Geisha Kaffee – Das schwarze Gesicht Gottes thinkstockphotos.de
Besonderer Kaffee-Genuss

Geisha Kaffee – Das schwarze Gesicht Gottes

Wer etwas von Kaffee versteht, sollte zumindest einmal in seinem Leben eine Tasse Geisha Kaffee probiert haben. Dafür muss man aber leider ein bisschen tiefer in die Tasche greifen.

Geisha Kaffee, oft auch als Gesha Kaffee bezeichnet, zählt zu den exklusivsten Kaffeesorten der Welt. Teilweise wird er sogar teurer gehandelt als der berühmte Kopi Luwak. Für ein Kilogramm Bohnen der Spitzenqualität wurden bei einer Auktion im Jahr 2010 umgerechnet 375 Dollar bezahlt. Teurer war noch niemals ein Kilo Kaffee, zumal der Preis für grüne, ungeröstete Bohnen bezahlt wurde. Don Holly, der Qualitätsbeauftragte für die amerikanische Spezial-Rösterei „Green Mountain Coffee“, sagte 2006, nachdem er eine Tasse „Esmeralda Special“ getrunken hatte, er hätte das Gesicht Gottes in einer Tasse gesehen.

Unscheinbare Herkunft

Ursprünglich stammt die für den Geisha Kaffee verwendete Kaffeebohne aus Äthiopien. Heute wird Geisha aber vor allem in Mittelamerika, besonders in Panama in der Bergregion „Boquete“ angebaut. 1930 fanden die Bäume den Weg von Afrika nach Zentralamerika. Die Kaffeepflanzen mit den edlen Bohnen sehen dabei zunächst sehr unscheinbar aus. Im Vergleich zu den anderen Bäumen haben sie weniger Blätter, dünnere Zweige und tragen weniger Früchte. Zudem ist sie sehr anfällig gegen Bakterien und Schädlinge. Da ist es kein Wunder, dass die Bohnen dieser Bäume lange Zeit eher stiefmütterlich behandelt wurden.

Der Durchbruch

Das änderte sich schlagartig im Jahr 2002. In diesem Jahr entdeckte Daniel Petersen, der Sohn des Kaffeeplantagenbesitzers Price Petersen, dessen Familie in den 60er Jahren nach Panama ausgewandert war, welchen einzigartigen Geschmack die Bohne besitzt. Er schlug vor, die Kaffeebohnen von jedem einzelnen Hang einmal getrennt voneinander zu probieren. Bis dahin wurden Geisha-Bohnen zusammen mit den anderen Bohnen geröstet und gemahlen. Zudem wurden die Bohnen in einem sehr speziellen und aufwändigen Verfahren getrocknet. Hierbei bleibt noch ein wenig Fruchtfleisch an den Bohnen, die beim Trocknen zudem ständig von Hand bewegt werden müssen. Macht man hier einen Fehler, kann es sein, dass die Früchte schimmeln oder vermentieren können und unbrauchbar werden.

Besonderer Kaffeegenuss

Eine weitere Besonderheit an den Geisha-Bohnen ist, dass sie ihren einzigartigen Geschmack erst entfalten, wenn sie in einer Höhe ab 1.600m angebaut werden. Wachsen die Bäume unter diese Höhe, schmecken sie flach, nicht komplex und auch die Aromen sind kaum ausgeprägt. Verwendet man aber Bohnen oberhalb der 1600m-Grenze, verschwinden die Bitterstoffe und der Kaffee bekommt eine einzigartige, blumige Note mit einem Einfluss von Bergamotte und Yasmin, die allerdings etwas gewöhnungsbedürftig ist und „normalen“ Kaffeetrinkern zunächst einmal fremd vorkommen wird.

Warum die Geisha Bohnen in großer Höhe wachsen müssen, um ihren einzigartigen Geschmack zu entwickeln, ist bis heute noch nicht bekannt. Doch wer einmal einen Schluck probiert hat weiß, dass er einen ganz besonderen Kaffee in seiner Tasse hat.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team