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Zwischen Gastfreundschaft und Bürokratie

DIONYS: Wie eine neue Plattform das Eventgeschäft in Gastronomie und Hotellerie digitalisieren will

Gruppenreservierungen und Eventanfragen gehören für viele Restaurants, Hotels und Bars zu den lukrativsten Umsatzquellen, gleichzeitig zählen sie oft zu den aufwendigsten Prozessen. Telefonate, E-Mails, Excel-Listen und lange Reaktionszeiten kosten Zeit und nicht selten auch Buchungen. Genau hier setzt das Münchner Start-up DIONYS an. Hinter der Plattform stehen Daniel Simon, der mehr als 20 Jahre Erfahrung in der internationalen Hospitality-Branche mitbringt, Strategieberater Folke Mehrtens, der mehrere Jahre bei EY-Parthenon in London tätig war, Software Entwickler Gregor Matte sowie Vincent Kerger und Ekkehard Bay, die als Gründer des erfolgreichen Cocktail Festivals umfangreiche Erfahrung im Eventbereich gesammelt haben. Gemeinsam wollen sie die Buchung von Gruppen- und Firmenevents so einfach machen wie eine Hotelreservierung. Im Interview erklärt Co-Founder Daniel Simon, warum die Branche dringend digitalere Prozesse braucht, weshalb KI dabei nicht den Menschen ersetzt und welches ungenutzte Potenzial viele Betriebe noch verschenken.

Herr Simon, wie entstand die Idee zu DIONYS?

Eigentlich aus einer ganz alltäglichen Erfahrung. Ich wollte ein Teamdinner für rund zwanzig Personen organisieren. Was einfach hätte sein sollen, entwickelte sich zu einer kleinen Odyssee: Telefonate, unbeantwortete E-Mails und mehrere Tage Wartezeit: am Ende kam keine Buchung zustande. Dabei wurde mir klar: Während Einzelreservierungen längst digital funktionieren, laufen Gruppenanfragen vielerorts noch erstaunlich analog. Genau dieses Problem wollten wir lösen.

Was macht Ihr Gründerteam dabei so besonders?

Wir kommen alle aus unterschiedlichen Bereichen, die sich perfekt ergänzen. Ich selbst kenne die Hospitality-Branche seit über zwei Jahrzehnten aus Unternehmen wie OpenTable und Accor. Folke Mehrtens bringt seine Strategie- und Softwareexpertise aus seiner Zeit bei EY-Parthenon in London ein. Gregor Matte ist erfolgreicher Software Entwickler und Vincent Kerger und Ekkehard Bay haben mit dem Cocktail Festival bewiesen, wie man große Events erfolgreich organisiert und vermarktet. Diese Mischung aus Technologie, Event-Know-how und operativer Gastronomie ist unsere größte Stärke.

DIONYS TEAM
DIONYS Team

Warum sind Gruppenanfragen für viele Betriebe bis heute so aufwendig?

Weil sie deutlich komplexer sind als eine klassische Tischreservierung. Menüwünsche, Allergien, Budgets, Raumgrößen oder Anzahlungen werden häufig noch manuell per E-Mail verwaltet. Gleichzeitig erwarten Gäste heute dieselbe Geschwindigkeit wie bei einer Hotel- oder Flugbuchung. Genau hier entsteht eine enorme Lücke zwischen Erwartung und Realität.

Sie vergleichen DIONYS häufig mit Airbnb. Warum?

Airbnb hat gezeigt, dass ungenutzte Flächen plötzlich zu einem Geschäftsmodell werden können. Genau dieses Prinzip übertragen wir auf Restaurants, Hotels und Eventlocations. Viele verfügen über Räume oder Zeitfenster, die regelmäßig leer stehen – etwa Private Dining Rooms, Lounges oder Konferenzräume. Mit DIONYS können diese gezielt für Firmenveranstaltungen, private Feiern oder Business-Events vermarktet werden.

Wo verlieren Betriebe heute am meisten Umsatz?

Vor allem durch nicht beantwortete Anfragen. Eine Gruppenanfrage landet im falschen Postfach oder geht im Tagesgeschäft unter und der Gast bucht woanders. Gleichzeitig wird das Potenzial für Zusatzverkäufe oft nicht genutzt. Wer eine Weihnachtsfeier plant, interessiert sich häufig auch für einen Sektempfang, eine Weinbegleitung oder ein besonderes Menü. Werden diese Angebote zum richtigen Zeitpunkt gemacht, profitieren beide Seiten.

Wie läuft der Prozess bei DIONYS konkret ab?
Ein Nutzer gibt Anlass, Personenanzahl, Budget und Bedürfnisse ein. Die Plattform matcht in Echtzeit passende Locations. Betriebe erhalten eine vorqualifizierte Anfrage, Gäste schnell konkrete Optionen, statt Tage des Wartens.

Welche Rolle spielt dabei Künstliche Intelligenz?

KI übernimmt bei uns die Routinearbeiten: Verfügbarkeiten prüfen, Angebote erstellen, Informationen zu Allergien oder Ernährungsformen erfassen oder Erinnerungen verschicken. Das spart den Teams viel Zeit. Der persönliche Kontakt bleibt dort, wo Gastfreundschaft entsteht bei der Beratung, beim Empfang und beim eigentlichen Event. Technologie soll Menschen nicht ersetzen, sondern ihnen Freiräume schaffen.

Welche Entwicklungen beobachten Sie aktuell im Hospitality-Markt?

Nach der Pandemie erleben wir eine neue Wertschätzung für persönliche Begegnungen. Unternehmen investieren wieder bewusst in Team-Events und gemeinsame Erlebnisse. Gleichzeitig steigen die Ansprüche der Gäste. Vegane oder vegetarische Angebote sowie der professionelle Umgang mit Allergien sind längst selbstverständlich geworden. Hinzu kommt der Wunsch nach außergewöhnlichen Locations: 5ob Rooftop-Bar, Boutiquehotel oder Weinkeller.

Wo sehen Sie das größte Potenzial für Restaurants und Hotels?

Viele Betriebe unterschätzen den Wert ihrer bestehenden Flächen. Ein Veranstaltungsraum, der am Wochenende leer steht, oder eine Lounge, die tagsüber kaum genutzt wird, kann zusätzliche Umsätze generieren, ohne dass hohe Investitionen nötig sind. Unser Ziel ist es, diesen Markt transparenter und einfacher zugänglich zu machen. Wer seine Eventflächen professionell vermarktet, erschließt einen nachhaltigen Wachstumskanal und kann gleichzeitig seinen Gästen ein deutlich besseres Buchungserlebnis bieten.

Weitere Informationen finden Sie hier: dionys.ai

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