Algen – Feinkost aus dem Meer www.thinkstockphotos.de

Algen – Feinkost aus dem Meer

In den letzten Jahren gab es kaum ein Gericht, das Deutschland und Europa so im Sturm erobert hat, wie das Sushi. Wohl die bekannteste Speise, in der Algen zum Einsatz kommen. Doch was verspricht man sich in Fachkreisen von den Wasserpflanzen? worlds of food stellt das verheißungsvolle Bio-Nahrungsmittel vor, erklärt die Vor- und Nachteile und die Möglichkeiten: Sind Algen das Nahrungsmittel der Zukunft?

Algen gehören zu den ältesten Lebewesen der Erde. Weltweit gibt es über 30.000 verschiedene Arten der Wassergewächse. Im asiatischen Raum sind sie bereits fester Bestandteil der Küche und eigentlich nicht mehr wegzudenken. In Europa sind die Pflanzen eher als Inhaltsstoffe für Nahrungsergänzungsmittel, wie Tabletten und Pulver, bekannt, oder werden in diversen Cremes und Shampoos verwendet. Gleichermaßen erfreuen sie sich in den Küchen Europas bisher keiner großen Beliebtheit, bleiben meist sogar unbeachtet, mit Ausnahme von Spitzenrestaurants, die sie verwenden.

Bereits in Europa angekommen

Trotz der Vielzahl asiatischer Gerichte, in denen Algen verwendet werden, hat sich in Deutschland bisher nur Sushi durchsetzen können. In festes Algenpapier gewickelt, sind die Reisrollen die Mahlzeit des 21. Jahrhunderts. Sie bieten neben dem exotischen Geschmack auch vielerlei Möglichkeiten bei der Wahl der Zutaten und Zubereitung. Noch scheint es für Europa allerdings etwas verfrüht diese Gerichte als festen Bestandteil des alltäglichen Küchengebrauchs zu akzeptieren und so werden die Algengerichte vorerst wohl noch etwas länger ihre untergeordnete Rolle innehaben. Trotzdem wird es wohl irgendwann so weit sein, dass auch andere Algengerichte, wie der Algensalat oder der Algentee in Europa ankommen werden.

Vorteile der Algen

Nahezu alle Algen sind dazu in der Lage, fast alle Stoffe aus ihrer Umgebung aufzunehmen. Hieraus ergeben sich viele positive Folgen, welche die Beschaffenheit der Alge als Nahrungsmittel beeinflussen. Algen sind allgemein reich an Mineralstoffen, Proteinen, Spurenelementen und Vitaminen. Somit stärken die Inhaltsstoffe die Abwehrkräfte sowie das körperliche Wohlbefinden und bieten eine gute Alternative in Zeiten, in denen die Lebensmittel immer vitalstoffärmer werden.

Der Aufbau der vielen Nährstoffe in den Algen, stellt für den Menschen einen weiteren Vorteil da. Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe kommt unserem Verdauungssystem sehr entgegen. Für den Menschen brauchbare Stoffe können ohne komplizierte Spaltungs- und Umwandlungsprozesse sofort in die Energiegewinnungsprozesse eingebunden werden. Man fühlt sich deshalb stets vital und die gewonnenen Kräfte werden nicht so schnell aufgebraucht, wie es bei einigen anderen Nahrungsmitteln der Fall ist. Zwei Drittel der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Die Förderung der Algen als Nahrungsmittel steigert deshalb auch die Produktgewinnung aus den Meeren, die bisher nur einen sehr kleinen Anteil an der weltweiten Lebensmittelbeschaffung hat.

Dadurch, dass die Algen sich auch an bisher unwirtschaftlichen Orten anbauen lassen, konstruieren sie ein neues biologisches Beschaffungsgebiet. Damit könnten sie den landwirtschaftlichen Nutzungsflächen eine willkommene Entlastung bieten. Durch ihr allgemein hohes Aufkommen in freier Natur sind die Algen also auch als eine Art Nahrungsmittelressource zu verstehen.

Geschmack der Algen

Dem hohen Jodgehalt geschuldet, haben vor allem die Salzwasserpflanzen einen salzigen Touch. Die meisten Algen sind nach der Verarbeitung trotzdem relativ geschmacksneutral. Daher eignen sie sich auch hervorragend zum nahrhaften Ergänzen einer Hauptspeise oder als Beilage, beispielsweise als Salat oder Suppe. Die große Artenvielfalt und die unterschiedlichen Eigenschaften der Algen, die je nach Umgebung der Pflanzen wechseln können, bietet eine große Palette an Zubereitungsmöglichkeiten. Ob gekocht oder gebraten als Teil des Hauptganges, in Essig eingelegt zum Salat oder getrocknet und anschließend im Mörser gemahlen, um einem Gericht den letzten Feinschliff zu verleihen - die Algen bieten den Spitzen- und Hobbyköchen viele Möglichkeiten, ihre Ideen umzusetzen.

Ratgeber

Trotz der vielen positiven Aspekte, welche die Algen für die Bio-Küche mitbringen, gilt es vor allem bei der Konsumierung einiges zu beachten. Durch den überhöhten Jodgehalt, den die meisten der Pflanzen aufweisen, ist davon abzuraten, die Algen direkt in hohem Maße zu konsumieren. Teilweise ist der Gehalt von Jod in der Alge sogar höher, als der des Wassers in der sie sich befindet. Je nach Wachstumsort, Erntezeit und Zubereitung kann dieser variieren.

Ein zu großer Sprung beim Jodgehalt, kann sich negativ auf die Schilddrüse auswirken und unter Umständen sogar bis zu einer akuten Schilddrüsendysfunktion führen. Daher sollte der Konsum von Algen stets an den üblichen Gebrauch angepasst sein. Außerdem bietet die Vielzahl der Algen hier fast immer eine passende Alternative. In diesem Fall wären Süßwasseralgen die beste Option, da sie einen sehr geringen Jodgehalt haben. Darüber hinaus lässt sich der Gehalt des Salzes auch bei den Salzwasseralgen durch die vielen verschiedenen Aufarbeitungs- und Zubereitungsmöglichkeiten regulieren.

Am Beispiel der Süßwasseralgen ist gut zu erkennen, wie viele Möglichkeiten in der Zubereitung und Verwendung die Pflanzen bieten und gerade aufgrund der Vielseitigkeit wird es spannend zu beobachten, ob ein Siegeszug der Alge in Europa möglich ist und inwiefern er in den nächsten Jahren stattfinden wird.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team