„Frag Heinz“ –  Muscheln nur in Monaten mit „R“? Heinz O. Wehemann, Landhaus Scherrer
Tipps vom Profi

„Frag Heinz“ – Muscheln nur in Monaten mit „R“?

Schließt Käse den Magen? Ist frisches Obst gesünder als getrocknetes und ist es nur in Monaten mit „R“ erlaubt, Muscheln zu essen? Heinz O. Wehmann, der Chefkoch des Hamburger Sterne-Restaurants Landhaus Scherrer, ist Experte bei der Aufklärung von Küchen- und Koch-Mythen. Seiner langjährigen Erfahrungen ist es zu verdanken, dass er uns mit Antworten zu diesen alltäglichen Fragen überrascht.

Der Mythos: Sollten Muscheln in den Sommermonaten gemieden werden?

„Diese Behauptung ist wahr, aber veraltet“, weiß Sternekoch Heinz O. Wehmann.

Muscheln sind Weichtiere und ernähren sich von Plankton, das sie über ihre Kiemen aus dem Wasser filtern. An einigen Stellen im Meer vermehren sich in den Sommermonaten bestimmte einzellige Algen, die bis zu 40 Mio. Mal pro Liter vorkommen und einen toxischen Stoff produzieren. Muscheln, die pro Stunde 37 Liter Wasser durch ihre Kiemen filtern, reichern so eine für Menschen giftige Menge Algen an. In so einer hohen Konzentration kann der Verzehr dieser Muscheln zu Lähmungserscheinungen, Erbrechen, Gedächtnisstörungen und sogar zum Tode führen. Heutzutage kommt dies kaum noch vor, denn es wird stets darauf geachtet, dass an den betroffenen Meeresstellen nicht geerntet wird. Neben der erläuterten toxischen Problematik, ist die Muschel auch während ihrer Fortpflanzungszeit im Mai nicht zu empfehlen. Allerdings nicht aus gesundheitlichen, sondern aus geschmacklichen Gründen.

Auch im Landhaus Scherrer werden Muscheln gerne verwendet, zum Beispiel in der bekannten

Bouillabaisse von Nordseefischen – Övelgönner Fischsuppe

Mit dem Begriff Bouillabaisse verbindet man ein provenzalisches Gericht aus Marseille. Eine Suppe mit köstlichem Meeresfisch, lokalen Zutaten und langer Tradition. Jetzt kommt sie auch nach Deutschland: Die Övelgönner Fischsuppe steht dem Original in nichts nach. Das besondere Rezept des Sternekochs Heinz O. Wehmann des Landhaus Scherrer verbindet Fischspezialitäten aus der Nordsee mit hochwertigen Zutaten wie Safran und Fenchelkraut. So wird aus dem französischen Traditionsgericht eine nordische Spezialität.

Was muss ich beim Muschelkauf beachten?

Im Supermarkt können Muscheln das ganze Jahr über sorgenfrei gekauft werden. Heinz O. Wehmann hat noch einen wichtigen Tipp: „Es sollte darauf geachtet werden, dass die Muscheln aus kontrollierter Züchtung kommen, um die Zerstörung von natürlichen Muschelbänken nicht noch zu unterstützen“.

Inhaltsstoffe von Muscheln:

Muscheln zählen zu den gesündesten und nährstoffreichsten Lebensmitteln: Sie liefern vor allem Selen und Zink. Stoffe, die vor aggressiven Molekülen, welche unsere DNA angreifen, schützen. Zudem stärken sie unser Immunsystem und liefern Omega-3-Fettsäuren, die für den Menschen essenziell sind, da der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Diese Fettsäuren sind wichtig für die Blutgefäße und stärken das Herzkreislaufsystem. Außerdem liefert das Fleisch der Muschel Vitamin D, den Stoffwechselanreger Jod und Eiweiß. Zudem sind Muscheln nahezu kalorienarm.

Die Top fünf der beliebtesten Muschel-Sorten:

1. Die Entenmuschel: Ursprung an der Nordwestküste Spaniens im Atlantik.
2. Die Jakobsmuschel: Vorkommen an der Küste der Normandie, Frankreich und auch in Schottland und Irland.
3. Die Auster: Am häufigsten in Asien und Nordamerika aber auch in Nordeuropa.
4. Die Schwertmuschel: Zu finden in der Nord-und Ostsee.
5. Die Miesmuschel: Häufiges Vorkommen in Nord- und Ostsee, sowie im Mittelmeer und Atlantik.

Hier: Tipps zum Grillen von Muscheln 

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team