Was heißt eigentlich Biowein thinkstockphotos.de

Was heißt eigentlich Biowein

Im Rahmen verschiedener Lebensmittelskandale haben Bioprodukte Hochkonjunktur. Da ist es auch kein Wunder, dass immer mehr Weine ein Biosiegel haben und Bioweine absolut im Trend liegen. Aber welche Kriterien muss ein Wein erfüllen, um als Biowein zu gelten und wo liegen Unterschiede zum normalen Wein?

Geschmacklich dürfte niemand einen Unterschied zwischen Bio-Wein und normalem Wein schmecken. Dass sich einige Weine mit der Bezeichnung Bio schmücken dürfen, liegt vielmehr am Anbau, an der Pflege und der Nutzung von Zusatzstoffen, die nicht unbedingt umweltschonend sind. Hat ein Wein ein Bio-Vermerk, kann man dagegen weitestgehend sicher sein, dass sowohl der Anbau wie auch die Verarbeitung unter ökologischen Gesichtspunkten geschehen.

Biowein gibt es noch nicht lange

Wichtig ist zunächst, dass man zwar weitläufig von Biowein oder Ökowein spricht, im Gegensatz zu anderen Bioprodukten gibt es aber erst seit dem 1.8.2012 Richtlinien, die weinrechtlich festgelegt sind. Bestimmte Regelungen zur ökologischen/biologischen Weinbereitung sowie eine Liste der erlaubten Stoffen, die bei der Herstellung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen des Weinsektors verwendet werden dürfen, sind in der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 203/2012 festgelegt. Zudem kann man davon ausgehen, dass die Trauben, die für Biowein benutzt wurden, aus biologischem bzw. ökologischen Anbau stammen.

Bio-Anbau

Abgesehen davon müssen Bio-Winzer auf einen ökologischen und nachhaltigen Anbau achten, wie es bei allen anderen Bio-Bauern auch der Fall ist. Beim ökologischen Weinbau liegt das Hauptziel neben der Gewinnung von hochwertigen Reben auch das Ökosystem bei der Herstellung des Weins zu schützen. Das Ökosystem-Boden, aus dem die Pflanzen ihre Nährstoffe ziehen, soll auch bei einer Bebauung intakt bleiben. Dabei sollen natürliche Lebensprozesse gefördert und Stoffkreisläufe weitgehend geschlossen werden. Daher muss man bei einem biologischen Weinanbau auf giftige, synthetische und chemische Schutz- und Vernichtungsmittel verzichten. Der Winzer vertraut auf die Selbstheilungskräfte des Weinbergs und nimmt auch natürliche Verluste in kauf. Davon profitieren auch die Mitarbeiter, da sie weniger Giftstoffen ausgesetzt sind.

Die Rebe bei einem Ökowinzer wächst nicht als Monokultur, sondern als Teil des Ökosystems heran, dessen wichtigste Grundlage ein gesunder Boden ist. Die Düngung mit Stickstoff erfolgt beispielsweise mit Naturprodukten (Mist, Kompost) oder der Einsaat von stickstoffbindenden Pflanzen. Gegen Pilze werden beispielsweise Kräuterextrakte gesprüht und gegen Schädlinge kommen Sexualhormone und natürliche Bakterien zum Einsatz.

Aufgrund des reglementierten Anbaus bringen Öko-Weinberge meist einen kleineren Ertrag. Dafür hat man zum einen die Gewissheit dass Weine aus Bio-Trauben nachhaltig produziert wurden und auch geschmacklich müssen sich die Bioweine vor den normalen Traubensäften nicht verstecken.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team