Kann man auf dem Everest ein Ei hart kochen – Frag Heinz Heinz O. Wehmann, Landhaus Scherrer
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Kann man auf dem Everest ein Ei hart kochen – Frag Heinz

Verschließt Braten die Poren vom Fleisch? Ist frisches Obst gesünder als getrocknetes und kann man auf dem Mount Everest ein Ei hart kochen? Heinz O. Wehmann, Sternekoch des Landhaus Scherrer in Hamburg, verrät welchen Mythen man rund um das Thema Kochen und Ernährung glauben kann und welchen besser nicht.

Dass es unter den extremen Bedingungen auf dem Mount Everest etwas länger dauern könnte, ein Ei hart zu kochen oder aufgrund der Kälte spezielle Vorrichtungen notwendig sind, erscheint logisch. Ist es also problemlos möglich, ein Ei unter diesen Voraussetzungen hart zu kochen?

Ob man auf dem Mount Everest ein Ei hart kochen kann? – Heinz O. Wehmann erklärt die Faktoren:

Siedepunkt im Gebirge

Der Siedepunkt, beschreibt den Zeitpunkt in dem eine Flüssigkeit zu Gas wird. Beeinflusst wird der Siedepunkt von der Siedetemperatur und dem Siededruck.

Wasser kocht normalerweise bei 100°C. „Je niedriger der Luftdruck, umso weiter verschiebt sich der Siedepunkt nach unten“, so Heinz O. Wehmann. Im Gebirge, wo der Luftdruck mit der Höhe immer mehr abnimmt gilt folgende Faustegel: Pro 300 Höhenmeter verringert sich der Siedepunkt um etwa 1 °C. Auf dem gut 8800 Meter hohen Mount Everest kocht das Wasser daher bereits bei 70 °C.

Ein Ei auf dem Mount Everest hart kochen

Wasser kocht auf dem Mount Everest also bereits bei 70°C. Diese Temperatur reicht allerdings nicht aus, um das Eiweiß gerinnen zu lassen. Denn die darin enthaltene Substanz (Ovalbumin) wird erst bei über 80°C fest. Das Ergebnis: „Ein auf dem Mount Everest gekochtes Ei hat zwar ein festes Eigelb, das Eiweiß bleibt hingegen flüssig. Auf dieser Höhe kann ein Ei also nicht komplett hart gekocht werden“, verrät der Sternekoch.

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Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team