Obst und Gemüse sorgen für längeres Leben thinkstock
Niedrigeres Sterberisiko

Obst und Gemüse sorgen für längeres Leben

Dass Obst und Gemüse gesund sind, und zu einer ausgewogenen Ernährung gehören, muss man wohl keinem mehr erzählen. Britische Forscher wollten nun einmal herausfinden, ob man durch den regelmäßigen Konsum von Obst und Gemüse tatsächlich länger leben kann. Sie fanden Erstaunliches.

Ein Apfel am Tag und man braucht bekanntlich keinen Arzt mehr und mit fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag wird man gar nicht mehr krank. Hinter den Ernährungsempfehlungen steckt der Gedanke, dass Obst und Gemüse gesund sind, vor Krankheiten schützen und so auch das Leben verlängern können. Bisher war allerdings nicht klar, ob man wirklich länger leben kann, wenn man viel Obst und Gemüse isst, wie viele Jahre man geschenkt bekommt und ob Obst und Gemüse unterschiedliche Auswirkungen auf das Sterberisiko haben.

Glaubt man einer aktuellen britischen Studie, profitiert man enorm. Nimmt man täglich sieben Portionen Obst (150 Gramm) oder Gemüse (75 Gramm) zu sich, reduziert sich das generelle Sterberisiko in jedem Alter um 42 Prozent. Besonders Gemüse scheint dabei einen lebensverlängernden Effekt zu haben. Während Obst hier nicht ganz so gut abschneidet könnte gezuckertes Obst aus Dosen das Leben sogar verkürzen.

Neue Studie - neue Erkenntnisse

Bisherige Studien haben den Konsum von Obst und Gemüse meistens in den Zusammenhang zu der Entstehung verschiedener Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht. Die britischen Forscher um Oyinlola Oyebode vom University College London haben ihren Blick erweitert. Ihre Untersuchung ist die erste, die sich grundsätzlich mit dem Zusammenhang zwischen dem Konsum von Obst und Gemüse und dem generellen Sterberisiko auseinandersetzt.

Grundlage der Studie bildet die Health Survey for England. Hier wurden zwischen 2001 und 2013 die Ernährungsgewohnheiten und weitere Gesundheitsparameter von mehr als 65.000 Briten erfasst und dokumentiert. Die Teilnehmer entsprechen dabei dem Bevölkerungsschnitt auf den britischen Inseln. Im Zeitraum der Studie verstarben knapp 4.400 Teilnehmer. Mit diesen Daten versuchten die Wissenschaftler nun einen Zusammenhang zwischen der Sterberate und den Ernährungsgewohnheiten zu finden.

Der Effekt ist eindeutig

Grundsätzlich kann man sagen, dass Obst und Gemüse ihren gesunden Ruf zu Recht genießen. Vergleicht man die Menschen, die mehr als sieben Portionen Obst und Gemüse am Tag essen, mit denen, die weniger als eine Portion am Tag zu sich nehmen, war das Sterberisiko um 42 Prozent reduziert. Der Effekt ist dabei klar Mengenabhängig. So reduzieren ein bis drei Portionen Obst und Gemüse die Sterbewahrscheinlichkeit um 14 Prozent, drei bis fünf Portionen um 29, fünf bis sieben Portionen um 36 und sieben und mehr eben um 42 Prozent in ihrer jeweiligen Altersgruppe.

Auch die Frage, was denn nun am gesündesten ist, war schnell beantwortet. So reduzierte frisches Gemüse das Sterberisiko um durchschnittlich 16 Prozent, Salat bringt 13 Prozent während es Obst nur auch 4 Prozent pro Portion bringt. Das gilt aber nur für frisches Obst. Gezuckertes Dosenobst hingegen erhöht eher das Sterberisiko, so die Forscher. Auch Säfte hatten keinen Nachweisbaren

Effekt auf das Sterberisiko

„Wir alle wissen, dass Obst und Gemüse gesund sind, aber das Ausmaß des Effekts ist beeindruckend", sagt Oyinlola Oyebode gegenüber wissenschaft.de. „Die klare Botschaft unserer Studie lautet: Je mehr Obst und Gemüse man isst, desto geringer ist das Sterberisiko in jedem Alter. Wer gern Karotten und anderes Gemüse knabbert, gewinnt am meisten, aber auch eine Banane oder anderes Obst tun gut", sagt die Wissenschaftlerin. Es müssen auch nicht immer sieben Portionen sein. So hatten ja auch schon drei Portionen Gemüse einen deutlichen Effekt auf die Gesundheit. Und auch wenn vielleicht nicht ganz klar ist, wie die Forscher zu ihren Ergebnissen kommen, hat die Untersuchung gezeigt, dass man wenig falsch machen kann, wenn man regelmäßig Obst und Gemüse zu sich nimmt.

Hier geht es zur Studie (englisch).
Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team