Was isst die Welt zu Ostern? Ostertraditionen rund um den Globus www.istockphoto.com/Linda Macpherson
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Was isst die Welt zu Ostern? Ostertraditionen rund um den Globus

Ostern steht vor der Tür und damit einer der höchsten christlichen Feiertage und das Ende der Fastenzeit. Deswegen kommen in vielen Familien ganz besondere Speisen auf den Tisch. Die traditionellen Osteressen der verschiedenen Länder werden hier vorgestellt.

Ostern, genau wie Weihnachten ein Fest voller Traditionen. Solcher, die innerhalb der Familie weitergegeben werden und jener, die im ganzen Land verbreitet sind. Das ist beim Essen genauso, wie beim Osterspaziergang oder dem Eiersuchen der Kinder.

Osterbrot überall bekannt

Das in Deutschland traditionelle Osterbrot, aus Hefeteig und Rosinen, ist auch in vielen anderen Ländern eine gepflegte Tradition. Wie bei allem, hat jeder sein ganz persönliches Rezept, doch im Grunde genommen, handelt es sich um den gleichen Kuchen.

Während er im Englischen Hot Cross Bun, im Österreichischen Osterfochaz, im Tschechischen Mazanec, im Russischen Kulitsch und im Griechischen Tsoureki genannt wird, hat er in Italien nicht nur einen anderen Namen sondern auch eine ganz spezielle Form: Die Colomba, auf Italienisch Taube, hat als Kuchen auch diese Form.

In Deutschland stehen Lämmchen oder Hase für das typische Ostertier, in Italien ist es die Taube. Es gibt eine schöne Legende, wonach die Taube auf die langobardische Zeit zurückgeht. Der Langobardenkönig Alboino soll während der Belagerung von Pavia eine taubenförmoge Pfanne als Zeichen des Friedens überreicht bekommen haben.
Die tatsächliche Erklärung ist leider viel banaler: Die Colomba wurde von der gleichen Firma hergestellt wie der Panettone und die brauchte einfach eine schöne Form. Da die Taube als Symbol der Versöhnung und des Christentums gilt, war es für einen Osterkuchen einfach passend.

Italiens Ostertraditionen

Die Colomba ist nicht die einzige traditionelle Osterspeise in Italien. Eröffnet wird das Ostermahl durch die Brodetto Pasquale, einer Suppe. Sie ist aus einer Brühe aus Lamm zubereitet und wird mit Ei verdickt und mit Zitronensaft verfeinert. Zusammen mit der Suppe wird das Lammfleisch und Brot gereicht.

Die Torta Pasqualina ist eine der Hauptspeisen. Dabei handelt es sich um eine herzhafte Blätterteig-Torte, die unter anderem aus Ei, Ricotta und Spinat zubereitet wird. Traditionell besteht sie aus 33 Schichten, von denen jeweils eine für ein Lebensjahr von Jesus zählt.

Zyprische Flaounes um Mitternacht

In Griechenland und Zypern gibt es eine mit der Brodetto Pasquale vergleichbare Suppe, die dort Avgolemono heißt. In Zypern werden außerdem Flaounes gebacken, Brote, die mit Käse gefüllt sind. Zubereitet werden sie am Karfreitag, gefüllt mit Pafitiko, einem Käse, der extra für die Flaounes hergestellt wird. Wenn sie frisch aus dem Ofen kommen, können die Kinder sie am Ostersonntag mit in die Mitternachtsmesse nehmen. Sobald der Sonntag erreicht ist, dürfen sie verspeist werden.

Christliche Symbolik in Großbritannien

In Großbritannien und Irland gibt es zu Ostern den Simnel Cake, einen reichhaltigen Fruchtkuchen. Besonders ist daran vor allem die Dekoration: Die Verzierung besteht aus elf Marzipanbällchen, die am Rand des Kuchens verteilt werden und einem großen Marzipanball in der Mitte. Dieser steht für Jesus, die elf kleineren symbolisieren seine Jünger. Wer jetzt denkt, das waren doch zwölf, hat Recht, aber die Briten räumen Judas keinen Platz auf ihrem Kuchen ein.

Brasilianer essen Süßes

In Brasilien ist eine Süßigkeit zu Ostern Tradition: Paçoca de amendoim. Hauptbestandteil sind Erdnüsse, die gemahlen und mit Zucker sowie dem Mehl der Maniokpflanze vermischt werden. Paçoca ist sehr trocken und sehr süß, deswegen sollten diejenigen, die die brasilianische Süßigkeit erstmals kosten, ein Getränk zur Hand haben.

Mit diesen typischen Essen zu Ostern sind nur wenige Länder vorgestellt, aber bereits hier wird die Bandbreite an traditionellen Speisen deutlich. Eine Reise über Ostern in ein anderes Land ist also nicht nur reich an Eindrücken sondern auch an kulinarischen Traditionen.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team