London Calling – Kulinarische Highlights an der Themse Derk Hoberg -- Monica Galetti in ihrem Restaurant "Mere"
Auf kulinarischer Entdeckungstour durch London

London Calling – Kulinarische Highlights an der Themse

Die britische Hauptstadt London ist einer der großen Touristenmagneten Europas und als Wirtschaftsmetropole trotz Brexit nach wie vor ein gefragter Standort. Doch auch kulinarisch ist die Stadt längst in der Weltspitze angekommen und setzt Standards. Wir haben einige kulinarische und andere Tipps für einige schöne Tage in London zusammengestellt.

Unbestritten, London hat für Touristen einiges zu bieten. Die Klassiker unter den Sehenswürdigkeiten – Tower Bridge, Buckingham Palace und Westminster Abbey – sind allseits bekannt, seien an dieser Stelle deshalb auch nur kurz erwähnt. Längst hat sich in dieser multikulturellen Stadt eine Restaurant-Szene und kulinarische Vielfalt entwickelt, die ihresgleichen in Europa sucht und die wir uns einmal näher betrachtet haben.

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Food Markets in London

Besonders deutlich wird diese Vielfalt schon auf den verschiedenen Food-Märkten der Stadt, die eine große Auswahl an Speisen aus aller Welt anbieten. Exemplarisch sei hier zunächst der berühmte Borough Market, auf der Südseite der London Bridge gelegen, genannt. Während der Borough Market, zunächst als Gemüse- und auch als Feinkostmarkt bekannt wurde, beheimatet er heute noch dazu zahlreiche internationale Essensstände in seiner unmittelbaren Umgebung. Es ist einer der ältesten Märkte Londons überhaupt – seit dem 13. Jahrhundert befindet sich der Markt hier – und dient heute auch als Drehort für Blockbuster wie Bridget Jones oder Harry Potter-Filme.

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Angeboten wird hier alles, was das Herz begehrt. Von erlesenen Käsesorten und Austern über beste spanische Schinken bis hin zu frischem Bio-Gemüse und Obst bleiben keine Wünsche offen. Wer die deutsche Bratwurst schon vermisst, wird auf dem kleineren Teil des Markts bei den internationalen Essenständen fündig. Wir empfehlen allerdings, sich dort lieber um die Welt zu essen, zu äthiopischen, thailändischen indischen oder auch schottischen Spezialitäten zu greifen, anstelle doch wieder nur das Altbekannte zu nehmen. Ähnlich vielseitig wie auf dem Borough Market geht es übrigens im bunt-alternativen Camden Market zu. Nach Herzenslust kann man sich von Venezuela über Kolumbien bis hinauf nach Mexiko oder durch asiatische oder europäische Küchen schlemmen und sich so entweder von der Shopping-Tour in den vielen Shops dort erholen oder sich dafür stärken.

Eine Sinnesreise durch China – mitten in London

Wer sich nicht in der Schlange am berühmten Gleis 9 ¾ in der King´s Cross Station die Füße platt stehen, sondern sich stattdessen lieber auf einer ausgiebigen Reise durch Chinas Küchenvielfalt zauberhaft verwöhnen lassen möchte, der sollte einen Tisch in Andrew Wongs Sterne-Restaurant „A.Wong in Viktoria buchen. Nicht ohne Grund starten wir mit dem Sohn chinesischer Einwanderer in die Fine Dining-Tipps hier, schließlich hat er uns bei unserem Besuch in London mit seiner Küche am meisten beeindruckt. In seiner kleinen Küche, die zwar den typischen Garküchen ob ihres Geräuschpegel und der dichten Dampfwolken durchaus ähnelt, wird die traditionelle chinesische Küche auf höchstem Niveau weiterentwickelt und verfeinert.

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Andrew Wong (li.) am Pass

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Geschmorte Abalone mit Shitake Pilzen und Seegurke (li.) und frittierte gezogene Nudeln von Andrew Wong

Zu zeigen, wie vielfältig diese ist, ist das Anliegen des 36-jährigen Londoners, dessen wachsame Augen jeden Teller am Pass kontrollieren. Selten wird das intensive chinesische Aromenspiel dabei so fein interpretiert und solch eine gute Küche zugleich in so angenehmer Atmosphäre serviert. Gerade erst eröffnete Wong mit dem „Kym´s“ übrigens ein zweites Restaurant mit eher rustikalen Speisen in London. Ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen – weil wir nicht die Gelegenheit hatten, das Essen dort zu probieren – ist anzunehmen, dass es auch dort genauso gut schmecken wird.

Restaurant Bibendum – wo der Michelinmann zu Hause ist

derk hoberg bibendumHierzulande weit weniger bekannt aber nicht minder erwähnenswert als beispielsweise Heston Blumenthals „Dinner“, das „Ledbury“ oder das „Core“ von Clare Smyth ist das „Claude Bosi at Bibendum“ im Stadtteil Chelsea. Spektakulär ist schon das Ambiente dort, befindet sich das „Bibendum“ – benannt nach dem berühmten Michelin-Männchen – doch im alten Michelin House in der Fulham Road, das 1911 als Reifenlager, Garage und erste englische Dependenz des französischen Reifenherstellers eröffnet wurde und inzwischen sorgsam renoviert ist.

