Der Wacholderstrauch oder -baum ist ein Nadelgewächs, der zur Familie der Zypressen gehört. Es gibt weibliche und männliche Pflanzen, wobei nur die Weibchen auch Früchte tragen. Diese sitzen direkt an den Zweigen. Der Wacholderbusch steht unter strengem Naturschutz, da er aufgrund von Krankheiten und Rodung hierzulande stark gefährdet ist. Die Beeren dürfen aber frei gepflückt werden, wenn man das Glück hat, einen Busch in der Natur zu finden.
Verzehr
Auch wenn die Beeren von der Farbe und der Größe an Heidelbeeren erinnern, sollte man sie nicht direkt verzehren. Denn die Beeren sind wie auch die Nadeln leicht giftig. Bei empfindlichen Menschen kann der Kontakt mit den Nadeln allergische Reaktionen wie Rötung oder Schwellung hervorrufen. Es können sich sogar Blasen bilden. Beim Verzehr kann es neben einem beschleunigten Herzschlag und einer verstärkten Atmung ebenfalls zu Reizerscheinungen kommen. Im Extremfall drohen sogar Nieren- und Leberschäden.Damit es nicht so weit kommt, werden die Wacholderbeeren meistens getrocknet und dann entweder als Ganzes verwendet oder gemahlen. Die getrockneten Beeren verfeinern vor allem Sauerkraut und verschiedene Fleischgerichte. Ein Sauerbraten ohne Wacholderbeeren ist beispielsweise nur schwer vorstellbar. Auch viele Wildgerichte bekommen durch die getrockneten Beeren den letzten Schliff. Zerstoßene Wacholderbeeren findet man oft in Pökelmischungen, die beim Pökeln und Räuchern von Fleisch und Fisch verwendet werden. Allerdings ist Vorsicht geboten. Mehr als 8-12 Beeren je Kilogramm Fleisch sollte man nicht verwenden, da das Fleisch sonst einen seifigen Geschmack bekommen könnte. In einigen Gebieten, vor allem in der Schweiz, wird aus Wacholderbeeren vermischt mit Zucker und Wasser ein Brotaufstrich, der so genannte „Latwerge“ hergestellt.