Wer im Boutique-Hotel 1280 Die Krone in Geisingen einkehrt, merkt schnell: Kulinarik ist hier kein beiläufiges Hotelangebot, sondern ein zentrales Versprechen. Eines, das sich aus Geschichte, Persönlichkeit und einer sehr klaren Haltung zum Kochen speist. Verantwortlich dafür ist Robert Müller – Koch, Gastgeber und seit fast drei Jahrzehnten prägende Figur der regionalen Gastronomie.
Das gastronomische Konzept der Krone denkt konsequent vom Gast aus. Sieben Tage die Woche soll es eine Möglichkeit geben, gut zu essen – unkompliziert, ehrlich, aber mit Anspruch. Möglich wird das durch das Zusammenspiel zweier Restaurants: dem Restaurant Agatha im Hotel selbst, benannt nach der Heiligenstatue am Brunnen vor dem Haus, und dem traditionsreichen Restaurant zum Hecht, nur zwei Häuser weiter.
Der Hecht ist Robert Müllers kulinarische Heimat. Seit 27 Jahren steht er hier am Herd. Seine Küche beschreibt er selbst als italobadisch: mediterrane Leichtigkeit trifft auf bodenständige Klassiker. Hausgemachte Ravioli – die badische Maultasche lässt grüßen – stehen ebenso auf der Karte wie Rinderbraten mit Barolojus und Spätzle. Eine Küche, die vertraut wirkt und dennoch überrascht.

Besonders beliebt im Hecht ist das Überraschungsmenü, für das sich rund 60 Prozent der Gäste entscheiden. Gekocht wird, was der Markt hergibt: Reh vom Jäger, Fisch oder Ente. Flexibilität ist dabei kein Marketingwort, sondern gelebter Alltag. Allergien, Vorlieben oder Abneigungen – das Menü passt sich dem Gast an, nicht umgekehrt.

Während der Hecht von Mittwoch bis Sonntag geöffnet ist und als kulinarisches Herzstück gilt, übernimmt die Agatha im Hotel die Rolle des stilvollen Gegenpols. Nicht als abgespeckte Variante, sondern bewusst anders gedacht: etwas leichter, mit einem Crossover-Ansatz. Die Karte ist international inspiriert, überraschend, dabei stets zugänglich. Gerade für die vielen Businessgäste, die teils wochenlang in Geisingen wohnen, ist diese Abwechslung ein entscheidender Faktor. Auch hier in der Agatha ist das Überraschungsmenü äußerst beliebt – kommt allerdings als Sharing-Konzept daher. Mehrere kleine Teller laden zum Teilen ein, zum Gespräch, zum gemeinsamen Erleben.

Aufgewachsen ist Robert Müller im Schwarzwald, geprägt von einer Großmutter, die noch das Fleisch ihrer hofeigenen Schweine verarbeitete, und einem Großvater, der Konditor war. Gelernt hat Müller das Kochen ursprünglich nicht – erst während seiner Ausbildung zum Hotelkaufmann entdeckte er in einer Sterneküche seine Leidenschaft für Produkte, Handwerk und das, was am Ende auf dem Teller landet. Was ihn bis heute antreibt, ist weniger Perfektion als Authentizität. „Wichtig ist, dass frisch gekocht wird, dass die Produkte stimmen und dass der Gast zufrieden ist“, sagt Müller. Deshalb geht er jeden Abend durch seine Restaurants, sucht den Austausch, hört zu. Lob wie Kritik gehören für ihn untrennbar dazu – wie Applaus für einen Künstler.

1280 Die Krone versteht sich bewusst nicht als Fine-Dining-Adresse. Der Anspruch ist ein anderer: Qualität ohne Schwellenangst, Genuss ohne Etikette-Zwang. Das gilt auch für die Krone Bar, die von Anfang an als Treffpunkt für alle gedacht war – für Hotelgäste ebenso wie für Einheimische. Untergebracht im historischen Gewölbekeller, beeindruckt sie mit ihrer imposanten, atmosphärischen Architektur. Ein neun Meter langer Messingtunnel verbindet die zwei Teile der Bar und wird selbst zum gestalterischen Statement.

Kulinarische Events ergänzen das Angebot: Grillabende, Flying-Dinner-Partys mit DJ, Bar-Events mit Musik oder Weinabende, wenn der Barkeeper einmal Urlaub hat. Vieles entsteht spontan aus dem Haus heraus – ohne starres Jahresprogramm, dafür mit feinem Gespür für Stimmung und Anlass.

Was das Boutique-Hotel besonders macht, ist die enge Verzahnung von Architektur, Geschichte und Küche. Jahrhundertalte Mauern, modern interpretiert, bilden den Rahmen für eine Gastronomie, die genau diesen Kontrast lebt: alt und neu, regional verwurzelt und offen für die Welt. Für Robert Müller ist die Krone mehr als ein weiteres Restaurant. Sie ist die Fortsetzung einer langen Gastgebertradition – zeitgemäß weitergedacht, ohne ihre Wurzeln zu verleugnen.
Weitere Informationen: 1280krone.com




















