

2004 schlossen die ersten 15 Teilnehmer den Kurs zum Diplom-Biersommelier erfolgreich ab. Ins Leben gerufen wurde die Ausbildung von Dipl.-Ing. Axel Kiesbye, Braumeister der Trumer Privatbrauerei Josef Sigl und der Doemens Akademie. Im Jahr darauf wurde der Absolventenverband „Verband der Diplom-Biersommeliers“ gegründet. Momentan gibt es auf der Welt rund 500 ausgebildete Biersommeliers. Für die Zukunft sind die Herausgabe eines eigenen Biersommelierbuches und die Einführung einer Biersommelierkleidung geplant. Des Weiteren soll die Biersommelierausbildung weiter internationalisiert werden. Zum Beispiel in der Schweiz, den Niederlanden, der USA, in Dänemark, Skandinavien und Spanien.
Und nun fand schon zum zweiten Mal die Weltmeisterschaft für Biersommeliers statt. Ein Vorlauf, zwei Hoffnungsläufe, das Finale und zwanzig Biere zur Verkostung. Dieser Herausforderung stellten sich am vergangenen Wochenende 50 Biersommeliers aus sechs Nationen (Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Tschechien und Brasilien). Voraussetzung für die Teilnahme: eine Ausbildung zum Biersommelier an der Doemens Academy, dem Initiator der WM, oder eine Mitgliedschaft in der Sommelier Union.

Die Vorrunde der „Weltmeisterschaft der Sommeliers für Biere“

In der Vorrunde hatten die Teilnehmer drei Aufgaben zu bewältigen. Zunächst mussten die Sommeliers in einem Multiple Choice Test ihr Wissen zu allen Themen, über die ein Sommelier im Zusammenhang mit dem Thema Bier Bescheid wissen sollte, unter Beweise stellen. Die zweite Aufgabe bestand darin, Biere zu verkosten und diverse Flavours (Geschmäcke) zu erkennen. Im letzten Teil ging es für die Biersommeliers darum, Biertypen zu erkennen, zu beschreiben und damit ihr Spezialistentum zu untermalen. Im Vorlauf qualifizierten sich bereits drei der Teilnehmer für das Finale. Die direkte Qualifikation schafften Markus Berberich, Hermann Schnierle und mit deutlichem Vorsprung der spätere Weltmeister Sebastian Priller-Riegele.

Die Hoffnungsläufe der Biersommelier-Weltmeisterschaft  

In den beiden Hoffnungsläufen wurden die restlichen drei Startplätze für das Finale vergeben. Im ersten Hoffnungslauf mussten die Sommeliers durch Verkostung einen Biertyp erkennen, die Besonderheiten des Biers beschreiben und passende Speisen dazu empfehlen. Kurzum: ihr komplettes Wissen zu dem entsprechenden Bier auspacken. Im zweiten Hoffnungslauf ging es für die Biersommeliers um ein Thema aus den Bereichen Gastronomie, Speisen, Bier und Genuss. Neben den drei Teilnehmern aus dem Vorlauf qualifizierten sich in den Hoffnungsläufen Matthias Gassner, Fabio Nalini und Jan Czerny für das Finale.

Das Finale der Biersommelier-Weltmeisterschaft

Im Finale stellten sich die sechs Teilnehmer einer hochkarätig besetzten siebenköpfigen Fachjury, allesamt aus dem Bereich des Brauwesens und der Fachpresse. Auch der Titelverteidiger und erste Weltmeister der Biersommeliere, Karl Schiffner, war vertreten.

Sechs verschiedene Biere wurden je einem der Finalisten zugelost, der dieses Bier der Jury und dem Publikum vorzustellen hatte. Die Sommeliers beurteilten zunächst das Bier aufgrund der Informationen, die ihnen das Etikett lieferte. Die Prognosen galt es dann zu bestätigen. Nach dem Öffnen der Flaschen wurden die Jurymitglieder von den Teilnehmern jeweils mit dem entsprechenden Bier versorgt. Der Biersommelier beurteilte dann die Farbe des Biers, den Geruch und den Geschmack. Dazu gab es Empfehlungen zu welchen Speisen und zu welchem Anlass sich das Bier am besten eignet. Dabei spielte auch die Art und Weise der Präsentation eine Rolle.

Die vorgestellten Biere

Sebastian Priller-Riegele präsentierte die Bierrarität „Brewers Reserve“ der englischen Brauerei Fullers. Ein Bier der Kategorie „Strong, old Ale“. Markus Berberich stellte die teuerste Bierspezialität „Samuel Adams Utopias“ vor. Fabio Nalini hatte es mit einem „Barley Wine“ zu tun. Jan Czerny widmete sich dem „Ambrosius“ der Alpirsbacher Klosterbräu. Matthias Gassner stellte ein typisches „Dark, strong Ale – Belgium style“ vor.

And the winner is…

Durch eine fachlich perfekte Präsentation und eine emotionale Bierverkostung überzeugte Sebastian Priller-Riegele die Jury voll und ganz. Damit ist der Augsburger neuer Biersommelier-Weltmeister und ein würdiger Nachfolger von Karl Schiffner. Priller-Riegele hatte sich in einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Fabio Nalini aus Italien durchgesetzt, der sich letztlich den Vize-Titel holte. Dritter wurde Markus Berberich aus Stralsund. Die weiteren Plätze gingen an Hermann Schnierle aus Augsburg, Jan Czerny aus der Schweiz und Matthias Gassner aus Österreich.

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Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team