Nicht minder spektakulär als das Gebäude und die buntverglasten Fenster mit dem Namensgeber des Restaurants darauf ist aber die Küche des gebürtigen Franzosen Claude Bosi, der hier die Fäden zieht und in diesem Haus mit französischer Geschichte gewissermaßen ein Heimspiel hat. Seine Gerichte bestechen durch ihre klare Linie und die hohe Handwerkskunst, das Restaurant insgesamt mit der zuvorkommenden Gastfreundschaft, die Bosi im „Bibendum“ mit seinem Team zelebriert.

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Claude Bosis Gerichte im "Bibendum" sind nicht nur toll anzuschauen

MasterChef Monica Galetti und die „Gazelle“

Monica Galetti ist in England eine echte Berühmtheit, ist sie doch langjährige Jurorin der populären BBC-Kochshow MasterChef. Als echter Familienmensch betreibt die gebürtige Samoanerin mit ihrem Ehemann das Restaurant „Mere“, das sie zu Ehren ihrer Mutter mit diesem französischen Namen versah. Das Restaurant liegt in dem florierenden Stadtteil Fitzrovia, der auch nach einem Essen bei Galetti noch zum ausgiebigen Flanieren oder einem Besuch in eines der zahlreichen Pubs einlädt. Galettis moderne europäische Küche rückt regionales und saisonales Gemüse in den Fokus, ist fein nuanciert und überzeugt restlos. Gelernt ist eben gelernt – in diesem Falle bei Michel Roux Jr. im Zwei-Sterne-Restaurant „Le Gavroche“.

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Powerfrau Monica Galetti in ihrem "Mere"

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Rob Roy Cameron im "Gazelle at Mayfair"

Sein Wissen von früheren Stationen wie dem legendären „El Bulli“ und dem „Hoja Santa“ präsentiert Rob Roy Cameron nun seit Anfang des Jahres im „Gazelle at Mayfair“ in der Nähe des Piccadilly Circus. Und wer in den katalanischen Kaderschmieden und unter der Ägide von Albert Adria mit höheren Weihen wie dem Posten des Küchenchefs im „41°“ bedacht war, der versteht sein Handwerk nun einmal. Wie zum Beweis tischt Cameron Tintenfisch-Pasta – ja, Pasta aus Kalmar – mit Pfifferlingen, einen Kräutersalat mit Parmesanschaum und Anchovis sowie Pilze mit Knoblauch und Pinienkernaroma auf, die es allesamt in sich haben. Wer abends hier isst, nimmt noch einen Drink an der Bar, die ein Stockwerk weiter oben liegt.

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Links Galettis Brokkoli, rechts Camerons "Tintenfisch mit Pfifferlingen

Die richtige Unterkunft in London

Wer London bereist, braucht nach solch lukullischen Tagen natürlich auch noch ein Dach über dem Kopf. Die gute Nachricht: Hotels aller Preisklassen gibt es in einem Touristenmagneten wie London natürlich wie Sand am Meer. Vom weltbekannten Ritz über gehobene Ketten wie Hilton oder Mandarin Oriental bis hin zu Budget Hotels ist alles vertreten. Wer jedoch etwas Anderes als ein herkömmliches Hotel sucht, sich nach mehreren Restaurantbesuchen womöglich auch einmal selbst versorgen möchte, der sollte über die Buchung in einem der Apart´hotels wie jene von Citadines nachdenken.

„Wohnen wie in den eigenen vier Wänden“ – dieses Motto hat man sich dort zu Eigen gemacht und versucht dies bestmöglich und nach internationalen Standards umzusetzen. Angeboten werden dafür Studios und Apartments mit voll ausgestatteter Küche und großzügigen Wohnbereichen, die einerseits von zahlreichen Geschäftsreisenden genutzt werden, andererseits aber auch bei Touristen sehr beliebt sind. Fünf solcher Residenzen gibt es in London. Jede einzelne, wie auch das „Holborn Covent Garden“ (siehe Bild), zentral und in U-Bahn-Nähe gelegen und daher prädestinierter Ausgangspunkt für kulinarische und sonstige Entdeckungstouren durch London (oder andere Metropolen, schließlich betreibt das Unternehmen 120 Häuser weltweit).

citadines holborn

citadines apart

Hier finden Sie mehr Informationen über die vorgestellten Restaurants:

A.Wong: awong.co.uk

Kym´s: www.kymsrestaurant.com

Mere: mere-restaurant.com

Claude Bosi at Bibendum: bibendum.co.uk

Gazelle: gazelle-mayfair.com

Borough Market: boroughmarket.org.uk

Camden Market: camdenmarket.com

Citadines Holborn Covent Garden: www.citadines.com/de