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Ayurvedische Ernährung - Die Grundlagen

Mit dem Thema „Ayurvedische Ernährung“ beschäftigt sich die Kochreihe „Was bewirkt…?“, die worlds of food von nun an wöchentlich zusammen mit unserem Ayurveda-Experten Volker Mehl präsentiert. In diesem Artikel erklärt der Ayurvedakoch und Gesundheitsexperte Volker Mehl schon einmal die  Grundlagen zu Ayurveda und die dabei zu unterscheidenden Geschmacksrichtungen.

Die ayurvedische Ernährung

Eine besonders einfache Möglichkeit, das Gleichgewicht zu erhalten, ist die Ernährung. Die Ernährungslehre gilt als beste Möglichkeit, Krankheiten erst gar nicht entstehen zu lassen. Wichtigstes Element dabei sind die 6 ayurvedischen Geschmackrichtungen: süß, sauer, salzig, scharf, bitter und herb. Innerhalb der Mahlzeiten versucht man all diese Geschmackrichtungen abzudecken, um ein möglichst vollkommenes Geschmackerlebnis zu erzeugen. Dadurch wird vor allem verhindert, dass einem nach der Mahlzeit ein Geschmack gefehlt hat und man deswegen einen Ersatz in der Tafel Schokolade oder der Chips-Tüte sucht.

Darüber hinaus hat jede Geschmackrichtung eine spezielle Wirkung auf den Körper und hat entweder eine erhitzende oder kühlende Energetik auf den Organismus.

Die ayurvedischen Geschmacksrichtungen

Süß – Diese Geschmacksrichtung besteht aus den Elementen Wasser und Erde. Sie nährt alles Gewebe und hat eine kühlende Energetik. Ein Übermaß an Süße kann zu Fettleibigkeit, Lethargie, übermäßigem Schlaf und Problemen mit der Lunge und Diabetes führen.
Beispiele für Süß: Datteln, Sesam, Kokosnuss, Cashewkerne

Sauer besteht aus Feuer und Erde. Es fördert den Aufbau des Gewebes und hat eine erhitzende Energetik. Es regt den Appetit an und fördert den Geschmack der Nahrungsmittel. Im Übermaß kann die saure Geschmacksrichtung zu Ödemen, Geschwürbildung und Sodbrennen führen.
Beispiele für Sauer: Käse, Joghurt, Zitronen, Tomaten

Salzig – Dieser Geschmack besteht aus Feuer und Wasser. Salzig hat eine erhitzende Wirkung und fördert die Verdauung, kann leicht abführend wirken und hebt die anderen Geschmackrichtungen auf. Im Übermaß kann „Salzig“ Hauterkrankungen, Entzündungen, Störungen des Blutes, Hautunreinheiten und Magengeschwüre hervorrufen.
Beispiele für Salzig: Alle Salze und Meeresalgen

Die Geschmacksrichtung Scharf besteht aus Feuer und Luft. Sie hat eine erhitzende Energetik und fördert die Verdauung. Scharf verbessert zudem die „Verstoffwechslung“ der aufgenommenen Nahrung. Sie kann helfen, Blutgerinnsel aufzulösen und hat im allgemeinen eine reinigende Wirkung auf den Organismus. Im Übermaß kann sie Hitzegefühle verstärken, Magengeschwüre, Schwindel und Ohnmacht verursachen.
Beispiele für Scharf: Ingwer, Knoblauch, Nelken, Pfeffer

Bitter – Diese Geschmacksrichtung besteht aus Luft und Äther. Sie hat eine kühlende Energetik und kann entgiftend und keimtötend wirken. Daneben fördert sie die anderen Geschmackrichtungen. Es kann bei Gefühlen wie Hitze und Brennen im Körper helfen. Im Übermaß kann Bitter Trockenheit und Kälte im Körper verschlimmern.
Beispiele für Bitter: Kümmel, Kürbiskerne, Rhabarber

Herb besteht aus Luft und Erde. Diese Geschmacksrichtung hat eine kühlende Energetik und eine beruhigende und blutstillende Wirkung. Im Übermaß kann sie zu Verstopfung, Trockenheit und Herzproblemen führen.
Beispiele für Herb: Linsen, Salat, Ziegenmilch, Koriander

Ayurvedische Ratschläge zur Ernährung und Verdauung

Im Ayurvedischen gibt es, wie wir gesehen haben, keine Regeln. Dennoch gibt es Ratschläge, die dem Einzelnen helfen sollen, im Rahmen seiner Ernährung eine bessere Einstellung hierzu zu bekommen. Hier sind einige Tipps:
1. Vor den Mahlzeiten die Hände waschen, um sich die Bedeutung der Ernährung bewusst zu machen.
2. In Stille und ohne Ablenkung essen und mit vollem Bewusstsein die Nahrung zu sich nehmen. Dies erhöht die Bekömmlichkeit und den Genuss.
3. Nie zu viel essen. Dies ist genauso schädlich wie dauerhaftes Fasten.
4. Trinken vor und unmittelbar nach dem Essen, vor allem von kalten Flüssigkeiten, behindert die Verdauung.
5. Das Zubereiten der Mahlzeit soll den Alltag positiv verändern. Sie kann als kleine meditative Einheit der Nahrungsaufnahme vorweg gehen und helfen Körper und Geist, sich darauf einzustellen. Man soll sich auf diese Gelegenheit freuen können und es sich beim Kochen möglichst schön machen.

Tipp für die kommenden Rezepte

Nahrungsmittel gelten im Ayurveda als im höchsten Maße gesundheitsfördernd. Dabei gibt es keine kategorische Unterscheidung zwischen Gesundem und Ungesundem. Es gilt der Ansatz von passender und unpassender Nahrung je nach Konstitutionstyp und Verdauungskraft. Eine Portion Bratkartoffeln kann genauso eine positive Wirkung haben wie ein frischer Salat. Man ist in dieser Hinsicht sehr pragmatisch. Jeder Mensch ist ein absolutes Einzelstück und genau dieser Tatsache trägt Ayurveda konsequent Rechnung.

 

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team