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Rumford-Suppe – Alles was rumliegt und fort muss? www.thinkstockphotos.de - Der Monopteros im Englischen Garten in München
Günstig und nahrhaft

Rumford-Suppe – Alles was rumliegt und fort muss?

Benjamin Thompson, Graf von Rumford hat sie in München erfunden, die klassische Rumford-Suppe. Wir stellen das Rezept und die Geschichte hinter diesem einfachen Gericht vor, schließlich hatte sie bereits im 18. Jahrhundert einen ganz bestimmten Zweck zu erfüllen. 

Die Rumford-Suppe oder Rumford´sche Suppe ist eine nahrhafte Suppe, die ursprünglich für die Soldaten der Armee des bayerischen Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz in München erfunden wurde, um diese kostengünstig zu ernähren. Die Rumford-Suppe basiert auf Basis von Graupen und getrockneten Erbsen. Graf von Rumford, Benjamin Thompson, hatte sie 1795 in München erfunden. Der nahe Bosten/USA geborene Thompson war über England und Österreich in den bayrischen Staatsdienst gekommen. Den Titel Graf von Rumford erlangte er für seine zahlreichen Leistungen im Dienste Karl Theodors. Neben der Suppe schuf er den Englischen Garten in München, erfand einen Herd der offene Feuerstellen ersetzte und forschte in Sachen Reibungswärme.

Soldaten ernähren und Hunger bekämpfen

Rumford Suppe Benjamin Thompson, Graf von Rumford (©Thomas Gainsborough [Public domain], via Wikimedia Commons)Neben den Soldaten seines Dienstherrn wurde die Suppe auch an festgenommene Bettler und Arbeitslose in der Münchener Au ausgegeben, um diese preiswert und trotzdem nahrhaft zu versorgen. Von München aus startete die Rumford-Suppe damals einen Siegeszug durch die Einrichtung „Rumford´scher Suppenküchen“, die Bedürftige speisen sollten, bis über die Regionen Bayerns hinaus.

Rumford oder Rum-Fort?

„Alles was rumliegt und fort muss“. So interpretieren Köche heutzutage teilweise die Rumford-Suppe, machen aus ihr gar einen „Rum-Fort-Eintopf“. Und das ist – wie die Rumford´sche Suppe selbst – keine schlechte Idee. Allzu oft hat man doch ein paar Reste im Kühlschrank, die verarbeitet werden wollen. Und auch verarbeitet werden sollten, schließlich landen in Deutschland noch immer viel zu viele Lebensmittel im Müll, obwohl sie noch problemlos genießbar wären. (Hier erfahren Sie, wie Sie mit einfachen Mitteln Lebensmittelabfälle vermeiden können).

Bei Spitzenköchen kommt bei einem solchen „Rum-Fort-Eintopf“ sicher ein gutes Gericht heraus. Mit ein bisschen Kreativität bei der Resteverwertung und dem Einsatz der richtigen Gewürze gelingt aber auch Ihnen ein toller Eintopf. (Hier einige Tipps zur Resteverwertung in der Küche

Rezept: Rumford-Suppe

So wird die klassische Rumford-Suppe noch heute auf der „Historischen Wies‘n“ serviert, auf dem Teil des Münchner Oktoberfestes, auf dem es noch traditionell und ohne Ballermann-Trara zugeht.

Zutaten (für 4 Personen)

    100 Gramm Rollgerste
    10 Gramm getrocknete Erbsen
    1 1/2 Liter Fleischbrühe
    1/2 Petersilienwurzel
    1 Stück weißes vom Lauch
    1 kleine Karotte
    1 Zwiebel
    1 EL Mehl
    2 EL Butter
    1 Kartoffel
    Speck

Zubereitung:

RumfordsuppeSo könnte Ihre Rumford-Suppe aussehen (©thinkstockphotos.de)Die getrockneten Erbsen nach Beschreibung (meist über Nacht) einweichen und danach noch im Einweichwasser etwa 1 Stunde lang weichkochen.  

Als nächstes 1 Liter der Fleischbrühe erwärmen und die Graupen bei mittlerer Hitze darin kochen bis sie gar sind. Dabei häufig umrühren.

In der Zwischenzeit das Wurzelgemüse und die Zwiebel schälen und den Lauch putzen. Das Gemüse anschließend in feine Stücke schneiden und in einer Pfanne anschwitzen. Nun auch die Kartoffel schälen und in Würfel schneiden. Alles in die Suppe geben und mitkochen.

Sobald die Erbsen weichgekocht sind, werden sie durch ein feines Sieb in die Suppe passiert.

Die übrige Fleischbrühe (halber Liter) erwärmen.

Für eine Mehlschwitze zunächst die Butter in einem Topf schmelzen, das Mehl vorsichtig hinzugeben und bei mittlerer Hitze anschwitzen.  

Die Mehlschwitze nun nach und nach mit der übrigen Fleischbrühe aufgießen und kräftig mit einem Schneebesen verrühren, um Klümpchen zu vermeiden.

Zum Schluss zunächst erst einen kleinen Teil der Suppe zu dieser Mehlschwitze geben und glatt rühren. Dann erst die restliche Suppe dazugeben.

Zum Anrichten den Speck fein würfeln und in einer Pfanne knusprig anbraten. Beim Servieren wird der Speck in die Suppe gegeben.

Guten Appetit!

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team