Die Weißwurst – Um 12 hat ihre Stunde geschlagen thinkstockphotos.de
Münchner Traditionsgericht

Die Weißwurst – Um 12 hat ihre Stunde geschlagen

Die Weißwurst ist eine der bekanntesten Münchner Spezialitäten. Waschechte Bayern schwören auf ihr Weißwurst-Frühstück (nie nach 12 Uhr mittags) – traditionell serviert mit süßem Senf, Brezn und Weißbier. Passend zur Wiesn-Zeit servieren wir Ihnen Wissenswertes über die Geschichte, Zubereitung und den Verzehr der Weißwurst.

Woraus besteht die Weißwurst?

Die Weißwurst wird aus Kalbsfleisch, Schweinerückenspeck, gegartem Kalbskopffleisch, Eis-Schnee und Kochsalz hergestellt. Gewürzt wird sie beispielsweise mit Petersilie, Pfeffer, Zitrone oder Zwiebel – je nach Rezept. Dabei zählt die Weißwurst zu den sogenannten Brühwürsten, die bei der Herstellung mit Hitze behandelt und dadurch fest und haltbar gemacht werden. Bei Weißwürsten erfolgt die Hitzebehandlung üblicherweise durch Brühen in heißem Wasser. Um Ihnen noch ein paar Zahlen an die Hand zu geben: Die Weißwurst ist zwischen acht und zehn Zentimeter lang und etwa 60 bis 80 Gramm schwer.

Geschichte der Weißwurst

Laut Legende entstand die Weißwurst am 22. Februar 1867 im Gasthaus „Zum Ewigen Licht“ am Marienplatz. Metzger Joseph Moser (Moser Sepp genannt) erfand sie zufällig: Die Weißwurst war das Resultat eines Fehlfabrikats ursprünglich geplanter Kalbsbratwürste. Da Moser die Schafssaitlinge ausgingen, schickte er seinen Lehrling los, um neue zu besorgen. Als dieser anschließend mit Schweine- anstatt Schafsdärmen zurückkehrte, füllte Moser das helle Brät in die Schweinedärme. Er drehte die Würste ab und brühte sie in heißem Wasser, weil er befürchtete, dass die Würste sonst platzen könnten. Bei seinen Gästen wurde die neue Wurstkreation nach anfänglichem Misstrauen ein voller Erfolg. Wie es jedoch mit Legenden so ist, weiß niemand genau, ob es sich wirklich so zutrug.

Wie man Weißwurst verzehrt

Grundsätzlich gibt es zwei Arten, Weißwurst zu verzehren: Traditionsgemäß wird sie gezuzelt, andere befreien sie mit Messer und Gabel vom Darm – der wird nämlich nicht mit gegessen. Beim Zuzeln nimmt man die Weißwurst in die Hand und saugt das Brät aus der Haut. Bei der Variante mit Messer und Gabel hat sich inzwischen der sogenannte Längsschnitt durchgesetzt. Hierbei schneidet man die Weißwurst der Länge nach auf (ohne sie zu zerteilen). Anschließend wird die Haut mit dem Messer fixiert und die Weißwursthälften aus der Haut geklappt. Eine schwierigere Variante mit Messer und Gabel ist der Kreuzschnitt. Dabei werden mundgerechte Häppchen mit mehreren Einschnitten in Rautenform freigelegt und aus der Haut herausgedreht.

Bleibt nur noch die Frage, wann man Weißwurst verzehrt. Sie haben richtig gehört! Denn: Die Weißwurst darf das 12-Uhr-Läuten nicht hören, sagt der Volksmund. Die Regel stammt aus einer Zeit, in der es noch keine Kühlschränke gab, die es erlaubten, die Weißwürste zu kühlen. Aus diesem Grund mussten sie rasch verzehrt werden. Heute ist es natürlich jedem selbst überlassen, zu welcher Tageszeit man eine Weißwurst isst.

Zubereitung der Weißwurst

Was Sie unbedingt beachten sollten: Die Weißwurst wird gebrüht, nicht gegrillt oder gebraten. Dabei wird sie lediglich sanft erhitzt, nicht gekocht – ansonsten platzt sie und verliert an Geschmack. Mit unserer Anleitung bereiten Sie Weißwurst garantiert richtig zu. Und so geht’s:

Bringen Sie Wasser in einem entsprechend großen Topf – je nach Anzahl der Weißwürste – zum Kochen.

Anschließend den Topf vom Herd nehmen und die Weißwürste vorsichtig ins Wasser legen. Lassen Sie sie etwa zehn bis zwölf Minuten ziehen. Den Topf stellen Sie nicht wieder zurück auf die Herdflamme.

Nach zehn bis zwölf Minuten die Weißwürste aus dem Topf nehmen und mit süßem Senf servieren.

An Guadn!

Kennen Sie schon die Champagner-Weißwürste von Toni Holnburger? In unserem Interview erfahren Sie mehr über die Rezeptur seiner berühmten Weißwürste.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team