Küchentipps aus aller Welt – Tomatensoße braucht keinen Zucker Graciela Cucchiara bei der Tomatenernte in Italien
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Küchentipps aus aller Welt – Tomatensoße braucht keinen Zucker

Graciela Cucchiara reist gerne und viel – sie ist immer auf der Suche nach neuen Ideen für ihre eigene Küche. Für worlds of food verrät die Chefin der Münchner Kochgarage ihre besten Küchentipps, die sie aus den jeweiligen Landesküchen direkt mitgebracht hat. Heute verrät sie, warum eine gute Tomatensoße keinen Zucker benötigt.

„Zucker gehört nicht an eine Tomatensoße. In Italien macht das kein Mensch“, sagt Graciela Cucchiara, Chefin der Münchner Kochgarage. Ihr ist aber auch klar, warum sich das hierzulande eingebürgert hat: „Die modernen Männer und Frauen haben heute keine Zeit mehr. Wie sollen sie denn Geschmack an ihr Essen bekommen, wenn nicht mit Zucker“. Ein richtiger Sugo brauche eben Geduld, müsse sehr langsam und für eine lange Zeit zubereitet werden, sagt die Italo-Argentinierin.

Zeit ist Geschmack

Tomatensoße„Schon meine italienische Oma Lita hat mir in Argentinien beigebacht, wie das geht. Auf unseren jetzigen Reisen durch Italien, genauer gesagt in Napoli und in Apulien, sehe ich das aber immer wieder bei den Mamas in ihren Küchen. Wenn man dort zur Erntezeit entlang fährt, riecht es überall herrlich nach Tomaten. Eine Tomate ist ja eine Frucht, die enthält von Natur aus bereits einen Anteil an Zucker. Dieses Aroma kann man intensivieren, indem man die Tomaten einfach auf einem Backblech bei 50 Grad für ein paar Stunden in den Backofen packt. Einfach ein wenig Olivenöl und auch etwas Knoblauch, sogar mit Schale, dazu geben und Geduld haben. Die Tomaten karamellisieren dann in Ruhe und entwickeln einen tollen Geschmack.“

Doch damit ist die Tomatensoße noch nicht fertig, denn die karamellisierten Tomaten, sind nur die Basis für den Sugo. „Allerdings kann man sie zum Beispiel für Bruschetta oder auch für Pizza verwenden. Den Fehler machen nämlich auch viele in Deutschland, dass sie für Pizza eine gekochte Tomatensoße nehmen“, sagt Graciela.  

So wird der Sugo vollendet

So geht es weiter mit der Tomatensoße: „Um die Tomatensoße zu machen,  werden die Tomaten nach dem Karamellisieren im Ofen zerdrückt und nochmal mit etwas Olivenöl und Knoblauchzehen und vielleicht sogar mit ein paar kleingehackten frischen Tomaten in einem Topf für eine ganze Weile köcheln gelassen. Am Schluss kann man noch ein paar frische Kräuter wie Thymian oder Oregano dazugeben, aber wir lassen das meistens weg und schmecken den Sugo nur noch mit Salz ab. Ihr werdet sehen, das schmeckt so schon richtig gut. Zucker braucht da kein Mensch mehr in der Soße“.

Übrigens: Wenn man genügend Tomaten karamellisiert und anschließend den Sugo kocht, kann man diesen – noch kochend heiß in sterilisierte Gläser mit Schraubverschluss eingefüllt und luftdicht verschlossen – ein Jahr lang in der Vorratskammer aufbewahren. So lohnt sich auch der Aufwand und die investierte Zeit!

Das ist Graciela Cucchiara

Die Liebe zum Kochen hat Graciela von ihrer italienischen Großmutter in die Wiege gelegt bekommen. Schon früh stand sie in Argentinien neben ihr am Herd und guckte in die Töpfe. Jeden Mittag. Damals wusste niemand, dass hier eine originelle Event-Köchin heranwächst. In München kocht sie heute jeden Abend mit ihren Gästen in ihrer Kochgarage, die man für Firmenfeiern und Teamevents samt Team buchen kann. Dabei wird nie nach Rezept gekocht, Improvisation und Spaß stehen im Vordergrund – erlaubt ist, was schmeckt. Die Ideen für die unterhaltsamen und authentischen Themenabende sammelt sie auf ihren Reisen um die ganze Welt. Obendrauf gibt es temperamentvolle Erzählungen von Land und Leuten und den Kulturen, die Graciela kennengelernt hat. Kurzum: Ihre Gäste gehen glücklich nach Hause. Einem breiteren Publikum wurde Graciela Cucchiara in der Kochshow „The Taste“ bekannt, wo sie gemeinsam mit Tim Mälzer kochte. 2015 erschien darüber hinaus das Kochbuch „Die Kochgarage“.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team