Meerrettich: Feinkost und Heilmittel zugleich Steiermark Tourismus

Meerrettich: Feinkost und Heilmittel zugleich

Für manchen Feinschmecker ist ein Gericht ohne den Scharfmacher Meerrettich (Kren) nicht vollständig. Und wie es scheint, gibt es kaum ein Wehwehchen, das mit der Wunderwurzel nicht kuriert werden kann.

Sie wirkt robust und unprätentiös – doch die Meerrettichwurzel ist eine echte Diva. Das fängt schon beim Boden an: Nur der schwere, tiefgründige Lehmboden der Südoststeiermark bringt sie zur vollen Entfaltung. Unzählige Kulturarbeiten mit rund 1.000 Arbeitsstunden pro Hektar sind nötig, um Meerrettichstangen mit hoher Qualität zu ernten.

"Der Meerrettich will jeden Tag seinen Herrn sehen", heißt es im Volksmund. Ganz schön anspruchsvoll! Beim "Krenheben" Ende Mai/Anfang Juni wird jede Meerrettichstange einzeln aus der Erde gehoben. Triebe und Seitenwurzeln werden entfernt, um eine schöne, glatte Wurzel zu erhalten.

Die günstigen klimatischen und geologischen Voraussetzungen machen die Steiermark zu einer idealen „Brutstätte“ für den Meerrettich. 95 Prozent der österreichischen Meerrettich-Produktion stammt aus der Steiermark.

Geschmackvoll und vielfältig

Meerrettich lässt sich keineswegs nur frisch gerieben zur Jause genießen. Die Spitzenköche veredeln mit steirischem Meerrettich nicht nur Vor- und Hauptspeisen, sondern auch Beilagen, Aufstriche und Salate. Schließlich harmoniert der Scharfmacher mit nahezu allen Gerichten und gehört daher auf den Tisch wie Salz und Pfeffer.

Für die Zubereitung muss die Wurzel zuerst geschält, anschließend gerieben (richtig heißt es: gerissen) - und rasch serviert werden. So bleibt das volle Aroma mit seiner typischen Schärfe erhalten. Um Verfärbungen zu vermeiden, kann man ihn mit Zitronensaft oder Essig beträufeln. Mit Meerrettich verfeinerte Soßen sollten nicht mehr aufgekocht werden.

Der gesunde Alleskönner

Was die gesundheitliche Wirkung des Meerrettichs betrifft, so muss man sich fast wundern, dass er nicht von Ärzten verabreicht wird. Schon im Mittelalter half die Wurzel bei Vergiftungen, Ohrenschmerzen oder Dreitagefieber. Der Vitamin-Gehalt des Meerrettichs ist doppelt so hoch wie in der Zitrone.

Meerrettich wirkt als natürliches Antibiotikum und seine ätherischen Öle tun dem Körper nur gut. Er hilft auch gegen Kopfschmerzen, der Duft des geriebenen Meerrettichs soll sogar Verspannungen lösen. Also darf man beim Meerrettich nicht nur guten Appetit, sondern auch gute Besserung wünschen.

Hier gibt es ein leckeres Rezept mit Meerrettich.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team