Avocado – Lagerung, Reife, Nährwert und Verwendung der Frucht Gerd Metzner/Raufeld
Essen und Trinken

Avocado – Lagerung, Reife, Nährwert und Verwendung der Frucht

Haben Sie sich nicht auch schon einmal gefragt, wie wohl die Pflanze aussieht, an der die dickbauchige Avocado gedeiht? Wir kennen sie ja nur aus dem Gemüseladen oder Supermarkt, wo sie mehr oder (zumeist) weniger ordentlich aufgereiht ihrer weiteren Verwendung harrt. Bei worlds of food gibt es alles Wissenswerte zur Avocado.

Dass es kein mickriges Büschlein ist, das ein so kapitales Gewächs wie die Avocado hervorbringt, mag sich von selbst verstehen. Aber dass es bis zu 15 Meter hohe Bäume sind, an denen die, je nach Art, mal runzeligen, mal glattwandigen "Butterbirnen" gedeihen, überrascht dann doch. Ebenso wie die Tatsache, dass es sich bei der Avocado-Frucht botanisch gesehen nicht etwa, wie der stattliche Kern im Inneren vermuten ließe, um eine Steinfrucht handelt, sondern um eine Beere - und beim Acocado-Baum um ein Lorbeergewächs, dessen Blätter tatsächlich aussehen wie ein großes Lorbeerblatt.

Die Avocado - Frucht oder Gemüse?

In gewisser Weise ist die Avocado, deren Vorzüge als erstes von den Azteken in Südmexiko entdeckt wurden, ein unentschiedenes Früchtchen: Sie schmeckt wie ein Gemüse, gilt aber als Obst. Und wenn ihre Schale so richtig vergammelt aussieht, dann ist ihr Fruchtfleisch gerade gut. Das mussten wir Europäer erst einmal lernen. Ursprünglich kommt die Avocado aus dem tropischen und subtropischen Zentralamerika. Dort wird die Frucht schon seit etwa 10.000 Jahren genutzt. Die Spanier brachten sie in die Karibik, nach Chile und Madeira, bis sie im Laufe des 19. Jahrhunderts Verbreitung bis nach Afrika und Madagaskar, Malaysia und den Philippinen fand. Erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts aber wird die Avocado rund ums Mittelmeer angebaut.

In der Küche entpuppt sich der große Kern als großer Vorteil: Nimmt man ihn heraus, lässt sich kleine Vertiefung leicht mit den verschiedensten Inhalten füllen, etwa Huhn, Räucherfisch oder Meeresfrüchte. Avocado wird fast immer kalt gegessen. Nimmt man sie für Soßen oder Suppen, ist darauf zu achten, dass diese auf keinen Fall gekocht, sondern nur schwach erhitzt werden, sie könnten sonst bitter im Geschmack werden.

Verwendungsmöglichkeiten gibt es unzählige, vermischt mit Puderzucker, süßer Sahne, Weinbrand und Cayennepfeffer wird aus Avocado sogar Likör. Und wer dann immer noch Fruchtfleisch übrig hat, der kann es mit der Gabel zerdrücken und es sich anschließend ins Gesicht schmieren - denn abgesehen vom guten Geschmack und der Vielfalt der Speisen, denen die kalorienreiche Avocado ihre ganz spezielle Note verleiht, ist ihr Öl auch noch gut für die Haut.

Hier geht es zu vier leckeren Avocado-Rezepten

Wissenswertes zur Avocado

Wie sieht die Avocado aus?

Die Avocado ist oval bis birnenförmig und zirka 13 Zentimeter groß. Ihre Außenhaut ist dunkelgrün und warzig, das Fruchtfleisch cremefarbig, nahe der Schale grün und weich. In der Mitte befindet sich ein großer, ungenießbarer Kern, der Samen.

Geschmack von Avocados

Der Geschmack der Avocado erinnert an den von Nüssen. Gekocht sind sie nicht so gut, da sie dann bitter schmecken.

Wann ist eine Avocado reif? Der Druck-Test

Avocados sind das ganze Jahr über erhältlich. Sie reagieren sehr empfindlich auf Druck. Wer erkennen möchte, ob die Frucht reif ist, nimmt sie in die Hand und drückt mit dem Finger leicht darauf. Gibt die Haut nach, ist die Frucht reif. Häufig sind nur unreife Avocados erhältlich.

Hier hilft ein Trick: Legen Sie die Avocado in ein Gefäß und bedecken sie die Frucht vollständig mit Mehl. Nun ist sie licht- und luftgeschützt und der natürliche Reifeprozess wird beschleunigt. Wird das Gefäß an einen warmen Ort gestellt, geht es noch schneller. Nach kurzer Zeit ist die Frucht nachgereift. Schütten Sie das Mehl auf einen Teller und waschen die Avocado ab. Man kann sie auch in Zeitungspapier einwickeln: Bei Zimmertemperatur reift die Frucht in ein bis drei Tagen nach.

Lagerung von Avocados

Reife Früchte lagert man im Gemüsefach des Kühlschranks bei mindestens 6 Grad Celsius. Die Schnittflächen verfärben sich schnell schwarz. Mit etwas Zitronensaft lassen sich diese Verfärbungen verhindern. Auch mit Hilfe des Kerns bleibt die verarbeitete Avocado länger frisch!

Nährwert von Avocados

Avocados enthalten kaum Zucker und Fruchtsäure, sind jedoch mit bis zu 30 Prozent Fett sehr kalorienreich. Sie besitzen einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und liefern Kalium und Vitamin E, Vitamin B2 und Vitamin B6.

Wie kann man Avocados verwenden

Die Avocado ist vor allem Nahrungsmittel, aber auch Öllieferant - keine Frucht neben der Olive enthält mehr Öl. Das Öl der Avocado ist relativ teuer. Es kostet etwa zehnmal so viel wie Erdnussöl. In der Küche kann man das Fruchtfleisch einfach aufs Butterbrot schmieren und mit Salz bestreuen oder ganz als Butterersatz nutzen ("butter pear").

In Taiwan und auf den Philippinen werden die Avocados mit Milch und Zucker püriert und als Dessert getrunken (nicht zu viel Avocado nehmen, da das Getränk sonst zu gehaltvoll wird). In Südamerika macht man Eis aus Avocados, die Japaner nehmen sie für Sushis. In Indonesien entsteht aus Avocado, Milch, Kaffee und Rum ein Getränk. Sehr beliebt ist die Avocado-Creme-Suppe mit Limonensaft und scharfen Chilis und natürlich Guacamole, ein Avocado-Dip.

Medien

{clipfish}3630575{/clipfish}
Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team