Apps, die die Welt nicht braucht – Abnehmen mit Smartphone-Hilfe www.istockphoto.com/Jeff Nagy

Apps, die die Welt nicht braucht – Abnehmen mit Smartphone-Hilfe

Die Suche nach Apps ist immer wieder erheiternd. Inmitten zwischen sinnvollen und nützlichen Anwendungen liegen sie versteckt – die schwachsinnigen Apps. Die, bei denen man mehrfach überlegt, ob der Entwickler eigentlich weiß, was er da getan hat. Hier eine Auswahl der Kategorie Abnehmen.

Wunderbare Erfindungen diese Abnehm-Apps! Allerdings versprechen einige Apps viel und halten wenig. Wer abnehmen will, sollte das lieber mit Hilfe „normaler“ Methoden probieren – gesunde Ernährung und Sport. Wer dennoch sein Smartphone als Ernährungstrainer nutzen will, sollte wenigstens nicht auf die folgenden dubiosen Anwendungen für mobile Endgeräte zurückgreifen.

App Nr. 1: 3D BMI 2 Free
- Wahnsinn, eine App in der man sich selbst sehen kann! Einfach das eigene Körpergewicht und die Größe eintippen und schon weiß man, welche Proportionen der eigene Körper hat. Können sich Nutzer von Smartphones keinen eigenen Spiegel mehr leisten? Oder ist das nur für Smartphone-Abhängige gedacht, die sich nicht von ihrem geliebten Hightech-Gerät lösen können? Vor allem entspricht die Abbildung natürlich extrem der Realität, das versteht sich doch von selbst. Alle Menschen, die gleich groß und schwer sind, haben natürlich den gleichen Körperbau. Und die Ausgangskategorien „fett“ sowie „muskulös“ gibt es bei Frauen erst gar nicht, ebenfalls sehr realistisch. Fett und muskulös sind also nur Männer? Na klar.

App Nr. 2: body check free
- Diese sagenhafte App berechnet Body-Mass-Index, Taille-Hüft-Verhältnis, Taille-Größe-Verhältnis und Broca-Formel. Und gibt sogar ihre Meinung zum Taillenumfang des Nutzers wieder. Selbst rechnen wäre ja auch zu anstrengend. Zumal die App sehr nutzerfreundlich ist: Die Bedienfelder sind so klein, dass man sie kaum ausfüllen kann. Die dargestellten Figuren sehen zudem extrem realistisch aus, jederzeit könnte man die abgebildeten Personen auf der Straße treffen.

App Nr. 3: GuteGefuehle
- „Und dein Körper wird schwerer und noch schwerer. Und beim nächsten Ausatmen noch entspannter.“ „Stelle dir ein Fenster vor zwischen deinen geschlossenen Augen…“ Ja, Hypnose ist doch etwas Schönes. Eine sanfte, beruhigende, aber auch irgendwie manipulative Stimme dringt aus den Kopfhörern des Smartphones und schon ist es vorbei mit aller Ernsthaftigkeit. Ja, die Hypnose soll tatsächlich beim Ziel, Pfunde zu verlieren, helfen und nicht nur der Entspannung dienen. Gut, dass die Überschrift der Startseite heißt: „Heute ist der erste Tag deines neuen Lebens“. Wenn ich doch aber gar kein neues Leben haben möchte? Sondern lediglich ein, zwei Kilo oder auch mehr abnehmen möchte? Pech gehabt! Neues Leben oder gar nichts, nicht mehr und nicht weniger. Es sei denn man, verzichtet als Nutzer dankend auf diese App.

App Nr. 4: Abnehmen!
- Super, gleich als erstes möchte diese App die intimsten Geheimnisse kennenlernen: Größe? Gewicht? Alter? Welchen Sport ich gemacht habe – sitzende Tätigkeit ist übrigens auch Sport, zählt aber nicht zum Kalorienverbrauch. Schade eigentlich. Und dann muss ich auch noch haarklein eintragen, was ich wann gegessen habe. Das gestaltet sich als ziemlich schwierig, denn wer hat schon am Morgen ausgewogen, wie schwer sein Vollkornbrot, seine Butter und sein Käse waren? Wenn man es so weit treiben muss, dann kann man doch auch gleich Zettel und Stift zu Hilfe nehmen. Und Abendessen gibt es übrigens gar nicht. Aber den Snack nach dem Abendessen. Dann snacke ich also ab jetzt nur noch.


Wer trotz oder vielleicht gerade aufgrund dieser Empfehlungen die vorgestellten Apps ausprobieren möchte, sie sind kostenlos im Android-Market abrufbar. Dort gibt es allerdings bestimmt eine Menge an Anwendungen, die um Einiges sinnvoller sind.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team