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Jodsalz gegen Jodmangel

Brauchen wir Jod im Salz

Jod ist ein wichtiges Spurenelement, das der Körper nicht selbst herstellen kann. Darum muss es der Mensch in ausreichender Menge mit der Nahrung aufnehmen – aber brauchen wir deswegen wirklich Jodsalz? Die Wissenschaft ist sich bis heute uneins.

Wofür brauchen wir Jod?

Jod ist essentiell: Über die Nahrung aufgenommen wird Jod zur Schilddrüse transportiert und zu einem großen Teil in die dort produzierten Schilddrüsenhormone eingebaut. Im weiteren Verlauf wirken sich diese Hormone auf wichtige Funktionen des Körpers aus, unter anderem auf das zentrale Nervensystem, Herzfrequenz und Blutdruck und den Fett- und Proteinstoffwechsel.

Nimmt man aber nicht ausreichend Jod mit der Nahrung auf, laufen diese Prozesse nicht optimal ab: Die Folge kann eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Kropfbildung sein. Bei Jugendlichen kann Jodmangel das Wachstum sowie die körperliche und geistige Entwicklung beeinträchtigen.

Die täglich benötigte Menge an Jod wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) auf 180-200 Mikrogramm bei Erwachsenen angegeben, bei Kindern und Jugendlichen sind es pro Tag 40-200 Mikrogramm.

Wo steckt Jod drin?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte Deutschland vor einigen Jahrzehnten Jodmangel-Land ein. Um dem Jodmangel vorzubeugen werden seitdem nicht nur Jodsalz, sondern auch vielen Wurstwaren und Fertiggerichten künstlich Jod zugesetzt.

Die DGE rät, ein bis zweimal pro Woche Seefisch zu essen. Weiterhin zählen genauso Meeresfrüchte sowie Algenprodukte zu den reichhaltigen Jod-Lieferanten. Zwar hat Fisch ohne Zweifel den höchsten Jodanteil, aber auch einige Obst- oder Gemüsesorten können mit ihrem Jodgehalt punkten. Darunter fallen zum Beispiel Kiwis oder getrocknete grüne Bohnen.

Ist zu viel Jod möglich?

Bei der übermäßigen Aufnahme von Jod kann es zu einer Schwächung des Autoimmunsystems kommen, was wiederum zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führen kann. Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion müssen gerade bei künstlich jodierten Produkten darauf achten, nicht zu viel Jod zu sich zu nehmen. Auf die Verwendung von jodiertem Salz sollte dann auf jeden Fall verzichtet werden.

Fazit

Hat man die Wahl zwischen künstlichem und natürlichem Jod, sollte der Natur der Vorzug gegeben werden. Wer nicht an einer Schilddrüsenüberfunktion leidet, kann ohne Bedenken Jodsalz verwenden. Bei einer durchschnittlichen Salzaufnahme von sechs bis acht Gramm pro Tag und der Annahme, dass alle verzehrten Lebensmittel und Speisen mit Jodsalz hergestellt wurden, würde das einer täglichen Jodaufnahme von 90-200 Mikrogramm entsprechen. Somit hätte man die empfohlene Tagesmenge bereits erreicht.

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Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team