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Norddeutsche Küche – So is(s)t der Norden thinkstockphotos.com
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Norddeutsche Küche – So is(s)t der Norden

Den Norddeutschen sagt man ja so einiges nach. Zu jeder Tages- und Nachtzeit grüßen sie sich mit „Moin, Moin“, sie sind wortkarg und haben einen trockenen Humor. Und die norddeutsche Küche? Wird hier ausschließlich Fisch serviert? Noch lange nicht!

Dennoch: Natürlich liebt der Norddeutsche seinen Fisch. Klischees bürgern sich schließlich nicht aus Jux und Tollerei ein. Da gibt es Aalsuppe, Nordsee-Krabben oder Fischbrötchen – die Liste ließe sich weit fortführen. Neben Fisch isst der Norddeutsche aber auch gern Fleisch. Zum Beispiel Pinkel zum Grünkohl oder das gute Dosenfleisch als Zutat für seinen Labskaus. Klingt exotisch? Nennen wir es lieber maritim! Das Gericht Labskaus wurde nämlich von Seefahrern erfunden.

Norddeutsche Küche – Labskaus, Grünkohl und Co.

Als es früher auf den Segelschiffen an Bord noch keine Möglichkeit gab, Lebensmittel lange frisch zu halten, mussten die Seemänner auf haltbare Nahrung zurückgreifen. So entstand das Labskaus – ein Brei aus gepökeltem Rindfleisch, Kartoffeln, Zwiebeln und Roter Beete. Die Rezepte variieren, manche servieren Labskaus mit Fisch, andere nicht. An Bord der Seefahrer gehörte er jedenfalls nicht dazu.

Worauf der Norddeutsche nicht verzichten kann? Auf seinen Grünkohl! Kohlfahrten zu Beginn des Jahres gehören für ihn ebenso dazu wie das obligatorische „Moin, Moin“. Hier wurde schon so manch einer zum Grünkohlkönig gewählt. Zugegeben handelt es sich bei Grünkohl, der in Norddeutschland gern mit Pinkel (Grützwurst) serviert wird, um ein recht fettiges Gericht. In der Regel kommen beim Kohlessen zudem Kochwürste und Kasseler auf den Tisch.

Zum Nachtisch mag es der Norddeutsche dann nach herzhaftem Labskaus oder deftigem Grünkohl süß. Als Dessert wird beispielweise gern eine ordentliche Schüssel Rote Grütze serviert – eine Süßspeise mit verschiedenen roten Früchten, die einem mit Vanillesoße oder Sahne den Gaumen versüßen.

Was der Norddeutsche gerne trinkt

Apropos süß: Was wäre der Norden ohne eine Teetied (Teezeit) am Nachmittag? Bevorzugt wird hier schwarzer Tee mit Kluntjes (kristallisierter Zucker) und einem Sahnewölkchen zu sich genommen. Ansonsten wird auch gern ein Pharisäer getrunken – eine Kaffeespezialität mit Rum und Schlagsahne. Traditionsgemäß serviert in einem weiß-blauen Becher mit Untertasse. Ein Brauch besagt, dass derjenige, der acht Portionen Pharisäer schafft, das Gedeck behalten darf. So oder so: Egal aus welcher Region Sie stammen, eine gute Portion Humor bezüglich der eigenen Herkunft sollte sich jeder wahren.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team