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Scharfe Sache

Tipps zum scharfen Essen

Während die einen scharfes Essen vermeiden, kann es anderen nicht scharf genug sein. Schärfe soll ja gesund sein – zumindest bis zu einem gewissen Grad. Aber kann man sich an Schärfe gewöhnen, worauf muss man achten und was kann man tun, wenn es dann tatsächlich einmal zu scharf sein sollte?

Vielleicht haben Sie auch schon einmal versucht, ein richtig scharfes Chili zu machen. Das ist gar nicht so einfach. Denn den richtigen Schärfegrad zu finden, ist schwierig. Benutzt man zu wenig Schärfe, schmeckt es langweilig. Benutzt man zu viel, bringen viele Gäste keinen Bissen hinunter, ohne rot anzulaufen oder unter Schweißausbrüchen zu leiden. Bei kaum einer Zutat gibt es so große Geschmacksunterschiede wie beim Schärfegrad. Insofern ist Vorsicht geboten.

Schärfe vertragen

Ob und wie viel Schärfe man verträgt, hängt zunächst einmal von den Ernährungsgewohnheiten der Eltern, besonders der Mutter ab. Schon im Mutterleib und durch die Muttermilch kann sich unser Geschmackssinn mit Schärfe vertraut machen. Oder könnte, wenn die Mutter scharfe Nahrungsmittel zu sich nimmt. Man kann also zunächst vereinfacht sagen, dass der Sinn für Schärfe vererbt wird. Daher vertragen Menschen, die in Regionen wie Indien oder China aufwachsen, in denen gerne scharf gegessen wird, auch schon als Kinder mehr Schärfe als der normale Mitteleuropäer.

Schärfe gewöhnen

Man kann sich aber auch an Schärfe gewöhnen. Dabei gilt, je öfter desto besser und je früher desto besser. Wenn man schon als Kind schärfere Lebensmittel zu essen bekommt oder seine Mahlzeiten mit Pfeffer, Chili oder Ingwer würzt, verträgt man als Erwachsener viel mehr Schärfe.

Dass Schärfe ein Problem sein kann liegt an bestimmten Inhaltsstoffen in Pfeffer, Chili & Co, die im Mund Schmerzfasern reizen. Diese Schmerzrezeptoren verlieren an Empfindlichkeit, wenn sie häufig gereizt werden. Zudem leiten sie das Schmerzsignal nur gedämpft weiter. So lautet zumindest die aktuelle Vermutung von Ernährungswissenschaftlern. Pfeffer tut also weniger weh, wenn man ihn oft zu sich nimmt. Allerdings dauert das lange. Wenn man zum indisch Essen eingeladen wird, bringt es nichts mehr, wenn man vier Wochen vorher jeden Tag eine zusätzliche Peperoni zu sich nimmt.

Schadet Schärfe den Geschmacksnerven?

Wenn man den Mund kaum noch zu bekommt, weil das Brennen darin zu groß wird, schmeckt man nicht mehr viel. Daher ging man lange davon aus, dass Schärfe über kurz oder lang dem Geschmackssinn schadet. Allerdings gibt es mehrere Experimente, die diese Annahme widerlegt haben. Anscheinend ist eher das Gegenteil der Fall, da die Geschmacksrezeptoren in der Schleoiomhaut durch die Schärfe besser durchblutet werden. Das gilt aber nur bis zu einem gewissen Schärfegrad, die allerdings individuell verschieden ist.

Zu scharf - was hilft

Bei dem Versuch, sich an Schärfe zu gewöhnen, hat es der eine oder andere bestimmt schon mit der Schärfe übertrieben. Schnell greift man zum Wasserglas, um das Brennen im Mund zu löschen. Das bringt allerdings nicht viel. Denn die meisten Stoffe, die scharf sind, sind nicht wasserlöslich und bleiben an der Zunge haften. Besser sind Milch oder Joghurt, da das Fett darin die Schärfe neutralisiert. Helfen kann auch eine Scheibe trockenes Brot. Das zieht Speichel und damit auch die darin enthaltenen Schärfe von den Geschmacksknospen ab.

Wenn Sie also das nächste Mal Chili kochen, halten Sie einen Krug Milch bereit und stellen Sie ein Körbchen mit Brot auf den Tisch. Dann kann es auch einmal ein bisschen schärfer werden.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team