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Soziales Projekt

Bei Brot am Haken wird geteilt

Beim Projekt Brot am Haken spendet man Backwaren für Bedürftige. Jede Bäckerei kann daran teilnehmen. Wir erklären, wie das Ganze funktioniert.

Was ist Brot am Haken?

Haben Sie in Ihrer Bäckerei schon mal ein Brett mit einem Haken und Kassenzetteln dran gesehen? Dann könnte Ihre Backstube Teil des Projektes Brot am Haken sein. Dabei handelt es sich um ein soziales Projekt für Bedürftige. Vorstellen können Sie sich das Ganze so: Ein Kunde geht in eine Bäckerei und kauft beispielsweise Brot, Semmeln oder Brezeln – für sich und einen Unbekannten, der sich diese Lebensmittel nicht leisten kann. Der Bedürftige kann sich dann den Bon des Käufers vom Haken nehmen und bekommt das Bäckerei-Produkt, das vom Kunden bezahlt wurde – auch Tage nach dem Kauf; frisch versteht sich.

Wer steckt hinter der Idee?

Brot am Haken ist eine Aktion, die bis dato vor allem in Hamburg und München praktiziert wird. Es kann sich jedoch jede Bäckerei in Deutschland an dem Projekt beteiligen. Die Inspiration für die Initiative kommt aus Istanbul. Sören Özer setzte 2007 im Hamburger „Wandsbäcker“ den ersten Haken. Eigentlich hatte Özer im Internet nur nach einem neuen Kaffeelieferanten gesucht. Dann las er auf der Webseite eines Kollegen in Istanbul von dessen Projekt. Özer erzählte seiner Frau davon und am nächsten Morgen hingen im „Wandsbäcker“ drei Haken.

Warum gibt es das Projekt?

12,5 Millionen Menschen in Deutschland sind von Armut betroffen. Um sich mit Bedürftigen zu solidarisieren, gibt es das Projekt Brot am Haken. So haben die Bedürftigen das Gefühl, dass sie nicht vergessen und vor allem ernst genommen werden. Brot ist schließlich ein Grundnahrungsmittel. Auf Geber-Seite gibt es dabei keine Probleme: Viele Menschen seien der Erfahrung der teilnehmenden Bäckereien bereit, Backwaren zu spenden. Schwieriger sei es wohl auf der Nehmer-Seite. Hilfe letztendlich anzunehmen, ist eben leichter gesagt als getan.

Wie können Bäckereien an Brot am Haken teilnehmen?

Wer Bäckerei-Inhaber ist und bei dem Projekt mitmachen möchte, kann auf der Homepage von Brot am Haken den Kontakt herstellen und sich beraten lassen. Hier erfährt man beispielsweise auch, welche Bäckereien bereits teilnehmen. Für die Aktion benötigen Bäckerei-Betreiber lediglich ein sogenanntes Hakenbrett, an dem sich die Bons der Kunden anbringen lassen. Es müssen übrigens nicht zwingend Backwaren sein, die gespendet werden. Der Kunde kann frei entscheiden, was er mitbezahlt – ob Kaffee, Brot oder ein Stück Kuchen. Es zählt die Geste.


 

Ein von @brotamhaken gepostetes Foto am

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team