Diät-Serie: Die Atkins Diät - Wie im Schlaraffenland www.shutterstock.com/LockStockBob

Diät-Serie: Die Atkins Diät - Wie im Schlaraffenland

Die Atkins-Diät erscheint Männern wie ein wahr gewordener Traum: Fleisch in Hülle und Fülle, sogar Alkohol ist erlaubt. Kann man da überhaupt noch abnehmen? Und wenn ja, ist das überhaupt noch gesund?

Die Atkins-Diät, benannt nach ihrem Erfinder Dr. Robert Atkins, wählt einen Ansatz, der sich stark von den meisten Diäten auf dem Markt unterscheidet: Fast alles was lecker ist, soll beim Abnehmen helfen. Hört sich paradiesisch an. Fettiges Fleisch ist auf einmal kein Dickmacher mehr, sondern der Motor, den man zum Abspecken braucht. Der „Böse Bube“ ist ein ganz anderer.

Feindbild Kohlenhydrate


Das Prinzip der Atkins-Diät stützt sich auf die Annahme, dass Fett nur in Verbindung mit Kohlenhydraten für die ungeliebten Pölsterchen sorgt. Nimmt man aber nur wenig Kohlenhydrate zu sich, soll das Fett angeblich nicht ansetzen, da der Körper gezwungen wird, seinen Stoffwechsel von Kohlenhydrat- auf Fettverwertung umzustellen (Ketose).

Die Konsequenz: Kohlenhydratreiche Lebensmittel, wie Nudeln, Brot oder Kartoffeln sind laut Atkins die wahren Feinde. Sie müssen durch proteinreiche Kost (Fleisch, Fisch, Käse, Eier etc.) ersetzt werden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Atkins-Diät liegt in der Flüssigkeitsaufnahme: Wer abspecken will, muss viel trinken. Dabei ist selbst Alkohol erlaubt.
Schnelle Erfolge


Mit der Atkins-Diät soll das lästige Kalorienzählen der Vergangenheit angehören. Dass man trotz der „fleischlichen Genüsse“ schlank wird bzw. bleibt, liegt an der Sättigungswirkung der Fette und vor allem der Proteine. Das Hungergefühl stellt sich schlicht und einfach später ein als bei „normaler“ Ernährung. Dies hat zur Folge, dass man weniger Kalorien als bei einer kohlenhydratreichen Diät zu sich nimmt.

In einer Studie der Stanford University aus dem Jahr 2007 schlug sich dies in Zahlen nieder: Die Forscher verglichen mehrere Diätformen miteinander. Die Probanden, die sich laut der Atkins-Diät ernährten, nahmen tatsächlich binnen eines halben Jahres vergleichsweise am meisten ab. Allerdings ist eine Halbzeitführung nicht gleichbedeutend mit einem Sieg: In der zweiten Hälfte des Testzeitraums nahmen die Atkins-Probanden sogar wieder zu. Der durchschnittliche Gewichtsverlust lag am Ende des einjährigen Testzeitraums bei 4,5 kg. Nach einem halben Jahr waren es noch 5,9 kg gewesen.

Mangelernährung droht


Eine Gefahr bei der Atkins-Diät ist, eine Mangelversorgung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen. Diese nur in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich zu nehmen, wie Atkins empfiehlt, kann allerdings langfristig kein Weg sein. Robert Atkins selbst verstarb übrigens 2003 im Alter von 72 Jahren. Bei seinem Tod hatte er einen Body-Mass-Index von über 30…
Fazit: Für Sportler wenig sinnvoll bis gefährlich


Atkins beschrieb in seinen Büchern, dass Sport für den Erfolg seiner Diät von essentieller Wichtigkeit sei. Bedenkt man allerdings das mit der Diät einhergehende Vitamin- und Mineralstoffdefizit, wird man schnell feststellen, dass diese Form des Abspeckens vor allem für Ausdauersportler ungeeignet, ja sogar gefährlich ist.

Läufer oder Radrennfahrer etwa verlieren beim Sport wesentlich mehr Mineralstoffe als inaktive Normalbürger. Diese nehmen sie normalerweise durch eine der Belastung angepasste Ernährung wieder auf. Bei der Atkins-Diät würde ihnen also genau das fehlen, was sie für ihren Sport brauchen. Gleiches gilt für die bei Atkins nicht vorgesehenen Kohlenhydrate, die bei Athleten den Großteil der Nahrungszufuhr ausmachen. Sportler wären also schlicht und einfach nicht leistungsfähig – abgesehen davon, dass Cardiosport an sich schon fast wie eine Diät wirkt.

Aber selbst Kraftsportler, auf deren Speiseplan proteinreiche Kost einen relativ großen Teil ausmacht, würden von dieser Form der Diät kaum profitieren. Proteine sind zwar hilfreich beim Aufbau bzw. Erhalt der Muskulatur, aber auch bei ihnen würde sich der Vitaminmangel negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirken.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team