Manuka-Honig aus Neuseeland thinkstock
Antibakterielle Wirkung

Manuka-Honig aus Neuseeland

Die heilende Wirkung von Honig war schon berühmten Heilkundigen wie Hippokrates und Paracelsus bekannt. Sie nutzten das süße Bienengold zum Beispiel in ihren Heilmixturen für Wundauflagen. Der Manuka-Honig aus Neuseeland übertrifft die Wirkung aller herkömmlichen Honigsorten aber um ein Vielfaches.

Heilmittel der Maori

Der Manuka-Honig wird aus dem Blütennektar des Manuka-Strauches gewonnen, der ausschließlich in Neuseeland, im südlichen Australien und Teilen Tasmaniens beheimatet ist. Er ist ein Artverwandter des australischen Teebaums.
Die Ureinwohner Neuseelands, die Maori, nutzen schon seit Jahrhunderten die Kraft des Manuka-Honigs: Zur äußeren Anwendung wurde er auf Wunden gestrichen, um den Heilungsprozess zu fördern. Bei Magen-Darm-Beschwerden half ein Löffel Manuka-Honig, den man auf der Zunge zergehen ließ.

Prof. Thomas Henle vom Institut für Lebensmittelchemie an der TU Dresden untersuchte mit seinem Team vor einigen Jahren, was den Manuka-Honig so besonders macht. Mit erstaunlichen Ergebnissen.

Manuka-Honig: Das Methylglyoxal macht‘s

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Manuka-Honig einen hohen Anteil an Methylglyoxal enthält, einem Zuckerabbauprodukt. Ebendiese Substanz ist für die hohe antibakterielle Wirkung des neuseeländischen Honigs verantwortlich. Und: Dieser Stoff sei in dem Honig, so die Forscher, in exorbitanten Mengen vorhanden. In herkömmlichen Honigsorten sind fünf Milligramm pro Kilogramm Honig enthalten. Die Konzentration des Manuka-Honigs liegt bei 300 bis 700 Milligramm pro Kilo.

Ein weiterer Vergleich: Kaffee enthält ebenfalls ein wenig Methylglyoxal. Man müsste laut Prof. Henle aber 50 bis 100 Tassen Kaffee trinken, um auf die Menge zu kommen, wie sie in 20 bis 30 Gramm Manuka-Honig enthalten ist.

Der effiziente Bakterienkiller

Der Manuka-Honig empfiehlt sich zum einen als Wundauflage bei schlecht abheilenden Wunden. Viel beeindruckender ist seine Wirkung aber bei der inneren Anwendung: Manuka-Honig ist imstande, das Bakterium Heliobacter pylori zu bekämpfen, das für Magen-Darm-Probleme verantwortlich ist, etwa für Magengeschwüre oder Magenschleimhautentzündungen.

Wissenschaftliche Studien der neuseeländischen University of Wakaito zeigten, dass sogar antibiotikaresistente Stämme mit Manuka-Honig bekämpft werden können: Dazu zählt das Eiterbakterium Staphylococcus aureus, das bei einem geschwächten Immunsystem Hautinfektionen hervorrufen kann. Staphylococcus aureus ist ebenso verantwortlich für Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündungen oder Mittelohrentzündungen – bei diesen Krankheitsbildern hilft die Einnahme von verdünntem Manuka-Honig nachweislich.

Bei Erkältungen, Halsschmerzen und Husten wird der Manuka-Honig zu einem wohlschmeckenden Heilmittel. Der Vorteil ist, dass der Wirkstoff Methylglyoxal weitgehend hitzeunempfindlich ist: Man kann ihn also dem Tee zufügen, ohne dass er seine antibakterielle Wirkung verliert.

Vorsicht vor Fälschungen

Aufgrund seiner hochgelobten Wirkung ist Manukahonig sehr begehrt – diese Tatsache ruft viele Fälschungen auf den Plan. Oft wird minderwertiger Honig als Manuka-Honig deklariert und überteuert verkauft.

Laut den Wissenschaftlern der TU Dresden kann man einen echten Manuka-Honig an seiner Verpackung erkennen: Der Honig ist echt, wenn unter den Inhaltsstoffen auch der Anteil an Methylglyoxal angegeben ist. Dann findet man ihn unter der Bezeichnung MGO oder UMF. Manuka-Honig wird auch in Deutschland bei diversen Internet-Händlern und in Reformhäusern angeboten. Achten Sie aber beim Kauf auf die Echtheit des Produkts.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team