Kulinarische Weltreise – Südamerika, das Land der alten Völker thinkstock
Südamerikas Küche

Kulinarische Weltreise – Südamerika, das Land der alten Völker

Der Ball rollt und die Welt hält für einen Monat lang den Atem an: die Fußball-Weltmeisterschaft ist gestartet. Wir aber wollen über das Fußballfeld hinaus und in andere Töpfe hineinschauen: Typische Gerichte und Rezepte, Wissenswertes über Lebensgefühl und Esskultur international. Heute: Südamerika, das Land der alten Völker.

Lateinamerika ist Lebensgefühl. Herzlichkeit und Offenheit. Millionenstarke Metropolen und einsame Landstriche, Anden und Regenwald, Traumstrände am karibischen Meer und stürmische Wellen am Pazifischen Ozean. Eine einzigartige Kultur, die von den Inkas, Mayas und Azteken überliefert wurde.

Südamerika – ein kulinarischer Überblick

Die Einfachheit aus den vorhandenen Grundnahrungsmitteln des Kontinents wird vermischt mit Einflüssen ehemaliger afrikanischer Sklaven und europäischer Einwanderer. Immer präsent sind in Lateinamerikas Küche Mais, Reis und Bohnen.

Beliebt in ganz Südamerika ist Rind- und Lammfleisch, aber auch Meeresfrüchte. Als Beilage dienen häufig Süßkartoffeln, Yuca (Maniok), Tomaten, Mangold, Paprika, Kürbis oder Karotten. Dazu kommt eine reiche Fülle an exotischen Früchten: Mangos, Maracujas, Papayas, Melonen, Stern- und Acerolafrüchte schmecken in den südlichen Ländern einfach besser als in unseren nördlichen Gefilden. Für den dortigen Verzehr werden die Früchte nämlich erst geerntet, wenn sie reif sind.

Das Gastgeberland Brasilien – bem-vindo!

Jeder, der schon einmal in Brasilien war, berichtet von der überschwänglichen Herzlichkeit der Bewohner. Die Lebenseinstellung des Gastgeberlandes ist genauso gelassen wie ausgelassen.

Der Fokus der Küche liegt auf Fleisch: Aus der endlosen Pampa stammt die Tradition der Viehtreiber, Fleisch am Spieß über dem offenen Feuer zu garen. Diese Tradition wurde in den Churrascarias übernommen: In diesen speziellen Restaurants drehen Kellner mit riesigen Fleischspießen verschiedener Fleischsorten ihre Runden. Den Gästen wird die gewünschte Anzahl an Fleisch abgeschnitten – zu einem Festpreis und so lange, bis man satt ist.

Die Feijoada ist ein deftiger brasilianischer Bohneneintopf aus schwarzen Bohnen und denjenigen Fleischteilen, die in früheren Herrenhäusern den Sklaven überlassen wurden: Schweineohren und –schwänze, Pfötchen und Bauchspeck. Heutzutage wird natürlich besseres Fleisch verwendet. Der Brasilianer trinkt dazu gerne ein kühles brasilianisches Bier – und nicht, wie man denken könnte, immerzu den typischen Caipirinha. Das original Caipirinha-Rezept darf an dieser Stelle aber trotzdem nicht fehlen. Anders als in Deutschland genießen die Brasilianer die Avocado gerne als Süßspeise. Hier geht es zum Rezept für einen brasilianischen Avocado-Shake.

Argentinien – Rinder und Mate-Tee

Argentinien und der Tango: Der leidenschaftliche Tango Argentino entwickelte sich zwischen 1850 und 1880 in den ärmlichen Vororten von Buenos Aires. Einwanderer kamen in der Hoffnung auf Arbeit und Reichtum in das Land, ihre Träume wurden aber nur selten erfüllt. Der Tanz, von den Einheimischen zunächst nicht akzeptiert, drückte die Gefühle und Sehnsüchte aus. Seit 2009 gehört der Tango Argentino zum Weltkulturerbe.

Berühmt ist Argentinien für sein Rindfleisch, das zu den besten Fleischsorten der Welt zählt. Kein Wunder, denn in Argentinien gibt es mehr Rinder als Einwohner! Das Asado ist die argentinische Variante vom Barbecue und meint ein besonderes gesellschaftliches Ereignis. Nicht nur der Grill hat für europäisches Verständnis gigantische Ausmaße, auch das Fleisch, das darauf landet, ist im XXL-Format. Zum Asado gibt es eine scharf gewürzte Soße, das Chimichurri, die aus Kräutern wie Petersilie, Thymian, Oregano, viel Knoblauch und Zwiebeln zubereitet wird.

Empanadas sind verschieden gefüllte Teigtaschen, bei denen je nach Region der Rand anders verziert wird. Zu den beliebtesten Füllungen gehören Rindfleisch, Hühnchen, oder Maisbrei, humita genannt.

Das Nationalgetränk Argentiniens ist der Mate-Tee aus den Blättern des Yerbabusches. Für europäische Geschmacksnerven ist er recht bitter – in Südamerika hingegen wird er wie unser Nachmittagskaffee konsumiert. Durch seinen Koffeingehalt hat er eine belebende Wirkung.

Hier geht es zum Rezept für Argentinische Empanadas.

In den Anden essen sie Meerschweinchen

In den Andenländern Kolumbien, Ecuador, vor allem aber in Peru und Bolivien sind Meerschweinchen, dort Cuys genannt, eine Spezialität der armen Leute. Sie werden oft im eigenen Haus gezüchtet und nicht nur zu besonderen Gelegenheiten verzehrt. Die Cuys haben mittlerweile aber auch den Sprung in die Gourmet-Restaurants der großen Städte wie etwa Lima geschafft.

Keinesfalls zu verschmähen ist der chilenische Wein. Dank der einzigartigen klimatischen Bedingungen kann dieser sich durchaus mit der internationalen Konkurrenz wie Frankreich oder Südafrika messen. 

In Südamerika als Beilage zu Fisch sehr beliebt: Arroz con coco, Reis mit Kokosgeschmack: Hier geht es zum Rezept.

Weitere Rezepte aus Kolumbien
Arepas
Empanadas


Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team
 

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