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Gesund essen für zwei

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft

Viele werdende Mütter plagt während der Schwangerschaft Unsicherheit in Bezug auf ihre Ernährung. Geht von dem bisherigen Lieblingsgericht vielleicht eine Gefahr für das Ungeborene aus? Muss jetzt mehr gegessen werden, um die Versorgung des Kindes mit wichtigen Nährstoffen zu gewährleisten? Zahlreiche gut gemeinte Ratschläge aus dem Umfeld machen die Verwirrung oftmals komplett. Dr. Susanne Fink-Tornau, Ernährungsberaterin und Ökotrophologin beim Reformwarenhersteller Natura, erklärt, mit welchen Nahrungsmitteln Schwangere die Entwicklung ihres Kindes unterstützen und was nicht auf den Speiseplan gehört.

Schädliche Lebensmittel

Generell geht von vielen unverarbeiteten Produkten eine potenzielle Gefahr für das Ungeborene aus. Sowohl roher Fisch als auch Rohmilchprodukte, wie Weichkäse oder unbehandelte Milch, enthalten manchmal sogenannte Listerien. Infiziert sich das Baby mit diesen Bakterien, kann das zu einer Frühgeburt führen. Gegarter Fisch und pasteurisierte Milch stellen jedoch keine Bedrohung dar. „Bei rohem Fleisch, wie zum Beispiel Mett, Salami oder Tatar, ist ebenfalls Vorsicht geboten. In ihm können Toxoplasmose-Erreger vorkommen, die sich negativ auf die Entwicklung des Gehirns des Säuglings auswirken“, warnt die Expertin. Auch weich gekochte sowie rohe Eier gehören während der Schwangerschaft nicht auf den Speiseplan, denn sie lösen im schlimmsten Fall eine Salmonelleninfektion aus. Selbst wenn normalerweise nur die Mutter infiziert wird, führt ihre anhaltende Übelkeit zu einer möglichen Unterversorgung des Babys. Allgemein bekannt, aber trotzdem wichtig: Alkoholkonsum. Bereits geringe Mengen stören das Zellwachstum des Kindes und beeinflussen seine Entwicklung negativ.

Entwicklungsfördernde Nahrung

Anders als oftmals angenommen, brauchen Frauen während der neun Monate nicht für zwei zu essen. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten stellt eine gute Basis für einen gesunden Schwangerschaftsverlauf dar. „Von einigen Nährstoffen benötigen Schwangere jedoch eine Extraportion. Zu diesen zählt das Vitamin Folsäure, das der Entwicklung des Neuralrohrs des Ungeborenen dient. Bei einem Mangel droht dem Kind ein offener Rücken. Blattgemüse, Hülsenfrüchte oder auch spezielle Nahrungsergänzungsmittel decken den erhöhten Bedarf“, erklärt Dr. Fink-Tornau. Jod benötigt der Körper der Mutter während der Schwangerschaft ebenfalls in größeren Mengen. Es zeigt sich verantwortlich für die Produktion von Schilddrüsenhormonen, die sich auf das Wachstum und die Entwicklung des Säuglings auswirken. Sowohl Fisch als auch Milchprodukte und jodiertes Speisesalz enthalten den Nährstoff.

Da werdende Mütter häufig unter Verstopfung leiden, sollten sie außerdem genügend Ballaststoffe zu sich nehmen, die die Verdauung anregen. Zu diesem Zweck eignen sich Vollkornprodukte, Haferflocken oder Hülsenfrüchte sowie fein vermahlene Flohsamenschalen, beispielsweise aus dem Reformhaus. Zu guter Letzt offenbart die Natura-Expertin noch einen Geheimtipp: „Viele wissen nicht, dass sich eine Extra-Unterstützung der Darmflora mittels einer speziellen Kur während der Schwangerschaft anbietet. Denn dies wirkt sich einerseits positiv auf die Verdauung aus und versorgt andererseits auch den weiblichen Intimbereich mit Milchsäurebakterien. Diese Bakterien gehen während der Geburt auf den Säugling über, bauen seine Darmflora auf und ermöglichen ihm einen guten Start ins Leben.“

Lebensmittel während der Schwangerschaft: Dos und Don'ts

Es gibt eine Reihe von Lebensmitteln, die besonders viele gute Nährstoffe enthalten und daher für werdende Mütter und das Ungeborene sehr empfehlenswert sind. Auf der anderen Seite sollten manche Produkte sicherheitshalber gemieden werden, weil sie unter Umständen Risiken in sich bergen könnten.

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Wichtiger Hinweis: Sämtliche Abweichungen von einer herkömmlichen gesunden Ernährungsweise, sei es in Art oder Menge, müssen grundsätzlich immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden!

Besondere Vorsicht beim Auftreten von Schwangerschaftsdiabetes

Zu den wohl bekanntesten Komplikationen in der Zeit vor der Geburt gehört der sogenannte "Schwangerschaftsdiabetes". Durch die hier vorübergehend vorliegende Störung des Zuckerstoffwechsels können sich zum Teil erhebliche Risiken für das ungeborene Kind ergeben. Die engmaschige Überwachung durch einen Facharzt und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen helfen hier aber dabei, schwerwiegende Probleme und Gefahren zu verhindern. Von Bedeutung ist weiterhin prinzipiell auch die Umstellung der Ernährung auf Vollkornprodukte und der Verzicht auf den Verzehr sehr fett- und zuckerhaltiger Nahrungsmittel. Besser geeignet sind mageres Fleisch, Gemüse und bestimmten Obstsorten. Experten wie Frauenärzte oder Ernährungswissenschaftler können hier viele nützliche Hinweise geben und helfen, bei der Ernährung während der Schwangerschaft keine Fehler zu machen. Ein guter Tipp kann es zum Beispiel sein, Naturjoghurt zusammen mit Obst (etwa Pfirsichstücken) zu verzehren und auf den in gesüßten Produkten enthaltenen Zucker zu verzichten. Wichtig ist es zudem, beim Vorliegen eines Schwangerschaftsdiabetes nie reine Fruchtsäfte zu trinken, sondern diese stets mit ausreichend Wasser zu verdünnen. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache begründet, dass Fruchtsäfte viel Fruktose enthalten können, die es - wie alle Arten von Zucker - zu vermeiden gilt. Allerdings - und das ist wichtig! - sollten sämtliche geplanten Ernährungsmaßnahmen auch hier mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Weitere Informationen sind in diesem kostenlosen Ernährungsratgeber für Mütter und Babys zu finden.
 

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