Apotheke auf Balkonien: Die geheimen Kräfte von Petersilie, Schnittlauch und Dill www.istockphoto.com/malerapaso

Apotheke auf Balkonien: Die geheimen Kräfte von Petersilie, Schnittlauch und Dill

Sie Schmecken nicht nur, sondern heilen auch: Frische Gartenkräuter versprechen Linderung bei Beschwerden. Wir erklären, welche Kräuter für was gut sind und in keinem Kräuterbeet fehlen dürfen.

Der Frühling ist da, die Stimmung im Hoch und die warmen Sonnenstrahlen sorgen für neue Energie. Genau die richtige Zeit, einen Ausflug in die Gärtnerei zu unternehmen und Fensterbank, Balkon oder Garten mit neuen Pflanzen auszustatten. Ein Muss dabei sind frische Küchenkräuter, die Pasta, Salat oder den Sonntagsbraten geschmacklich verfeinern. Doch Salbei, Rosmarin und Co. schmecken nicht nur, sondern können auch Beschwerden wie Magenprobleme, Halsschmerzen oder Husten lindern. Die Redaktion von DocJones.de, Deutschlands größtem Gesundheitsportal für Pflanzenheilkunde, erklärt deshalb, wie man seinen Balkon im Handumdrehen zur hauseigenen Apotheke umfunktionieren kann.  

Durchstarten mit Petersilie

In der grünen Würze steckt eine Menge Vitamin C, wodurch sie belebend wirkt, das Immunsystem stärkt und Frühjahrsmüdigkeit vertreibt. Aufgrund ihrer harntreibenden Eigenschaft kann Petersilie auch bei Blasenentzündung helfen, da die ursächlichen Bakterien leichter ausgespült werden. Isabell Goyn, Gesundheitswissenschaftlerin bei DocJones.de, mahnt jedoch zur Vorsicht: "Schwangere Frauen verzehren Petersilie besser nur in Maßen. Als kontraktionsförderndes Kraut könnte sie, in hohen Dosen verzehrt, eine Fehlgeburt begünstigen."

Mit Thymian den Husten verjagen

In einem Kräuterbuch von 1542 heißt es: "Thym gestossen zu pulver und mit saltz vermischt/zu der speiß genützt/ macht lustig zu essen." Tatsächlich ist der Thymian seit jeher eines der wichtigsten Gewürze der beliebten französischen Küche. Heutzutage wird er in der Pflanzenheilkunde aber weniger als Appetitanreger verwendet, sondern vor allem bei Erkrankungen der Atemwege. Thymian löst Hustenkrämpfe wie auch Schleim und wird somit bevorzugt bei Erkältung und Bronchitis eingesetzt.

Im Schnittlauch liegt die Heilkraft

Als Heilpflanze ist das typische Salatgewürz eher unbekannt. Zu Unrecht, denn im Schnittlauch steckt jede Menge Gutes: Er wirkt blutdrucksenkend, harntreibend sowie schleimlösend bei Husten und soll sogar bei Gicht hilfreich sein. Schnittlauch ist außerdem ein Lieferant von Eisen und Vitamin C. Isabell Goyns Zusatztipp lautet: "Wenn im Sommer zu viel Schnittlauch zur Verfügung steht, einfach einfrieren! Er verliert dabei weder wertvolle Inhaltsstoffe noch seine Farbe, lässt sich jederzeit auftauen und scheint frisch geerntet zu sein."

Dill - das Gurkengewürz mit heilender Wirkung

Dill schmeckt nicht nur im Gurkensalat, sondern wirkt sich positiv auf die unteren Bauchorgane aus. Als Sitzbad lindert Dill bei manchen Frauen Menstruationsbeschwerden, ein Tee aus Dillsamen hingegen vertreibt Magenprobleme und Blähungen. "Der Tee kann besonders gut bei Kleinkindern, die häufig mit Bauchschmerzen zu kämpfen haben, angewandt werden", weiß die Gesundheitswissenschaftlerin.

Melisse als beruhigender Seelentröster

Im Volksmund ist die Melisse als Kraut bekannt, das "das Herz tröstet und Traurigkeit wegpustet". Deshalb auch Herztrost oder Frauenkraut genannt, wird vor allem das Öl der Melisse schon seit über 2.000 Jahren bei typischen Frauenkrankheiten oder Herzbeschwerden eingesetzt. "Zwar konnten die traditionellen Anwendungsbereiche auch nach aufwendigen Untersuchungen nicht belegt werden, in der Fachwelt ist man sich aber heute einig, dass die Melisse bei Schlaflosigkeit und nervöser Unruhe gute Dienste leistet", erläutert Goyn.

Kein Kräutergarten ohne Salbei

Salbei enthält mindestens 1,5 Prozent ätherisches Öl und kann aufgrund seiner antibakteriellen sowie virus- und pilzhemmenden Wirkung gegen allerhand Beschwerden helfen. Er verhindert zum Beispiel übermäßige Schweißbildung, Zahnfleischentzündung und Mundgeruch. Bei Halsschmerzen rät die DocJones.de-Redaktion mindestens zweimal täglich zum Gurgeln mit einem Salbeitrank. Der Grund: "Auf diese Weise wird der Rachenraum desinfiziert und Bakterien haben schlechte Karten, sich zu vermehren."

Quelle: DocJones.de
Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team