Was ist der Unterschied zwischen Cayennepfeffer und Chili thinkstockphotos.com -- Gemahlene Cayenne Chili
Was ist schärfer und welche Unterschiede gibt es noch?

Was ist der Unterschied zwischen Cayennepfeffer und Chili

Cayennepfeffer und Chilipulver sehen fast gleich aus und erfüllen in der Küche auch die gleiche Funktion: Sie sorgen in Gerichten für eine gewisse Schärfe. Viele glauben daher auch, dass es sich bei Cayennepfeffer und Chili um ein und dasselbe Produkt handelt. Doch dies ist nicht richtig. Aber was ist eigentlich der Unterschied?

Nicht jeder Hobbykoch hat gleichzeitig Cayennepfeffer und Chili im Haus. Doch obwohl sich beide Produkte optisch stark ähneln, sollten sie nicht als Ersatz für das jeweils andere Gewürz verwendet werden. Der Grund ist ganz einfach: Chilipulver hat nur eine verhältnismäßig leichte Schärfe, die je nach genauer Sorte meist zwischen 500 und 1.000 Scoville liegt, während Cayennepfeffer für eine sehr intensive und starke Schärfe bekannt ist. Mildere Varianten haben einen Wert von 2500 bis 5000 Scoville, in der Regel liegt die Schärfe aber zwischen 30.000 und 60.000 Scoville, was einen extremen Unterschied zum Chili ausmacht. Für die Schärfe verantwortlich ist jedoch in beiden Fällen der Inhaltsstoff Capsaicin.

Was genau ist denn nun Cayennepfeffer?

Bei Cayennepfeffer handelt es sich im Grunde um nichts anderes als um gemahlene Chilischoten. Namensgebend ist die Chilisorte Cayenne (Capsicum annuum var. Acuminatum), die zu den Nachtschattengewächsen gehört und je nach Art rote oder gelbe Früchte trägt. Cayennepfeffer wird also im Unterschied zu klassischem Pfeffer keineswegs aus der Frucht eines Pfeffergewächses gewonnen, auch wenn die Bezeichnung irrtümlich darauf hindeutet. Das Gewürz hat seinen Ursprung in Südamerika und wurde schon im 15. Jahrhundert als Ersatz für schwarzen Pfeffer verwendet. Nur in ganz seltenen Fällen werden Gewürzpulver aus anderen ähnlichen Sorten unter dem Namen Cayennepfeffer verkauft. Die Früchte der Chilipflanze Cayenne können nicht nur gemahlen, sondern auch frisch verwendet werden, sie kamen und kommen auch heute noch häufig in der Cajun-Küche Louisianas vor.

Und was ist der Unterschied zu Chili?

Chili (oder auch Chilipulver) ist dagegen eine scharfe Mischung aus verschiedenen Gewürzen. Zu den Grundzutaten zählen neben Cayennepfeffer auch Knoblauch, Kreuzkümmel und Oregano. Einigen Mischungen werden zusätzlich Muskat, Zimt, Koriander und/oder Gewürznelken hinzugefügt. Chilipulver ist somit ein Mix auf vielen unterschiedlichen Zutaten und sollte nicht mit dem puren fein gemahlenen Chili, der unter dem Namen Cayennepfeffer bekannt ist, verwechselt werden. Seinen Ursprung hat Chili übrigens in der amerikanischen Tex-Mex-Küche. Die ersten Fertigmischungen, die im Handel angeboten wurden, entwickelte D. C. Pendry (Fort Worth, Texas) im Jahre 1890.

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Im Unterschied zu Cayennepfeffer hat Chilipulver weitere Zutaten (©thinkstockphotos)

Der klassische Pfeffer und sein Unterschied zu Chili und Cayennepfeffer

Klassischer Haushaltspfeffer wird aus einem Pfeffergewächs (Piper nigrum) gewonnen und kann je nach Art grün, schwarz, weiß und sogar rot sein. Der Unterschied zwischen den einzelnen Sorten liegt im jeweiligen Schärfegrad: Grüner Pfeffer hat beispielsweise den Schärfegrad 2 und ist recht mild und aromatisch, schwarzer Pfeffer hat den Schärfegrad 4 und ist somit sehr scharf. Der Schärfegrad wiederum hängt von der Herstellungsart und dem Reifestadium der Pfefferfrüchte ab. So erfolgt die Gewinnung von grünem Pfeffer aus unreifen und früh geernteten Früchten, für weißen Pfeffer werden hingegen vollreife Früchte verwendet. Um den klassischen Pfeffer namentlich nicht mit den verwandten Gewürzen Chili und Cayennepfeffer zu verwechseln, wird unter Profiköchen von "Echtem Pfeffer" gesprochen, umgangssprachlich hat sich dieser Begriff jedoch nicht durchgesetzt.  Indien, Borneo, Kambodscha und Malaysia sind die wichtigsten Herkunftsländer.
Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team
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