Ein Weinkeller ist dunkel, modrig und ruhig. Nicht immer. Besucht man den Mahatma Wine im Spitzenhotel La Perla, einen der bedeutendsten Weinkeller Italiens, wird man eines besseren belehrt. Rockmusik, buntes Spektakel und sogar tanzende Champagnerflaschen warten in Corvara auf den Weinliebhaber. Das ist sehenswert – und probieren sollte man auch einmal.
2000 Etiketten, 30.000 Flaschen. Das sind die nüchternen Zahlen zum Weinkeller Mahatma Wine. Hotelier Michil Costa hat sie in seinem luxuriösen Hotel La Perla in Corvara zusammengetragen und präsentiert sie nun im multimedialen Wein-Erlebniskeller Mahatma Wine. Dieser spiegelt auch ein Stück weit Michil Costas eigene Vergangenheit und Leidenschaften wider, war er doch Punk-Rocker, Präsident der ladinischen Vereinigung „Union Generala di Ladins“ und Spitzenkandidat der Südtiroler Grünen. Rock´n´Roll, Tradition und der respektvolle Umgang mit Natur und Ressourcen sind die Grundpfeiler, nach denen er lebt.

Rock´n´Roll im Weinkeller

Die Erlebniswelt geht aber nicht nur in die Ohren, auch tragen verschiedene Untergründe, kleine Hügel die man überqueren muss und letztlich auch das Lichtdesign zum Gesamterlebnis Mahatma Wine bei. Immer wieder kommen neue Überraschungen zu Tage, alles wirkt von vorne bis hinten durchdacht. Ein Konzept, das freilich schon bei der Weinherstellung selbst gelten muss und sich hier wiederfindet.
Durst löschen: Per Rutschstange in den Weinkeller
Im Erdgeschoss seines Hotels La Perla betreibt Michil Costa das Sterne-Restaurant La Stüa de Michil. Von dort aus kann man, wenn man es eilig auf die edlen Tropfen im Mahatma Wine abgesehen hat, wie ein Feuerwehrmann per Rutschstange in den Keller heruntergleiten. Ein kleines aber feines Detail, von dem aber wohl die wenigsten Gäste Gebrauch machen.
Aufgrund der großen Anzahl an Weinen in diesem Keller ist man geneigt, direkt zu kapitulieren, sobald es an eine Aufzählung derer geht. Daher hier nur die wichtigsten Eckdaten: Der Keller beherbergt die wohl bedeutendste Sammlung an Sassicaia. Der Bereich, in dem dieser Wein aus der Toskana lagert, wird von Costa schlicht Tempel genannt. Hier kann man sich auf einer kleinen Gebetsbank beim lieben Herrgott für den Rebensaft bedanken. Es ist davon auszugehen, dass Costa und Pescollderungg hier schon so manche Betstunde verbracht haben. Darüber hinaus findet man natürlich alles was Rang und Namen hat im Mahatma Wine: Chateaux des Bordelais, Margaux, Haut-Brion Latour, Chateau d’Yquem, Rothschild und etliche Spitzenweine mehr.

Viele der Flaschen im Mahatma Wine haben übrigens Magnum-Format. Aus einem einfachem Grund sagt Pescollderungg: „Der Wein reift in den großen Flaschen langsamer, aufgrund des günstigen Verhältnisses zwischen Sauerstoff und Weinmenge.“
Außergewöhnlicher Keller, außergewöhnliche Landschaft
Und sollten Sie sich jetzt fragen, ob ein Weinkeller alleine die Reise bis nach Südtirol rechtfertigt, sei kurz noch die landschaftliche Umgebung dieses Kellers erwähnt. Das UNESCO-Weltnaturerbe der Dolomiten bekommt man hier in Corvara nämlich frei Haus mitgeliefert. Ganz egal ob im Winter zum Skifahren auf der legendären Sellaronda oder aber im Sommer zum Wandern in der herrlichen Umgebung der Kalksteinwände von Sellastock und Langkofel, die hier schroff in den Himmel ragen.
Eine Einschränkung gibt es allerdings, die für die Besichtigung des Mahatma Wine gilt: Nur Hausgäste des Hotels La Perla oder des Restaurants La Stüa de Michil dürfen den Keller besichtigen. Vielleicht ist das auch gut so, wäre der Andrang an Schaulustigen sonst doch ungemein höher.
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