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Tiffin – Gegen den Verpackungsmüll gettyimages.de
Das Projekt Tiffin

Tiffin – Gegen den Verpackungsmüll

Nach indischem Vorbild: Lunchboxen aus Edelstahl sollen zukünftig helfen, den zunehmenden Verpackungsmüll einzudämmen und Take Away-Restaurants umweltfreundlicher zu machen. Wir stellen die Berliner Initiative „Das Tiffin Projekt“ vor.

In Indien werden bereits seit 120 Jahren mehrlagige Lunchboxen aus Edelstahl verwendet. Spezielle Boten sammeln sie bei Hausfrauen ein, die ihren Männern darin ihr Mittagessen verpackt haben und liefern sie zum Arbeitsplatz des Gatten. Das kann zuweilen skurrile Züge annehmen – auf jeden Fall aber erscheint es wie Hochleistungssport – denn ein Dabbawallah, wie die Transporteure genannt werden, trägt nicht selten an die 40 dieser gefüllten Töpfe auf seinem Kopf.

Warum geht das nicht auch hierzulande? Zumindest so ähnlich? Das fragten sich wohl die Macher der Berliner Initiative „Das Tiffin Projekt“, könnte man so doch jede Menge Verpackungsmüll einsparen. Im Rahmen einer Crowdfunding Kampagne besorgte sich das junge Startup im Jahr 2015 das nötige Startkapital und konnte mit der Umsetzung seines Konzepts beginnen.

Tiffin

Tiffin in München

Inzwischen nehmen immer mehr Restaurants und Imbisse am Tiffin-Projekt teil und melden sich bei der Initiative, um ein Teil davon zu werden. Jüngstes Beispiel ist die Münchner Kochgarage, die ihren Kunden das Essen an ihrem Street Food Stand "Mima´s Empanadas" in diesen Lunchboxen mit auf den Weg gibt. Damit kann hier sowohl auf Einweggeschirr als auch auf Plastiktüten verzichtet werden und das Essen bleibt schön warm. Einzige Bedingung ist, dass sich die Kunden bei Tiffin registrieren müssen. Dadurch muss dann aber auch kein Pfand für eine Tiffin-Box bei der Kochgarage hinterlegt werden.

„Wir bieten verschiedene internationale Spezialitäten an unserem Stand an“, sagt Graciela Cucchiara, die Chefin der Kochgarage und fährt fort: „Dabei achten wir stets darauf, Bio-Produkte zu verwenden und möglichst regional einzukaufen. Da wäre es doch eine Farce, wenn wir das Essen anschließend in Plastik verpacken.“

Mimas

Auf der Homepage des Tiffin Projekts können sich sowohl interessierte Restaurants melden, als auch Kunden, die zukünftig an diesem System teilnehmen möchten. Zudem kann man dort die teilnehmenden Restaurants und Imbisse einsehen und so erfahren, wo man das Projekt unterstützen kann.

Mehr über das Tiffin Projekt

Das Tiffin Projekt ist eine Berliner Initiative, die müllfreies Take Away möglich machen will. Zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit. Hinter dem Projekt steht das Team des Berliner Startups ECO Brotbox, das sich bereits seit Anfang 2014 mit dem Thema Müllvermeidung auseinandersetzt. Neben schadstofffreien Brot- & Lunchboxen aus Edelstahl gehören auch unbedenkliche Trinkflaschen zum wachsenden Sortiment. Nachdem die Produkte von ECO Brotbox bereits in privaten Haushalten zur Müllvermeidung beitragen, soll das Tiffin Projekt nun auch die Situation im Take-Away Bereich verbessern. Das Ziel ist es, die Gesellschaft zu einem nachhaltigeren Lebensstil anzuregen und das generelle Umweltbewusstsein zu fördern. Das Projekt wird von der Stiftung Naturschutz Berlin aus Mitteln des Förderfonds Trennstadt Berlin gefördert.


Das Tiffin Projekt from Das Tiffin Projekt on Vimeo.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team