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Haben Sie schon mal ein Huhn adoptiert? www.istockphoto.com/Imagesbybarbarai - Mutter mit Huhn

Haben Sie schon mal ein Huhn adoptiert?

Die Niederlande gelten in vielen Bereichen als innovativer Standort. So auch in diesem Fall, denn bei unseren Nachbarn kann man seit neustem Hühner adoptieren. Die kuriose Aktion einer Supermarktkette soll zu mehr Nachhaltigkeit in Sachen Ernährung führen. Grund genug, im Rahmen unserer Artikelreihe „Was isst Deutschland?“ mal wieder über den Tellerrand hinaus zu blicken. Schließlich könnte das auch eine gute Idee für deutsche Biobauern sein!

adopter een kipSie wünschen sich auf die Schnelle ein neues Familienmitglied? Kein Problem, zumindest nicht für Holländer. In den Niederlanden kann man nämlich Hühner adoptieren. Über 10.000 Hühner haben im Rahmen der Aktion „Adopter en kip“ (Adoptiere ein Huhn) schon neue Pflege-Eltern gefunden. Ob die Hühner diese auch gesucht haben, ist nicht näher bekannt, allerdings ist die Aktion eines holländischen Discounters damit schon jetzt ein voller Erfolg (Auf der Homepage der Aktion gibt es übrigens den offiziellen Hühnerzähler, über den man verfolgen kann, wie viele Hühner bereits adoptiert wurden).

Huhn-Adoption kostet knapp 25 Euro

Für 24,50 Euro pro Jahr kann man ein Bio-Huhn in seine Familie aufnehmen. Als Gegenleistung erhält man dafür ein Jahr lang Wertcoupons für Bio-Eier bei betreffendem Supermarkt. Mit dieser Aktion sollen in den Niederlanden vorrangig Bio-Eier beliebter gemacht werden. Unter dem Motto „Auf dem Weg nach Morgen“ unternimmt der Discounter immer wieder Anstrengungen in Sachen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und gesunder Ernährung. Die Adoptions-Aktion erfolgt dabei in enger Zusammenarbeit mit der Umweltorganisation Bionext, die sich für umweltfreundliche Landwirtschaft in den Niederlanden einsetzt und in Folge dieser Kooperation auch die artgerechte Haltung der „Adoptivkinder“ überwacht.

Übrigens, wenn Sie lieber einen Hahn adoptieren wollen, kein Problem, auch das ist möglich. Dann gibt es zwar keine Eier, dafür wird aber der Fortbestand der Bio-Hühner gesichert. Den Hahn und sein morgendliches Kikeriki können Sie dann jedoch auch nicht als Wecker nutzen, denn genau wie die adoptierten Hühner wohnen die neuen Familienmitglieder nicht bei den Adoptiveltern. Vielmehr bekommen sie - um im Bild zu bleiben - eine Art Taschengeld. Es handelt sich schließlich um eine finanzielle Fernunterstützung, die ihnen eine artgerechte Haltung beschert.

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Lobenswert, ist "Adopter en Kip" doch eine gelungene und innovative Aktion. Auf diese Art wird Bewusstsein und Interesse für nachhaltige Lebensmittelproduktion geweckt und für einen respektvollen Umgang mit Lebewesen geworben, die allzu häufig ein grausames Dasein führen müssen. Gute Gründe, diese Idee aus den Niederlanden zu adoptieren.


Im Bild: Ausgewachsenes Adoptivkind (www.istockphoto.com/overcloudnine)

Hier einige Bewegtbilder aus den Niederlanden, die die glücklichen Adoptivkinder dort zeigen:

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Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team