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Krumme Gurke? Auf die inneren Werte kommt es an thinkstock.com

Krumme Gurke? Auf die inneren Werte kommt es an

Vom Acker auf den Teller oder wie ein deutscher Versicherer die Lebensmittelverschwendung bekämpft.

Gurken zu krumm, Äpfel zu klein oder Bananen zu gelb - allein in Deutschland werden jedes Jahr rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, weil sie nicht der Norm entsprechen oder sie einfach nicht ästhetisch genug aussehen. Dass man aber etwas gegen die unnötige Lebensmittelverschwendung tun kann, zeigt die Bioküche des Talanx-Konzerns am Standort Köln, zu dem auch der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland mit seinen Marken HDI und HDI-Gerling gehört. Hier werden Lebensmittel verarbeitet, die wegen Aussehen, Größe oder Beschaffenheit vom Handel und damit von den Kunden verschmäht werden.

Das zwei Drittel dieser elf Millionen Tonnen oder 81,6 Kilogramm pro Bundesbürger vermeidbar sind, belegt nun eine aktuelle Studie des Bundesverbraucherministeriums. "Wir leben in einer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. In Deutschland und Europa wird viel zu viel weggeworfen, wertlos gemacht, vernichtet", erklärte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) bei der Vorstellung der Studie. "Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten, die Verschwendung wertvoller Ressourcen zu stoppen." Es sei Zeit für einen Bewusstseinswandel und für mehr Wertschätzung der Lebensmittel. Und genau für diesen Wandel, für eine besondere Wertschätzung von Lebensmitteln, Obst und Gemüse steht die zertifizierte Bio-Kantine des Talanx-Konzerns in Köln.

"Wir beziehen nicht nur Bioprodukte aus der Region, sondern kaufen auch Lebensmittel auf, die für den Handel nicht mehr verkaufbar sind und so weggeworfen werden müssten", erklärt Küchenleiter Bernhard Bonfig. Ob Nudelpackungen mit Mindesthaltbarkeitsdatum Oktober 2012, 500 Kilogramm Zucchini oder 200 Liter Biomilch - Bonfig und sein Team wissen immer etwas mit den Lebensmitteln anzufangen. "Als ein Händler anrief und mir eine große Ladung Zucchini anbot, haben wir gerne zugegriffen und ihm die Ware zu sehr guten Konditionen abgekauft. So haben beide Seiten davon profitieren können", so der 56-Jährige, der für solche spontane Aktionen auch schon mal gerne den Speiseplan umstellt. "Meine Köche können sich dann so richtig austoben und zeigen, was sie mit Zucchini kulinarisch so alles zaubern können. Die möglichen Köstlichkeiten reichen dabei von dem klassischen Zucchini-Gemüse bis zur Zucchini-Cremesuppe, vom Auflauf bis zur gefüllten Zucchini mit Hackfleisch und Tomatensauce."

Und die Mitarbeiter des Talanx-Konzerns am Standort Köln schätzen die hohe Qualität der Lebensmittel. "Während in anderen Kantinen oftmals nicht normgerechte Äpfel, Birnen oder Bananen verschmäht werden, greifen unsere Mitarbeiter sehr gerne zu, wissen sie doch, dass unsere Produkte nicht nur rein biologisch, sondern eben auch nicht genmanipuliert angebaut wurden. Denn wichtig ist, was drin ist und nicht, wie etwas aussieht", so der leidenschaftliche Küchenphilosoph, der mit dieser wertschätzenden Kultur auch schon viele Nachahmer gefunden hat. "Immer wieder melden sich andere Unternehmen, die unser Küchenkonzept und unsere Philosophie übernehmen möchten, weil sie merken, dass die Mitarbeiter einen immer größeren Fokus auf die Qualität der Lebensmittel und den richtigen Umgang mit ihnen legen."

Insgesamt 20 Prozent beträgt der Anteil der Druckware der Lebensmittel, die die Bio-Kantine verarbeitet. Im Sommer ist dieser Prozentsatz sogar noch höher. "Mit Druckware meint der Handel Ware, die wegen Überproduktion nicht mehr abgesetzt werden kann", erklärt Bonfig, der sich als dankbarer Abnehmer solcher Produkte bei Händlern, Molkereien oder Landwirten im Rheinland einen Namen gemacht hat. "Bei gut 1.400 Essen, wie wir täglich ausgeben, können wir mit dieser Quote mehr als zufrieden sein. Und sollte ein Hersteller mal nicht wissen, wie er seine Ware am besten los wird, dann kann er sich sehr gerne bei uns melden. Denn wir freuen uns immer über Angebote zur Warenabnahme von zertifizierten Bioprodukten."

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team