Hülsenfrüchte – Vielfalt der Sorten thinkstock
Erbsen, Linsen und Co.

Hülsenfrüchte – Vielfalt der Sorten

Früher ein Essen für arme Leute, dann für lange Zeit aus der Mode – Hülsenfrüchte hatten nicht immer ein gutes Image. Dabei gelten sie als eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Welt. Auch in Deutschland gewinnen sie mittlerweile wieder mehr an Bedeutung. Wir stellen Ihnen ein paar ausgewählte Sorten aus der enormen Vielfalt vor.

Hülsenfrüchte sind mehr als nur Linsen, Erbsen und Bohnen. Es gibt mehr als 18.000 erforschte Arten von ihnen. Es ist also denkbar einfach, mit diesem Artenreichtum auch Vielfalt in die Küche zu zaubern.

Erbsen

Zart, süß und frisch am besten: In der kurzen Saison von Juni bis August schmecken die leuchtend grünen Erbsen am besten. Die Zuckerschote gehört dabei zu den bekanntesten Sorten: Sie zeichnet sich durch den typischen Erbsengeschmack aus: Süßlich, zart, aber trotzdem knackig. Im Gegensatz zu vielen anderen Hülsenfrüchten können Zuckerschoten sogar roh verzehrt werden und eignen sich so bestens für eine Zugabe zum Salat. Ihre volle Süße entfalten sie aber erst gegart. Dafür werden sie kurz in kochendem Wasser blanchiert und in etwas Butter geschwenkt. Mit einer Prise Zucker behalten sie ihre ansprechende Farbe. Achten sie beim Kauf auf ein kräftiges grünes Aussehen: Gelbliche Stellen weisen darauf hin, dass die Ware nicht frisch ist.

Die Kichererbsen stammen ursprünglich aus Vorderasien. Dort, sowie in Indien, Nordafrika und arabischen Ländern bilden sie einen wichtigen Bestandteil in der alltäglichen Küche. Sie haben ein nussiges Aroma, sind mild und passen ausgezeichnet in orientalische Suppen und würzige Currys. In Deutschland sind sie vorgegart in Dosen oder getrocknet erhältlich. Die getrockneten Erbsen enthalten jedoch wie die meisten rohen Hülsenfrüchte Giftstoffe, die erst durch langes Einweichen unschädlich gemacht werden.

Bohnen

Bohnen sind in den verschiedensten Formen und Farben erhältlich. Der wichtigste Unterschied ist, dass manche samt Hülse verzehrt werden, bei anderen hingegen ist nur der Samen genießbar. Die Kidneybohnen stammen ursprünglich aus Peru und zeichnen sich durch ihren süßlichen Geschmack und ihre mehlige Konsistenz aus. Hierzulande sind Kidneybohnen meist aus der Dose und als unverzichtbare Zutat im Chili con Carne bekannt. Zu Unrecht – nach Geschmack mit etwas Olivenöl, Knoblauch oder Chili püriert wird aus Kidneybohnen zum Beispiel ein leckerer vegetarischer Brotaufstrich.

In China wurden Sojabohnen bereits vor über 5000 Jahren kultiviert und gehörten zu den fünf heiligen Körnern – neben Reis, Weizen, Gerste und Hirse. Heute noch zählen sie zu den wichtigsten Nutzpflanzen der Welt. Die Sojabohne ist weniger als Bohnengericht selbst, als aus der breiten Palette an Sojaprodukten bekannt, wie zum Beispiel Sojamilch, Sojaöl, Sojasauce oder Sojafleisch. Auf pflanzlicher Basis sind diese Produkte eine geeignete Alternative für Veganer oder Menschen mit Laktoseintoleranz.

Linsen

Linsen werden anhand ihrer Größe und Farbe unterschieden: Es gibt sie in den Farben Rot, Gelb, Grün, Braun oder Lila. Einzig die runde, flache Form ist ihnen gemein. Linsen mit einem Durchmesser von 4-5 mm werden Zuckerlinsen genannt. Mittellinsen messen zwischen 5 und 6 mm. Die bei uns am häufigsten verwendete Sorte, die Tellerlinsen, sind zwischen 6 und 7 mm groß. Einige Sorten behalten ihre Hülse – diese müssen vor dem Verzehr entsprechend lange eingeweicht werden. Manch andere Sorte ohne Hülse hingegen kann direkt gekocht werden.

Die Belugalinsen sind eine besonders feine Linsenart. Weil sie klein, schwarz und glänzend sind, werden sie auch Kaviarlinsen genannt. Sie werden, ganz gleich dem Kaviar, gerne in der gehobenen Küche verwendet, beispielsweise als Kontrast zu weißem Fisch oder als besonderes Extra in einem Pasta-Gericht. Belugalinsen können ohne Einweichen direkt gekocht werden und sind nach etwa 20 Minuten gar.

Vorrangig aus Eintöpfen und Suppen sind in Deutschland die Tellerlinsen bekannt. Je nach Dauer der Lagerung sind sie grün, gelb oder braun. Auf den Geschmack hat die Farbe allerdings keinen Einfluss. Aufgrund ihrer Größe sollten sie über Nacht eingeweicht werden. Die richtige Konsistenz haben Tellerlinsen, wenn sie ihre Form noch behalten, der Kern aber weich und mehlig ist.

Kauf und Lagerung von Hülsenfrüchten

Egal ob Bohnen, Erbsen oder Linsen: In Deutschland sind viele Hülsenfrüchte sowohl als Konserve als auch in getrockneter Form erhältlich. Hinzu kommen saisonal frische Erbsen oder Tiefkühlware. In gut sortierten Asia-Shops sind teilweise weitere Hülsenfrüchte frisch erhältlich.

Achten Sie beim Kauf von getrockneter Ware darauf, dass sich keine mehligen Rückstände am Boden der Verpackung befinden: Diese können ein Hinweis auf Parasitenbefall sein. Bei richtiger Lagerung haben die meisten Hülsenfrüchte eine sehr lange Haltbarkeit: Sie sollten luftdicht verschlossen, dunkel und kühl aufbewahrt werden. Nach dem Öffnen sollte man sie aber möglichst schnell verbrauchen.

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Rezept: Indisches Hähnchencurry mit Kichererbsen

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team