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Herbstfrüchte: Die Quitte

Zu den typischen Herbstfrüchten zählt auch die Quitte. Die gelbe Frucht kennt man hierzulande meisten ins Form von Gelee. Doch Quitten haben noch viel mehr zu bieten.

Eigentlich stammen Quitten aus dem Kaukasus, von wo aus sie ihren Weg über die Türkei, Syrien, Afghanistan bis nach Südeuropa und schließlich auch in unseren Breitengrade gefunden hat. In Deutschland wir die Quitte, wissenschaftlich Cydonia oblonga genannt, bislang überwiegend in Baden-Württemberg und dem Rheinland angebaut. Importfrüchte sind aber in jedem gut sortierten Obstgeschäft erhältlich. Quitt zu sein mit jemand hat nichts mit der Frucht zu tun. Seinen Namen wie auch die wissenschaftliche Bezeichnung verdankt die Quitte der Stadt Kydonia (heute Chania) im Nordwesten Kretas.

In der Küche kennen wir vor allem Quittengelee. Das gilt auch für andere Länder. Tatsächlich sind alle Marmeladen sozusagen nach der Quitte benannt. In Portugal heißt die Quitte Marmelo, aus dem griechischen melimelon für „Honigapfel“. Aus Marmelo wurde Marmelade und daraus eben der Sammelbegriff für alle fruchtigen Brotaufstriche.

Honigapfel trifft als Beschreibung auf die Quitte durchaus zu. Die Früchte, die im September und Oktober reif werden, sind apfel- oder birnenförmig und von goldgelber Farbe. Es gibt mit dem „Quittengelb“ sogar eine Farbe, die nach der Frucht benannt wurde. Das Fruchtfleisch selber ist gelblich und enthält wie ein Apfel zahlreiche Steinzellen in einem Gehäuse.

Einsatz in der Küche

Die Quitten, die in Deutschland wachsen, sind in der Regel nicht für den Rohverzehr geeignet, da die Früchte sehr hart sind und viele Bitterstoffe enthalten. Die in der Türkei oder anderen Mittelmeerländern wachsenden Quitten sind dagegen deutlich süßer und können auch direkt vom Baum gegessen werden. Allerdings sollte man wie beim Apfel die Kerne nicht mitessen, da diese giftige Stoffe enthalten. Ansonsten ist die Quitte sehr gesund, da sie neben Vitamin C noch Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor, Tannine, Gerbsäure, organische Säuren und viel Pektin sowie Schleimstoffe enthält.

Bevor Sie die Quitte in der Küche verwenden, sollten Sie in jedem Fall die Frucht mit einem groben Tuch vom Flaum oder Pelz befreien. Dieser enthält sehr viele Bitterstoffe. Anschließend kann die Frucht geschält oder ungeschält verarbeitet werden. Üblicherweise kocht man Marmelade, Kompott, Mus, Saft oder Gelee aus der Quitten. Oft wird der Honigapfel auch zu Likör und Schnaps gebrannt. In entsprechenden Regionen sind Quitten auch eine häufige Zutat für Apfelwein. Natürlich kann sie auch zum Backen verwendet werden. Bekannt, vor allem in Spanien und Portugal, ist auch das Quittenbrot, bei dem Quittenmus mit Zucker vermischt auf einem Backblech im Ofen gedörrt und anschließend in Rauten geschnitten wird.

Hier geht es zu einem leckeren Rezept für Quittenkuchen

Heilende Wirkung

Quitten kommen häufig auch in der Medizin zum Einsatz. Durch ihren hohen Anteil an Schleimstoffen wirken sie Husten lindernd und werden oft auch als Abführmittel benutzt. Zudem sind Quitten in Salben und Cremes enthalten, die bei rissiger Haut, aufgesprungenen Lippen, Verbrennungen und Hämmorhoiden verwendet werden. Sie werden oft auch als fettfreie Grundlage für Salben in der Kosmetik eingesetzt. Insofern ist eine Quitte also viel mehr als nur eine Frucht für Marmeladen.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team