Borretsch – Ein Kraut mit vielen Eigenschaften thinkstock
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Borretsch – Ein Kraut mit vielen Eigenschaften

Von Mai bis September wird Borretsch, auch bekannt als Gurken- oder Kukumerkraut, gesammelt und getrocknet. Auf den Wochenmärkten der Region ersteht man es bundweise, um es vor allem in der Küche weiterzuverarbeiten. Borretsch gehört zur Familie der Raublattgewächse und ist sowohl Gewürz- als auch Heilpflanze.

Die Blätter und Stängel der Borretsch-Pflanze sind fein behaart, weshalb die Herleitung aus dem Lateinischen – borra für „Gewebe aus Wolle“ – sehr nahe liegt. Eine eindeutige Begriffserklärung gibt es aufgrund der vielfältigen Anwendungsbereiche jedoch nicht. Hierzulande ist Borretsch auch unter den Synonymen Blauhimmelstern, Liebäugelein und Wohlgemütsfreude bekannt. Einst am Mittelmeer zu Hause, verbreitete sich die Pflanze im späten Mittelalter immer mehr in die nördlicheren Gebiete Europas und wird seither vor allem in der Küche aber auch in der Pflanzenheilkunde geschätzt.

Borretsch: Ideal für frische Salat-Ideen

In der Küche ist das Kraut, das einen sehr gurkenähnlichen Geschmack besitzt, vielfältig einsetzbar. So passt Borretsch hervorragend zu sommerlichen Salten oder verfeinert Dips und Soßen wie die bekannte Frankfurter Grüne Soße. Die großen Blätter der Pflanze werden als Blattgemüse zubereitet, vergleichbar mit Spinat oder Brennnessel. Auch die Blüten der Pflanze, deren junge Blätter rosafarben und später leuchtend blau blühen, sind essbar und werden gern zur Dekoration von Süßspeisen verwendet. Aus dem Borretsch-Samen gewinnt man zudem Öl, welches speziell in der Pflanzenheilkunde Anwendung findet.

Wie man Borretsch zubereitet, lagert und kulinarisch einsetzt, erfahren Sie in unserem Rezepte-Tipp

Borretsch – Was ist drin?

Borretsch enthält viele Mineralstoffe, vor allem Kalzium und eine große Portion Vitamin C. Zudem besitzt die Pflanze wichtige Enzyme und Verbindungen, die sich positiv auf den menschlichen Organismus auswirken. Die Blätter der Pflanze helfen beispielsweise bei Erkältungskrankheiten wie Husten oder Heiserkeit. Der Aufguss wird aus zwei Esslöffel Borretsch und einer Tasse Wasser zubereitet. Borretsch wirkt zudem schweißtreibend, entzündungshemmend und entgiftend. Speziell seine stimmungsaufhellende Eigenschaft macht das Heilkraut zu einem natürlichen Antidepressivum. Auch äußerlich kann man die Heilpflanze als beruhigende Tinktur anwenden, um Hautkrankheiten wie Ekzeme oder Neurodermitis zu behandeln.

Vorsicht!

Der hohe Anteil an Pyrrolizidinalkaloiden ist der Grund, weshalb Borretsch heute in der Medizin noch wenig Verwendung findet: Er ist leicht toxisch, zudem sind viele seiner Vorteile nicht wissenschaftlich belegt. Der Verzehr des Krautes ist unbedenklich, von einer Selbstmedikation mit konzentrierteren Mengen ist allerdings abzuraten.

Wo man Borretsch noch verwenden kann: selbstgemachte Kräuterbutter, Frankfurter "Grie Soß"

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team