Silvio Nickol – 2 Sterne in Wien S.Pellegrino
Spitzenkoch im Interview

Silvio Nickol – 2 Sterne in Wien

Silvio Nickol ist Küchenchef im Wiener Palais Coburg. Dort verteidigte er auch im vergangenen Jahr seine beiden Michelin-Sterne. Dementsprechend gehörte er auch zu den besten Köchen Österreichs und Deutschlands, die nun in Frankfurt bei der 15. S.Pellegrino Kulinarischen Auslese ausgezeichnet wurden. Dort sprachen wir mit dem Spitzenkoch über weitere Ziele und eine urbanen Mythos.

worlds of food: Herr Nickol, wie viel Arbeit steckt eigentlich hinter der Top-Bewertung mit zwei Michelin-Sterne?
Silvio Nickol: Köche wissen, dass dahinter sehr viel Team-Arbeit steckt, dass man dafür eine ausgezeichnete Mannschaft in der Küche benötigt. Und man darf keinen Tag nachlassen, denn es warten jeden Tag neue Herausforderungen und man muss sich jeden Tag aufs Neue beweisen.

worlds of food: Kann das nächste Ziel dann nur der dritte Stern für Ihre Küche sein?
Silvio Nickol: Dazu sage ich jetzt mal nichts (lacht). Es ist sicher schwer, im „Main Cities of Europe“ drei Sterne zu bekommen, das gab es ja auch noch nie. Da kann man nur, wie erwähnt, jeden Tag Gas geben und versuchen, seine Gäste zu begeistern. Das ist ja letztlich auch das, was zählt.

worlds of food: In der gehobenen Kategorie, in der Sie kochen, kursieren häufig Gerüchte, dass Gäste nicht mehr wiederkommen dürfen, wenn sie vom Teller ihres Partners probiert haben. Wir haben schon Wolfgang Becker dazu befragt, der mit einem solchen Gerücht direkt konfrontiert wurde. Was sagen Sie dazu?
Silvio Nickol: ich habe natürlich davon gelesen, dass es so etwas geben soll. Aber ich glaube nicht daran und habe das persönlich auch noch nicht erlebt. Das wurde ja auch noch nie nachgewiesen. Sollte sich wirklich jemand in einem Restaurant nicht angemessen verhalten, dann werden durch den Restaurant-Leiter oder den Küchenchef im Normalfall auch direkt Maßnahmen ergriffen.

worlds of food: Würde denn das Probieren von einem anderen Teller zu einem unangemessenen Verhalten dazugehören?
Silvio Nickol: Natürlich gehört das Probieren von einem anderen Teller nicht dazu, soweit der Gast, dem der Teller gehört, damit einverstanden ist. Es ist doch schön, wenn der Partner probieren möchte, das freut uns als Köche doch auch. Dann schmeckt es doch dem Anschein nach.

worlds of food: Wird das auch bei Ihnen im Palais Coburg so gehandhabt?
Silvio Nickol: Absolut. Aber wie gesagt, ich glaube das ist überall so.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team