David Rocco – Ich bin kein Koch, ich bin Italiener David Rocco (re.) neben dem Münchner Sternekoch Bobby Bräuer
Kanadischer TV-Koch jetzt auch in Deutschland

David Rocco – Ich bin kein Koch, ich bin Italiener

David Rocco ist ein Kanadier mit italienischen Wurzeln, dessen Kochshows in mehr als 150 Ländern ausgestrahlt werden. In Nordamerika ist Rocco ähnlich bekannt wie Jamie Oliver in Europa und demnächst erobert er auch Deutschland. Im Juni 2014 wird TV-Star und Kochbuchautor David Rocco mit seinen Kochsendungen auch in Deutschland zu sehen sein. Wir sprachen mit David Rocco.

David Rocco ist im Auftrag des guten Geschmacks auf der ganzen Welt unterwegs. Das zeigt sich bereits in den Titeln seiner Serien, die vom neuen National Geographic Sender Nat Geo People gesendet werden: David Rocco’s Dolce India, David Rocco’s Amalfi Getaway und David Rocco’s Dolce Vita (jeweils 6-13 Folgen). Auf Sendung geht Rocco ab dem 23. Juni zur Primetime. Wir haben mit dem TV-Star über seine Art zu kochen gesprochen:

worlds of food: David, Sie sind Kanadier mit italienischen Wurzeln. Welche Kultur überwiegt in Ihrem Leben und in Ihrer Küche?
David Rocco: In der Küche natürlich die italienische. Das ist ja klar. Ich denke auch auf Italienisch, meine Eltern sind beide Italiener. Aber letztlich verhält es sich so, dass wenn ich in Italien bin, bin ich Kanadier und umgekehrt. Ein wenig paradox…

worlds of food: Wie sind Sie denn überhaupt zum Kochen gekommen?
David Rocco: Das liegt bei italienischen Familien, auch bei Emigranten, in den Genen. Ich liebe das Essen an sich und bin immer mit gutem Essen aufgewachsen. Eigentlich wollte ich aber Filmemacher und Schauspieler werden, hatte auch bereits Geld für ein erstes Filmprojekt beisammen und auch schon ein Drehbuch geschrieben. Dann sagte meine Frau plötzlich: Lass uns doch eine Kochsendung mit dem Geld machen. Das war Ende der 1990er Jahre, damals waren Kochshows meist reines Frontcooking vor der Kamera. Wir haben uns dann überlegt, in verschiedene italienische Städte zu gehen und das Ganze als Reportage aufzuziehen, einfach etwas Neues zu machen. Ich habe also gar keine Ausbildung als Koch, aber ich bin Italiener und das wiegt das schon auf (lacht).

worlds of food: Was macht die italienische Küche Ihrer Meinung nach so besonders?
David Rocco: Die unglaubliche Vielfalt und die vielen regionalen Unterschiede. Diese Unterschiede sind so ausdifferenziert, dass die traditionellen Gerichte teilweise von Dorf zu Dorf unterschiedlich zubereitet werden. Dazu haben sich die Rezepte in Italien stets eigenständig entwickeln können, es gab nie eine höfische Küche, die die eine grobe Richtung vorgab. So entstand diese ungeheure Vielfalt.

worlds of food: Und dennoch reisen Sie um die Welt, um sich inspirieren zu lassen. Welche Küche bietet Ihnen denn dabei am meisten?
David RoccoDer Plausch mit David Rocco in Bobby Bräuers EssZimmerDavid Rocco: Eigentlich sind es nicht die landestypischen Küchen, die mich auf meinen Reisen inspirieren. Natürlich sind die verschiedenen Zutaten dort wichtig, aber letztlich sind es die Menschen und die Kulturen, die ich auf meinen Reisen kennenlerne, die mich weiterbringen. Das wollen wir auch in den jeweiligen Sendungen so rüberbringen.

worlds of food: Haben ihre Gerichte, die Sie in Ihren Sendungen präsentieren, dennoch immer einen italienischen Einschlag?
David Rocco: Ja, das bekomme ich nicht raus. Italienische Zutaten wie Pecorino und Olivenöl kombiniere ich auch in Indien – mit allem Respekt vor der jeweiligen Küche – mit den Zutaten, die es dort gibt. Das funktioniert ganz wunderbar zum Beispiel in einem Masala.

worlds of food: Wie wichtig ist es Ihnen, dass die Zuschauer die Gerichte nachkochen können.
David Rocco: Das ist mir sehr wichtig. Ich möchte nichts verkomplizieren, die Gerichte sollen für jeden nachvollziehbar sein. Und Gutes kann so einfach sein, das hängt nur von den richtigen Zutaten ab. Zum Verdeutlichen genügt exemplarisch ein Wort: Pizza. Die ist einfach und lecker. Mir geht es darum, Menschen mit gutem Essen zusammenzubringen. Und das geht nur über die Alltagsküche.

worlds of food: Haben Sie weitere Prinzipien, die Ihnen wichtig sind?
David Rocco: Natürlich, vor allem Saisonalität. Das beinhaltet dann zumeist auch gleich noch Regionalität, wenn man sich eben auf dem heimischen Markt umschaut und die jeweiligen frischen Zutaten dort einkauft.

worlds of food: Eine Frage an Sie als „gefühlter Italiener“ darf natürlich nicht fehlen: Wer wird Weltmeister in diesem Jahr?
David Rocco: Ich glaube weder Italien noch Deutschland. Ich denke es wird Brasilien.

Hier finden Sie eines der Rezepte aus David Roccos Sendungen: Bolognese Garam Masala


Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team