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Warum schmeckt laktosefreie Milch süßer?

Der Unterschied zwischen laktosefreier und normaler Milch

Wir erklären den Unterschied zwischen laktosefreier und normaler Milch, warum manche Menschen Laktose nicht vertragen, wie normale Milch laktosefrei gemacht wird und weshalb diese dann süßer schmeckt.
Nicht jeder kann Milch unbeschwert genießen. Hierzulande leiden etwa 15 Prozent aller Menschen unter einer sogenannten Laktoseintoleranz, das heißt, ihr Körper kann den in der Milch enthaltenen Milchzucker (die Laktose) nicht vertragen. Dabei ist die Unverträglichkeit in Deutschland gar nicht so verbreitet. In Südostasien, Afrika und Südamerika leidet ein wesentlich größerer Bevölkerungsanteil an Laktoseintoleranz. Dennoch ist es auch bei uns natürlich sehr wichtig, dass Betroffene auf Milch zurückgreifen können, die laktosefrei und somit gut verträglich ist.

Was ist eigentlich Laktose oder Milchzucker?

Laktose besteht aus den Bausteinen Glukose und Galaktose und ist somit ein Zweifachzucker. Herkömmliche Milch enthält etwa fünf Gramm Milchzucker pro 100 Milliliter. Bei Buttermilch, Kefir oder Milchmixgetränken schwankt der Anteil je nach genauer Zusammensetzung und Herstellungsverfahren zwischen drei und sechs Gramm pro 100 Milliliter. Ursprünglich stammt die Bezeichnung Laktose aus dem Lateinischen. "Lac" bedeutet Milch, während die Endung "ose" in der Chemie üblicherweise für Zucker verwendet wird.

Was passiert, wenn Betroffene Milch trinken, die nicht laktosefrei ist?

Nach dem Genuss von normaler Milch leiden Betroffene in der Regel unter Übelkeit, Durchfall, Müdigkeit und Schlappheit. Auch krampfartige Bauchschmerzen, die mitunter sehr heftig ausfallen können, schmerzhafte Blähungen, Verstopfung und Erbrechen sind häufige Symptome einer Laktoseintoleranz. Den Menschen fehlt dann entweder im Darm das wichtige Enzym Laktase, das zur Verstoffwechslung der Laktose dient, oder es wird nur sehr eingeschränkt hergestellt. Ihr Körper kann dann den Milchzucker nicht oder nur teilweise in seine Einzelbausteine spalten, was für die Verdauung jedoch sehr wichtig ist. Der Milchzucker gelangt stattdessen vollkommen unverdaut in den Dickdarm, wo er für ein ordentliches Durcheinander sorgt und die erwähnten Beschwerden auslöst. Trotzdem muss niemand auf leckere Milch verzichten, denn sie wird ja zum Glück auch laktosefrei angeboten.

unterschied laktosefreie normale milch

Wie wird normale Milch laktosefrei?

Im Hinblick auf den Rohstoff gibt es zunächst keinen Unterschied zu normaler Milch, denn laktosefreie Milch wird natürlich ebenfalls aus frischer Kuhmilch hergestellt. Allerdings handelt es sich hier um eine ganz spezielle Aufbereitung. In einem komplexen chemischen Prozess, bei dem alle anderen wertvollen Inhaltsstoffe der Milch sehr schonend behandelt werden, wird der Milchzucker in die Bausteine Glukose und Galaktose aufgespalten. Dazu muss der Milch das Enzym Laktase zugeführt werden, damit sie laktosefrei wird. Die künstlich herbeigeführte Spaltung der Bausteine ist im Prinzip der gleiche Vorgang, den der Organismus bei Menschen, die normale Milch problemlos vertragen, selbstständig durchführt. Der Körper von einem laktoseintoleranten Menschen kann die beiden Bausteine Glukose und Galaktose nach der künstlich herbeigeführten Spaltung ohne Probleme weiterverarbeiten, so dass es zu keinen Beschwerden kommt.

Gibt es einen Unterschied im Geschmack?

Laktosefreie Milch schmeckt ein wenig süßer als klassische normale Milch, allerdings wird dieser Unterschied von den meisten Menschen als sehr positiv und angenehm empfunden. Oder anders ausgedrückt: Die Milch schmeckt auch dann sehr lecker, wenn sie laktosefrei ist, sie hat dann lediglich einen süßlicheren Geschmack. Dieser kleine Unterschied hat auch einen Grund: Die beiden Einfachzucker Glukose und Galaktose sind nach der im Herstellungsverfahren herbeigeführten Spaltung nämlich süßer als der beim Verzehr der Milch noch nicht aufgespaltene Zweifachzucker Laktose.
Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team
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