Hannes Niederkofler
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Felix Tauber im Gespräch

Felix Tauber setzt im Brixener Gasserhof auf die Kraft der Region

Felix Tauber vom Gasserhof in St. Andrä, Brixen, steht für eine Küche, die ihre Wurzeln kennt und dennoch neugierig bleibt. Zwischen alpiner Tradition und mediterraner Leichtigkeit entsteht im Gasserhof eine kulinarische Handschrift, die nicht laut sein muss, um in Erinnerung zu bleiben. Vielleicht ist es genau das, was Südtirol so besonders macht: die Fähigkeit, das Einfache außergewöhnlich gut zu machen.

Aufgewachsen in der Region rund um Brixen, zog es ihn nach seiner Ausbildung hinaus in die gehobene Gastronomie Österreichs und Deutschlands. Doch am Ende führte ihn sein Weg zurück in die Südtiroler Berge – dorthin, wo Produkte, Landschaft und Identität eine besondere Verbindung eingehen. Heute steht Tauber als Küchenchef im Gasserhof am Herd und verbindet alpine Bodenständigkeit mit mediterranen Einflüssen. Im Gespräch erzählt er von seiner Rückkehr und den Vorzügen Südtirols.

gasserhof brixen

worlds of food: Herr Tauber, Sie sind im schönen Südtirol aufgewachsen und doch sind Sie zunächst auf Wanderschaft gegangen…

Felix Tauber: Ja, nach der Ausbildung bin ich bewusst weggegangen – nach Österreich und auch nach Deutschland. Ich wollte unterschiedliche Küchen kennenlernen, habe in der gehobenen Gastronomie gearbeitet und viele Eindrücke gesammelt. Aber irgendwann kommt man zurück. Für mich war klar: Südtirol ist einfach etwas Besonderes.

Was macht Südtirol so besonders?

Man weiß, was man hier hat. Gerade rund um Brixen hat sich in den letzten Jahren unglaublich viel entwickelt – neue Hotels, spannende Gastronomiekonzepte. Als ich 17 war, war das noch ganz anders. Heute ist die Region kulinarisch richtig stark aufgestellt.

Sie sind heute Küchenchef im Gasserhof, hoch über Brixen gelegen. Haben Sie die dortige Küche komplett neu gedacht?

Nein, die Basis war schon sehr gut. Mein Vorgänger hat viel aufgebaut. Ich habe das Konzept übernommen und in meinem Stil weiterentwickelt – etwas persönlicher gemacht, mit mehr Fokus auf regionale Produkte und mediterrane Einflüsse.

Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Regional verankert, aber offen für Einflüsse. Wir haben hier so viele großartige Produkte – die müssen im Mittelpunkt stehen. Südtirol bietet unglaublich viel: Milchprodukte, Käse, Obst, Gemüse. Klar, sie sind manchmal teurer, aber man weiß, woher sie kommen. Und das ist mir wichtig – auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Gleichzeitig bringt die mediterrane Küche Leichtigkeit und Spannung rein. Das passt einfach gut zusammen.

Was sind Ihre persönlichen Favoriten aus der Region?

Ganz klar die Käsekultur. Graukäse, Stilfser Käse – da kann man unglaublich viel damit machen. Und natürlich Gemüse: Durch das besondere Mikroklima wächst hier extrem viel in sehr guter Qualität.

Dieses Mikroklima ist tatsächlich einzigartig, oder?

Ja, total. Wenn man Richtung Bozen fährt, wird es fast schon mediterran. Aber auch schon rund um Brixen gedeihen viele Produkte hervorragend – von Äpfeln bis zu Trauben. In den Nächten ist es kühl, tagsüber dann warm. Diese Vielfalt ist ein riesiger Vorteil und ich glaube, wer nach Südtirol kommt, will genau das erleben: die Küche der Region. Natürlich kann man modern interpretieren, aber komplett in eine andere Richtung zu gehen – etwa rein asiatisch – würde hier nicht passen.

Felix Tauber

Gibt es Gerichte, die Gäste immer wieder nachfragen?

Ja, und das ist immer wieder erstaunlich. Gäste erinnern sich oft ganz genau, was sie vor ein oder zwei Jahren gegessen haben. Wenn jemand zurückkommt und sagt: „Das hätte ich gern noch einmal“, ist das das schönste Kompliment für uns.

Wie oft verändern Sie Ihre Menüs?

Die Abendkarte des Restaurants wird täglich angepasst, die Alternativgerichte wechseln alle zwei bis drei Wochen. Besonders im Frühling und Herbst passiert viel, weil dann einfach die meisten frischen Produkte verfügbar sind. Wenn ein Produkt frisch und in Topqualität ist, ist das schon die halbe Miete. Man muss es dann gar nicht mehr groß verändern.

 

Reisen Sie auch, um sich inspirieren zu lassen?

Ja, vor allem in den Zwischensaisonen. Man nimmt immer etwas mit – Techniken, Ideen, neue Perspektiven. Vieles lässt sich nicht eins zu eins umsetzen, aber es erweitert den Horizont.

Und wie wichtig ist der Austausch im Team, etwa mit dem Sommelier?

Sehr wichtig. Wir sprechen uns ab – gerade bei der Zubereitung macht es einen Unterschied, ob etwas geschmort oder gebraten ist. Am Ende geht es darum, gemeinsam das beste Erlebnis für den Gast zu schaffen.

Alle weiteren Informationen unter: gasserhof.com

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