Thomas Schreiner – Die Geschichte des Sterne-Cups der Köche worldsoffood.de
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Thomas Schreiner – Die Geschichte des Sterne-Cups der Köche

Thomas Schreiner, Geschäftsführer von Champagne Laurent Perrier Deutschland, ist der Macher des Sterne-Cups der Köche. Wir sprachen in Ischgl mit ihm über die bewegte Geschichte des gastronomischen Spitzenevents, das in diesem Jahr bereits zum 16. Mal über 60 Spitzenköche auf die Piste lockte.

hans haas kochtHans Haasworlds of food: Herr Schreiner, der Sterne-Cup der Köche hat inzwischen Tradition. Wie ist er seinerzeit entstanden?
Thomas Schreiner: Die Idee entstand vor 17 Jahren im Münchner Restaurant Tantris, als ich mit dem dortigen Küchenchef Hans Haas zusammen saß. Wir beide sind Skifahrer, das einte uns, obwohl wir uns damals noch nicht so gut kannten. Er fragte mich, ob wir von Laurent Perrier nicht mal ein Event mit Skifahren für die Gastronomen veranstalten könnten. Dann haben wir einfach ein wenig rumgesponnen und inzwischen gibt es den Sterne-Cup schon 16 Jahre lang.

worlds of food: Bestand der Sterne-Cup von Anfang an auch aus den heutigen beiden Elementen Skirennen und kulinarische Prüfung?
Thomas Schreiner: Das Skirennen war von Anfang an dabei, klar. Aber auch die kulinarische Prüfung gab es schon immer, nur sah sie anfangs anders aus, war kein Kochwettbewerb. Wir ließen die Köche zum Beispiel Früchte ertasten, sie mussten rote, grüne und gelbe Paprika blind unterscheiden und einmal auch Rotwein, Weißwein und Rosé. Das war sehr interessant, was dabei herauskam.

worlds of food: Wer ist denn der bisherige Rekordteilnehmer am Sterne-Cup der Köche?
Thomas Schreiner: Rekordteilnehmer sind Karl Obauer, aus dem gleichnamigen Restaurant in Werfen, und Karl Ederer. Hans Haas fehlte meines Wissens einmal. Der mit den meisten Siegen wiederum ist ganz klar Rudi Obauer, Karl Obauers Bruder, er gewann in diesem Jahr bereits zum achten Mal.

worlds of food: Es gab ja auch schon die eine oder andere Verletzung auf der Rennstrecke. Heißt das, die Teilnehmer nehmen das Rennen trotz der familiären Atmosphäre richtig ernst?
Thomas Schreiner: Das stimmt, die Köche nehmen das schon ernst. Was die Verletzungen angeht, muss man allerdings bedenken: Wenn 100 Leute Skifahren, dann steigt natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass sich irgendjemand verletzt. Das ist zum Beispiel beim Fußball nicht anders. Leider kann man das nicht ganz vermeiden. Und wenn man beim Sterne-Cup mal hochrechnet, sind in den vergangenen Jahren mehrere tausend Köche die Piste hinuntergefahren, dafür ist die Verletzungsquote hier wirklich niedrig.

worlds of food: Was sind die lustigsten Episoden, die Sie in all den Jahren erlebt haben?
Thomas Schreiner: Da gab es natürlich viele Dinge, die man hier erwähnen könnte. Nehmen wir doch eine Episode aus dem vergangen Jahr, als zwei Stuttgarter Gastronomen so viel Spaß hatten und 20 Flaschen Champagner auf einmal bestellten – man muss wissen, für unsere Gäste ist hier alles kostenlos. Da war die Stimmung natürlich großartig unter allen Gästen, als diese Flaschen dann wie beim Traumschiff mit Wunderkerzen und Trara serviert wurden. Der VIP-Bereich oben war leer, alle haben unten getanzt. Und wenn die Stimmung so überkocht, sagt man auch als Veranstalter: Ja, das hat sich gelohnt.

worlds of food: Woher kommt die Verbindung von Champagne Laurent Perrier zum Sport?
Thomas Schreiner: Die Verbindung besteht viel eher zur Gastronomie. Nur wurde es da auch einmal Zeit etwas in Sachen Sport zu machen, um den Gastwirten Freude zu bereiten.

worlds of food: Und woher die Verbindung zu den Sportstars, die hier auch regelmäßig neben den Stars der Küche herkommen?
schreiner thomav.l.n.r.: Martin Herrmann, Thomas Schreiner, Dieter ThomaThomas Schreiner: Die Stars des Abends sind eigentlich die Köche. Über sie kommen auch zumeist die Kontakte zu bekannten Sportlern. Und nur weil jemand prominent ist, wird er nicht eingeladen. So hat Johann Lafer in diesem Jahr zum Beispiel den Dieter Thoma eingeladen, bei Andreas Brehme und Lothar Matthäus verhielt sich das ähnlich, sie waren ja auch schon unsere Gäste. Aber jeder der einmal hier war, der kommt gerne wieder, deshalb sind es inzwischen doch einige, die immer wieder kommen.

worlds of food: Wie steht es um die Zukunft des Sterne-Cups?
Thomas Schreiner: Die Erwartungshaltung steigt natürlich von Jahr zu Jahr, insofern könnte ich die Organisation inzwischen auch als Fulltime-Job machen, um diese zu erfüllen. Aber wenn das Wetter so toll ist wie in diesem Jahr, dann gehen unsere Gäste sowieso mit einem sehr bleibenden Eindruck nach Hause.

worlds of food: Auf was werden Sie sich dann das Jahr über am meisten freuen?
Thomas Schreiner: Auf den Wetterbericht – wenn er gut ist. Und auf den Moment, wenn die Siegerehrung bei der Nacht der Köche vorüber ist. Weil dann habe ich den größten Teil meiner Aufgaben hinter mir und gönne mir auch ein größeres Glas Champagner.

worlds of food: Vielen Dank und dann auch im kommenden Jahr wieder gutes Gelingen beim 17. Sterne-Cup der Köche in Ischgl.

Hier geht es zum ausführlichen Bericht über den Sterne-Cup der Köche 2013

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team